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Kampf gegen Klimawandel Trotz Warnsignalen passiert viel zu wenig

Legende: Video Düstere Klimaszenarien für die Schweiz abspielen. Laufzeit 00:58 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 13.11.2018.

Extreme Sommer wie 2018 werden zur Normalität, Schneemangel selbst in 1500 Meter Höhe auch: Die neuen Klimaszenarien, die der Bund für die Jahre 2060 und 2085 berechnen liess, rütteln auf.

Die Grundzüge der Prognosen waren zwar bekannt. Aber sie sind genauer als zuvor und sie werden für viele Menschen greifbarer. Besonders nach dem heiss-trockenen Sommer, der bis in den November nachwirkt oder nach den Katastrophen-Nachrichten von der Klimafront, die sich zu häufen scheinen: von den verheerenden Bränden in Kalifornien bis zu den ungewohnt heftigen Unwettern vor kurzem in Italien.

Die Szenarien, die die Klimaforscher aufgestellt haben, untersuchen zwei verschiedene Entwicklungen: Die Weltgemeinschaft beginnt schliesslich doch noch damit, den Pariser Klimavertrag umzusetzen – oder es geht weiter wie bisher und der Ausstoss von Treibhausgasen steigt weiter.

Die Szenarien zeigen, dass sich die Anstrengung lohnen würde: Bis 2060 würde die Umsetzung des Pariser Klimavertrags etwa die Hälfte der vorausgesagten Klimaveränderungen vermeiden, bis Ende Jahrhundert gar zwei Drittel.

Pessimistische Szenarien im Auge

Der Einsatz dafür würde sich lohnen, sagt auch Reto Knutti von der ETH Zürich, der an den neuen Klimaszenarien mitgearbeitet hat. Aber wir sollten uns nicht darauf verlassen. Bisher machen alle Länder viel zu wenig, und die Welt bewegt sich in Richtung der pessimistischen Szenarien, die Knutti und seine Kollegen berechnet haben.

«Wir müssen alles tun, um das Klima zu schützen, aber wir sollten uns auch auf die pessimistischen Szenarien vorbereiten», sagt Knutti. Das würde das Risiko minimieren, dass in Zukunft Hochwasser oder Murgänge deutlich höhere Schäden anrichten als heute. Das wird etwas kosten, aber wahrscheinlich deutlich weniger, als die zusätzlichen Schäden, die auftreten würden, wenn sich die Schweiz nicht vorbereitet.

Thomas Häusler

Thomas Häusler

Wissenschaftsredaktor

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Thomas Häusler ist Wissenschaftsredaktor bei SRF. Er hat in Biologie doktoriert und eine Weiterbildung in Wassermanagement an der Uni Genf absolviert. Seit 2013 ist er Leiter der Wissenschaftsredaktion.

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Wir werden sicher den unglaublichen Landverschleiss und Bau Wahn auf irgendeine Weise bezahlen. Der enorme Wasserverbrauch und die wenigen Niederschläge wie dieses Jahr wird falls es so weiter geht an den Rand des Ruins bringen. Wir sollten nicht denken dass dieses Jahr einmalig war. Die Rechnung wird früher oder später präsentiert.
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  • Kommentar von Margrith Noser (Margi)
    Schon klar, wenn die Firma Schweiz. Eigenossenschaft uns BEWUSST vergiftet für Agenda 21. Sustainable Destruction - Exposing Agenda 21 worldwide https://www.youtube.com/watch?v=V-U-Ov1Ay30 Depopulation Schweiz bis 2025,: 5,3 Millionen Menschen http://www.deagel.com/country/Switzerland_c0193.aspx Bitte downloaden: Owning The Weather by 2025 http://www.uk-skywatch.co.uk/Weather%20as%20a%20Force%20Multiplier.%20Owning%20the%20Weather%20in%202025.pdf
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  • Kommentar von Klaus Kreuter (KallePalle)
    Es gibt zumindest 2 Aussagen, dass ab 2020/2021 und 2030 eine kleine Eiszeit auf die Welt zukommt. Die Diskussion über den Klimawandel sollte rational und nicht emotional geführt werden. Von einem extremen Sommer auf eine langfristige Entwicklung zu schliessen ist schon gewagt. Wem soll man denn noch glauben?
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Die Modelle der Klimaforscher basieren nicht auf einem extremen Sommer, sondern auf Messungen der letzten hundert Jahren und Klimainformationen der letzten paar hundert Jahren. Und weil die Forschung auch nichts neues mehr ist, konnten die Forscher ihre Prognosen der letzten Jahre laufend kontrollieren. Im Zweifel glaubt man besser einem seriösen Forscher, als einem Youtubevideo irgend eines selbsternannten "Spezialisten". Die Gorscher sind sich grundsätzlich längst einig.
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    2. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Klaus Kreuter: Hätten Sie eine Ahnung von Forschungsmethoden würden Sie so etwas nicht schreiben. Die Nullhypothese ist immer, dass sich nichts ändert. Anhand der Daten (und der letzte Sommer in der Schweiz war ja bei weitem nicht das einzige Extremum global betrachtet) kann man vielleicht Nullhypothesen widerlegen, indem solche extremen Ereignisse nicht mehr mit dem Zufall erklärt werden können. Aber was schreib ich hier, wenn Sie zu jenen gehören, die sich dem State of the Art verweigern.
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