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24-Stunden-Luftpolizeidienst Kampfjets können in Frankreich landen

Legende: Audio «Wir müssen ausweichen können» abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
01:57 min, aus HeuteMorgen vom 28.03.2017.
  • Schweizer Kampfjets sind künftig rund um die Uhr startklar – etwa, um Flugzeuge abzufangen, die über dem Schweizer Himmel nichts zu suchen haben.
  • Für diesen 24-Stunden-Dienst ist die Luftwaffe auf Ausweich-Flugplätze im Ausland angewiesen – zum Beispiel bei schlechtem Wetter.
  • Bereits einig geworden ist man mit Frankreich: Dort stehen der Schweizer Luftwaffe bei Bedarf ab sofort drei Militärflugplätze zur Verfügung.

Die Schweizer F/A-18-Kampfjets werden ab 2021 rund um die Uhr aufsteigen, sieben Tage in der Woche und bei jedem Wetter. Nicht immer werden die Bedingungen eine Rückkehr zum Heimatflughafen erlauben.

Deshalb brauche es Ausweich-Flugplätze im Ausland, sagt Bernhard Müller, Chef Einsatz der Luftwaffe. Insbesondere bei schlechtem Wetter, in der Nacht oder an den Wochenenden, wenn die übrigen Militärflugplätze nicht offen seien «müssen wir ausweichen können», so Müller.

Drei Landemöglichkeiten in Frankreich

Drei Flugplätze in Frankreich hat sich die Luftwaffe bereits gesichert: So können die Schweizer Jets ab sofort bei Bedarf nach Luxeuil im Burgund, Orange in Südfrankreich und Saint-Dizier im Nordosten ausweichen. Frankreich erhalte Gegenrecht, sagt Müller: «Man vereinbart solche Leistungen in Gegenseitigkeit.»

Noch am Laufen sind Verhandlungen mit Deutschland, konkret mit Neuburg in Bayern. In Italien werden Schweizer Piloten nicht landen, weil die dortigen Militärflugplätze zu weit im Süden liegen.

Nur in Ausnahmefällen

Ohnehin sollen Landungen jenseits der Landesgrenze die Ausnahme bleiben: Es könne bis zu drei Tage dauern, bis ein Jet wieder zurückfliegen kann, sagt Müller. Dies vor allem dann, wenn «eine Intervention durch das Unterhaltspersonal» nötig sei. Dieses müsse zuerst eingeflogen werden, bevor es die Maschine auf den Weiterflug vorbereiten könne.

Legende: Drei Ausweichflugplätze kann die Schweizer Luftwaffe in Frankreich benutzen: Luxeuil im Burgund, Orange im Süden und Saint-Dizier im Norden. srf

Luftpolizeidienst

Luftpolizeidienst

Am Montag führte die Luftwaffe in Payerne vor, wie das geht mit dem Alarmstart: Innert 15 Minuten ist ein F/A-18 in der Luft. Seit Anfang Jahr ist die Luftwaffe an sieben Tage der Woche von 8 bis 18 Uhr bereit für den Luftpolizeidienst. Ab 2019 wird es von 6 bis 22.00 Uhr sein. Ab 2021 dann rund um die Uhr – das kostet rund 30 Mio. Fr. pro Jahr.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Das kostet einen Pappenstil wenn man an den unnützen Krieg in Syrien den. Du sollst nicht töten, ist ein Gebot Gottes. Doch niemand kann in Frieden leben, wenn der böse Nachbar nicht will. Zudem: Jedes Land hat eine Armee, die eigene, oder eine fremde, wie die Geschichte aufzeigt.
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Also Notlandeplätze, falls ein Schweizer Flieger die Schweiz nicht mehr innerhalb der Bürostunden erreichen könnte und deshalb der Pilot Überstunden machen müsste? ;-) Warum übergibt man nicht alle Luftwaffenaufgaben der us-AirForce in Vigenza? Das wäre sicher billiger und wir hätten keinen Lärm mehr wegen Starts und Landungen ...
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    1. Antwort von D. Becker (Die andere Sicht der Dinge)
      Ouh, heisses Eisen, Her Bauert! Auch wenn ich mit den meisten Ihrer Posts einverstanden bin, den Amis aus ViCenza würde ich das nicht übertragen. Es sei denn, Sie möchten gerne die Seilbahnkabel der umliegenden Anlagen gefährden... PS: Und Waffen würde ich von den Amis auch keine mehr kaufen. Mir überzeugt, dass unsere amerikanischen Raketen amerikanischen Flugzeuge nicht abschiessen könnten. Den Fehler mit den Stinger, die sie den Mudjaheddin damals geliefert haben, machen die nicht noch mal!
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  • Kommentar von Saroukhan Ali (Kurdisch von Syrien)
    Fûr so hat die Schweiz wider Geld!!! Wo tausende Menschen not leiden!!!!
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Alle Länder, auch in Europa inverstieren wieder mehr in die Armee. Betreffend Budget fürs Militär sind wir gegenüber anderen Ländern sehr zurück haltend. Und u. a. sind leider auch die vielen Konflikte im Nahen Osten inkl. Afrika mit dran Schuld, dass man jetzt eben wieder aufrüstet. Und entsprechend Entwicklungshilfe, aber auch betr. Flüchtlinge/Migranten, tun wir Schweizer sehr viel. Sonst wären Sie ja nicht in Luzern, oder?
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