Kämpferischer Blatter will den Fifa-Kongress leiten

Sepp Blatter will sich auch als suspendierter Präsident für die Fifa einsetzen. Er schaue nach vorn und wolle dafür sorgen, dass der Kongress die am Donnerstag beschlossenen Reformen gutheisst.

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Bildlegende: Dem Fifa-Präsidenten geht es nach eigenen Worten gesundheitlich wieder gut. Keystone/archiv

Der suspendierte Fifa-Chef Joseph Blatter will am Fifa-Kongress die Wahl seines Nachfolgers leiten. «Es wäre mein Wunsch, beim ausserordentlichen Kongress am 26. Februar, den ich selbst aufgestellt habe, dabei zu sein. Und zwar in einer Führungsposition», sagte Blatter in einem Interview der Sportinformation Si.

Der 79-Jährige versicherte, er sei weiterhin ein respektiertes Mitglied der Fussball-Familie. «Ich bin ein suspendierter Präsident, aber nicht ein isolierter Präsident», sagte Blatter.

Menschenrechte verletzt

Der langjährige Präsident des Weltfussballverbands bestritt erneut die Vorwürfe im Zuge einer dubiosen Zahlung an Uefa-Präsident Michel Platini und erneuerte seine Kritik an der Fifa-Ethikkommission. «Es gab eine Untersuchung, aber keiner der drei Beschuldigten konnte vor der Recht sprechenden Kammer aussagen. Das war gegen die Prinzipien der Menschenrechte», sagte Blatter.

Er werde sich in der übernächsten Woche zur Sache äussern. «Dann muss die Ethikkommission beweisen, dass ich mich unethisch verhalten habe. Und was nicht wahr ist, kann man nicht beweisen», sagte Blatter, der wie Platini derzeit für 90 Tage für alle Tätigkeiten im Fussball gesperrt ist.

Einsatz für die Reformen

Die von der Fifa-Exekutive am Donnerstag beschlossenen Reformen begrüsste Blatter. Damit die Reformen auch tatsächlich Eingang in die Fifa-Statuten finden, bedürfe es beim Kongress einer Dreiviertelmehrheit. Er setze sich dafür ein, dass die über 200 Mitglieder des Kongresses den Reformen zustimmen werden, so Blatter.

«Die wichtigste Reform betrifft den Integritätscheck. Diesem muss der Kongress unbedingt zustimmen. Man muss wissen, wer in der Führung sitzt», sage Blatter.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Fifa-Sumpf

    Aus Rundschau vom 25.11.2015

    Der suspendierte Weltfussballpräsident stellt sich an der „Rundschau“-Theke den kritischen Fragen von Sandro Brotz: Wofür trägt er die Verantwortung? Was kommt noch ans Tageslicht? Wer soll sein Erbe antreten? Die Vorwürfe gegen die Fifa und seine Person haben Sepp Blatter hart getroffen. Der Ruf seines Lebenswerks steht auf dem Spiel.