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Invasiver Schädling Marmorierte Baumwanze verursacht Millionenschäden

  • Der Schweizer Obstverband schätzt die Schäden durch die Marmorierte Baumwanze für 2019 auf deutlich über drei Millionen Franken.
  • Obstproduzenten fordern wirksame Mittel gegen den aus Asien stammenden Schädling wie Nützlinge, Netze und Insektizide.
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Aus dem Archiv: Stinkwanzen zerstören Obst- und Gemüseernte
Aus SRF News vom 26.09.2019.
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Obst- und Gemüseproduzenten sind besorgt: Die Marmorierte Baumwanze macht sich in der Schweiz breit und vernichtet dabei immer grössere Teile der Ernte. Insbesondere die Kantone Thurgau und Zürich sind betroffen, teilte der Schweizer Obstverband am Donnerstag mit.

Allein im Kanton Thurgau, wo am zweitmeisten Birnen in der Schweiz angebaut werden, rechnen Produzenten für 2019 mit einem Ertragsausfall von 25 Prozent der Ernte. Das entspricht einem Schaden von über drei Millionen Franken. Auch im Kanton Zürich liegt der Ausfall bei 25 Prozent, was sich auf 200'000 Franken beläuft.

Auf über 20 Prozent beziffern die Kantone Aargau, St. Gallen, Luzern und Zug die Ernteverluste. Damit haben sich die Schäden im Vergleich zum Vorjahr (10 Prozent) mehr als verdoppelt. Hinzu kommt Mehraufwand für Pflück- und Sortierarbeiten.

Die Marmorierte Baumwanze befällt über 200 verschiedene Wirtspflanzen. Einstiche in Früchte oder Gemüse führen zu Deformationen und bitteren Stellen, sodass sie sich nicht mehr für den Verkauf eignen. Oft ist auch eine weitere Verarbeitung nicht möglich.

Schlupfwespe gegen Baumwanze

An einer Fachtagung am Kompetenzzentrum Strickhof in Wülflingen tauschten sich diese Woche Experten aus dem In- und Ausland über die Problematik und mögliche Lösungsansätze aus. Vielversprechend könnte der natürliche Gegenspieler der Baumwanzen sein: die ebenfalls aus Asien stammende Samurai-Schlupfwespe. Diese kommt inzwischen ebenfalls in der Schweiz vor.

Daher beantragt der Schweizer Obstverband die generelle Erlaubnis für die Freilassung der Samuraiwespe, da sich diese auch ohne Zutun in der Schweiz ausbreite. Eine weitere Möglichkeit besteht im Aufhängen von Netzen.

Als schnelles und wirksames Mittel habe man aber auch eine Notfallzulassung für Insektizide beim Bundesamt für Landwirtschaft beantragt, die bisher nicht für den Einsatz gegen die Baumwanze, sondern nur gegen andere Schädlinge zugelassen sind, teilte der Obstverband mit. Darunter sind auch Mittel, die für den biologischen Anbau zugelassen sind.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Ich bin gnadenloser Tier und Naturschützer! Lasst alle die Finger von diesem unschuldigen Wesen das die Artenliste unserer Region ergänzt. Es gibt keine unnötigen Lebewesen auf unserem Planeten.
    OK, lästige vielleicht? Aber wenn ich hier etwas von einer "Lösung des Problems" höre werde ich ganz anders...
    Selektiver Lebewesenschutz? Ja gibt es denn sowas?
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Wenn Schädlinge überhand nehmen ist das Gleichgewicht gestört. In diesem Fall ist der Mensch und nicht die Natur Schuld.
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    2. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      @Planta: Aber aber. Ich sehe das aus der Sicht der auf Stufe Lebewesen gleichberechtigten Wanze. Da will mir der Mensch an den Kragen, dabei hat er mich selber hierher in des sozusagen "Paradies" gebracht! Keine Feinde, Schlaraffenland und nun soll ich vergiftet werden? Also, bitte wenn der Mensch an dieser meiner bequemen Situation Schuld ist, soll er halt dafür büssen, oder zumindest der Samuraiwespe den Garaus machen...
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Die allmächtige, skrupellose "Pharma-Lobby" und deren ebenso habgierigen "Profiteure" (Spendengelder an politische Grossparteien, lukrative VR-Mandate von Parlamentariern = Lobbyismus - Vetternwirtschaft in: Parlament, Ämtern, Behörden! Wer handelt endlich von den vielen "Volks-VertreternInnen"?
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  • Kommentar von Anita Rusterholz  (Anita Rusterholz)
    Ja, nur weiter so: unterstützt weiter die Chemiewirtschaft. Zunehmend schnell verlieren die Agrarchemikalien ihre Wirksamkeit. Die Folgen eines wahnsinnigen Tuns grenzt nahezu an ein Verbrechen an uns Menschen und Tieren. Immer öfter, bald in einem verheerenden Ausmaß, Chemieresistenzen als Folge und für die Zukunft eine verminderte Ernte und Krankheiten nehmen zu. Ist
    doch klar, nicht?
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    1. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Langfristiges Denken ist im neoliberalen Kapitalismus unerwünscht...
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    2. Antwort von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
      2tens, wir , ja WIR! spritzen jeden Monat.. und immer zielgerichtet auf das entsprechende "Geziefer" und unter Beruecksichtigung von Halbwertszeit, Wetter, Nutzinsekten wie Bienen etc.. und das ist nicht einfach.. aber ohne.. schon 3mal bankrott. Schlechtes Gewissen.. nein... aber wenn es ohne Chemie ginge.. ja dann... sofort..
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