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Häusliche Gewalt Jedes zehnte Opfer ist minderjährig

Die Polizei musste in der Schweiz im vergangenen Jahr 14'000 Mal wegen häuslicher Gewalt intervenieren. In 36 Fällen waren Todesopfer zu beklagen – darunter auch Kinder. Für Präventionsfachleute gibt es vor allem einen Weg, wie die Kleinen besser geschützt werden können.

Legende: Video Polizei interveniert 40 Mal pro Tag wegen häuslicher Gewalt abspielen. Laufzeit 1:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.11.2016.

Die Fachkonferenz des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung für Mann und Frau (EBG) hat an ihrer Tagung Zahlen zur häuslichen Gewalt in der Schweiz vorgelegt:

  • Die Schweizer Polizei musste im vergangenen Jahr 14'000 Mal wegen häuslicher Gewalt ausrücken. Dabei wurden fast 9200 Beschuldigte registriert. In mehr als der Hälfte der Fälle waren Kinder anwesend.
  • Drei Viertel der Opfer waren Frauen, mehr als jedes zehnte war minderjährig.
  • Vier von fünf Tätern sind Männer.
  • 36 Menschen wurden getötet, darunter 8 Kinder im Vorschulalter.
  • Die Rückfallquote bei Gewalttäterinnen und -tätern ist hoch: Jede/r zweite wird rückfällig.

Die EBG will an ihrer Tagung nun klären, wie Täterinnen und Täter effektiver zur Verantwortung gezogen – und vor allem Kinder besser geschützt werden können.
«Täterinnen und Täter müssen sich mit ihrem gewalttätigen Verhalten auseinandersetzen», erklärt EBG-Direktorin Sylvie Durrer. Nur so könnten Opfer von häuslicher Gewalt und deren Kinder nachhaltig geschützt werden.

In der Praxis habe sich die proaktive Ansprache bewährt, so Durrer. Dabei leite die Polizei Kontaktdaten des Täters oder der Täterin an eine spezialisierte Beratungsstelle weiter. Diese nehme dann Kontakt mit der Person auf und fordere sie zu einer Beratung auf.

25 Kantone verfügen über Beratungsangebote für Frauen und Männer. In Luzern und im Wallis gibt es gar eine Pflichtberatung bei Fällen von häuslicher Gewalt. Der Fachverband Gewaltberatung Schweiz schätzt, dass im vergangenen Jahr 1500 gewaltausübende Menschen ein Beratungsangebot in Anspruch genommen haben.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Das Strafgesetz für Gewalttaten, muss endlich geändert und rigider werden! Bislang wird häusliche Gewalt (Mann/Frau)immer noch als "Kavaliersdelikt" gehandelt - die Opfer werden damit noch von Gesetzes wegen gedemütigt! Die Schweizer Steuerzahlenden, unterhalten ein unerhört teures Bundesamt für Justiz und viel zu viele JuristenInnen, welche offensichtlich nicht kompetent sind, Gewalttäter endlich adäquat und rigide zu bestrafen, damit es nicht andauernd zu Wiederholungstaten kommen kann!!
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  • Kommentar von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
    Ach HPMüller, da Sie ganz eindeutig mich meinen lesen Sie meine Beiträge bitte nochmal, mit kühlem Kopf, und denken Sie darüber nach. Denn was Sie hier schreiben habe ich so nie gesagt, zum Teil sogar das genaue Gegenteil. Sie unterstellen mir erst gesagt zu haben Gewalt an Frauen sei weniger schlimm und ignorieren meine Frage nach der Quelle, möchten aber danach von mir Belege haben? Gerne bin ich zu einer konstruktiven Diskussion mit Ihnen bereit (mit Quellen), doch auf einer ruhigeren Basis.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Herr Fuchs, ich habe Ihnen meine Quelle genannt am Sonntag 20.11. Sie haben sie kritisiert, die Zahlen würden sich wiedersprechen. Allerdings vergleichen Sie die gesamten versuchten oder vollendeten Tötungsdelikte mit jenen im häuslichen Umfeld.Kein Wunder stimmen die Zahlen nicht überein. Umgekehrt habe ich Sie zweimal nach Ihrer Quelle gefragt und bis heute keine Antwort bekommen.Dafür spielen Sie auf den Mann: "mit kühlem Kopf, und denken Sie darüber nach" Sorry, zu durchsichtig diese Taktik
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    2. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      Falsch Herr Müller, Die einzige Quelle nach der ich Sie jemals, dafür wiederholt, gefragt habe war jene für Ihre relativ üble Unterstellung ich meine Gewalt an Frauen sei weniger schlimm. Diese war im gleichen Post in dem Sie mich so schön passiv agressiv Fragen ob ich ein Problem hätte. Da Sie dies immernoch ignorieren stellt sich für mich schon die Frage ob Sie nur versuchen mich aus der Fassung zu bringen oder ob es eine generelle Angewohnheit Ihrersets ist anderen Worte in den Mund zu legen.
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  • Kommentar von Aldo brändli (aldo)
    Srf: Wann hört ihr auf mit den Krimis; es sind doch genau die Mord- und Verbrechensanleitungen die ihr mehrmals wöchentlich ausstrahlt. Die Leute werden gegen Gewalt abgestumpft.
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