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Junge Leute in der Sozialhilfe Wie lange müssen Eltern für ihre Kinder zahlen?

  • Eltern müssen nicht zwingend für den Unterhalt ihrer bis 25-jährigen Kinder aufkommen. Das hat der Ständerat entschieden.
  • Es bleibt dabei: Eltern müssen nur zahlen, solange ihre Kinder in der Ausbildung sind.
  • Eine Motion wollte erreichen, dass die Eltern und nicht die Sozialhilfe für mittellose Erwachsene aufkommen müssen. Doch die Motion wurde abgelehnt.

Motionär Laurent Wehrli (FDP/VD) ist mit seinem Anliegen gescheitert. Er wollte die elterliche Unterhaltspflicht bis zum 25. Lebensjahr des Kindes verlängern – unabhängig davon, ob diese eine Ausbildung machen oder nicht.

Legende: Video Laurent Wehrli: «Eltern sollten für selbstverschuldet mittellose Kinder aufkommen» abspielen. Laufzeit 00:19 Minuten.
Aus 10vor10 vom 10.09.2018.

Sein Ziel sei es, die Sozialwerke zu entlasten. Der Ständerat hat die vom Nationalrat überwiesene Motion stillschweigend abgelehnt. Sie ist somit vom Tisch.

Damit müssen Eltern mittellose erwachsene Kinder auch künftig nur unterstützen, wenn sie über ein Einkommen von mindestens 120'000 Franken im Jahr (Alleinstehende) respektive 180'000 Franken im Jahr (Ehepaare) verfügen. Dies gilt in Fällen, in denen die Kinder nicht in Ausbildung sind.

«Kein tauglicher Lösungsansatz»

Der Ständerat sei zwar sehr besorgt über die zunehmende Zahl von Jugendlichen, die nicht in der Lage sind, für sich selber zu sorgen, führte Robert Cramer (Grüne/GE) im Namen der Kommission aus. Die vorgeschlagene Verlängerung der elterlichen Unterhaltspflicht sei aber «kein tauglicher Lösungsansatz zur Reduktion der Sozialhilfeabhängigkeit von Jugendlichen».

Für das Gemeinwesen würden die Kosten unter Umständen einfach zu einem späteren Zeitpunkt anfallen. Zudem sei es nicht auszuschliessen, dass es auch zu einer Verlagerung der Sozialhilfebedürftigkeit von den Jugendlichen hin zu den unterhaltspflichtigen Eltern komme.

Vielmehr müssten junge Erwachsene darin unterstützt werden, unabhängig zu werden und selbst für ihren Unterhalt aufzukommen. Der Bundesrat argumentierte gleich und zeigte sich mit dem Entscheid der kleinen Kammer zufrieden.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Diesen Beschluss kann ich durchaus verstehen. Soz.hilfe beschränkt sich nämlich nicht nur auf Kinder von Einheimischen. Viele haben Eltern im Ausland, die logischerweise nicht für das erwachsene Kind aufkommen können. Der Beschluss verhindert also, dass gerade Bürger und Bürgerinnen dieses Landes einen Nachteil erleiden im Vgl. zu denjenigen, die keine zahlungsfähige Eltern im Lande haben. Inländerdiskrimination sollte wirklich nicht sein.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Ich glaube die Unselbständigkeit der Kinder kommt daher, dass in ihrer Kindheit über das Säuglingsalter aus stehts das Schoppenfläschli mit dabei war. Das Portemonnaie der Eltern ist nun das Ersatz Schoppenfläschli.
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Da haben Sie zwar recht. Aber dieses Problem hatten schon die frueheren Generationen, die von ewig gar auch teilzeiterwerbsscheuen Muettern bis zum Packen des Koffers fuer die RS die Kinder verwoehnten, statt sie - wie fast jede Tiermutter - fuer den Lebenskrieg fit machten. Jetzt finden die "Kinder" bis 25 kaum mehr eine Leer- oder auch nur andere Stelle, weil neue und freiwerdende Stellen von Lohndoempern statt Einheimischen besetzt und wiederbesetzt werden....
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  • Kommentar von Gian Derungs (Buz)
    bezieht sich die angabe des verdienstes (120000 / 180000) auf das sreuerbare einkommen? ist das bundesebene oder kantonal geregelt? vielen dank!
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