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Schweiz Juden in der Schweiz bitten Bundesrat um Hilfe

Seit dem Ausbruch des jüngsten Gazakonfliktes werden Juden in der Schweiz immer wieder zur Zielscheibe antisemitischer und rassistischer Äusserungen. Deshalb hat der Schweizerische Israelitische Gemeindebund dem Bundesrat einen Brief mit einer klaren Forderung geschickt.

Graffitiaufschrift: All jewish must die
Legende: Der Bundesrat soll antisemitischen Äusserungen öffentlich verurteilen, fordern Juden in der Schweiz. Keystone

Anfangs August hat der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) einen Brief an den Gesamtbundesrat geschickt. Gemäss Recherchen von Radio SRF ist der Brief ein dringender Appell an die Landesregierung, sich öffentlich gegen Antisemitismus auszusprechen.

Drohungen im Internet gegen Juden

Beigelegt waren dem Schreiben Dokumente, die grobe antisemitische Vorfälle dokumentierten: Drohungen auf Facebook, aber auch persönliche Drohbriefe an Juden in der Schweiz. Herbert Winter, der Präsident des SIG, bestätigt den Versand des Briefes an den Bundesrat: «Wir baten ihn, sich entschieden gegen antisemitische und rassistische Äusserungen auszusprechen und die Bedeutung des gegenseitigen Respekts aller Bewohner dieses Landes in Erinnerung zu rufen.»

«Wir warten noch auf Antwort»

Bis jetzt hat der SIG noch keine Antwort vom Bundesrat erhalten und auch keine Bestätigung, dass das Schreiben gelesen wurde. «Nein, wir warten noch auf die Antwort», heisst es beim SIG. Bundesratssprecher André Simonazzi wollte sich gegenüber Radio SRF nicht zum Brief äussern. Schriftlich teilte er mit, dass über Briefe an den Bundesrat und Antworten nicht kommuniziert werde.

SIG-Präsident Winter hofft, dass das Schweigen des Bundesrates durch die Sommerferien bedingt war – und dass die Landesregierung bald von sich hören lässt und klar Stellung bezieht. «Wenn in der Schweiz eine Bevölkerungsgruppe derart unter Druck kommt, mit Briefen, Äusserungen und Drohungen im Internet wünsche ich mir, dass der Bundesrat klar und deutlich spricht», sagt Winter.

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59 Kommentare

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  • Kommentar von Th. Keiser, Luzern
    Die Weltgemeinschaft und besonders die jüdischen Menschen sollten endlich davon wegkommen, dass Kritik am Verhalten des Staates Israel (gegenüber den Palästinensern) gleichbedeutend sein soll mit der weit verbreiteten Meinung in Europa gegenüber den jüdischen Menschen zur Zeit des Holocaust. Die Geschehnisse vor und während des Zweiten Weltkrieges dürfen kein Freipass für Israel sein.
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    1. Antwort von Lia Braccini, ZH
      Wichtig wäre auch, dass man hier in der Schweiz Aufklärung macht betreffend Nakba ( die Vertreibung der Palästinenser) dazu gibt es ein sehr gutes Buch von Ilan Pappe ( israelischer Prof) " die ethnische Säuberung Palästinas" oder von Evelyn Hecht-Galinski " Israel darf alles" Dies hat nichts mit Antisemitismus zu tun
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  • Kommentar von marco meier, aarau
    Warum nimmt sich eigentlich der SIG (schweizerisch Israelitischer Gemeindebund) das Recht heraus für alle Juden zu sprechen? Nicht alle Juden sind Israelis... und das Wort Antisemitismus geht mir auf den Keks. Es ist Rassimus, einfach nur Rassimus. Es muss nicht noch ein extra Wort für die einen geben, sonst wärs ja eigentlich schon wieder....
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  • Kommentar von Sascha Freitag, Thurgau
    Ich bin weder Freund der Juden noch oder Palästinenser. Es ist aber mehr als bedenklich, oder besser gesagt sehr feige, irgendwelche Drohungen im Schutze der Anonymität zu verbreiten. Trauen sie sich das auch, wenn die entsprechenden Personen Auge in Auge gegenüber stehen? Glaube kaum. Jeder Mensch hat ein Recht auf ein erfülltes Leben, den Leid gibt es schon genug, ohne Neid, Religion, Krieg...Man muss nur mal bisschen entschleunigen, um zu merken, wie toll unser Dasein eigentlich ist.
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