Zum Inhalt springen

Header

Audio
Wer hat die besten Chancen im Kampf um einen Sitz in der Zürcher Stadtregierung?
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 27.08.2021.
abspielen. Laufzeit 04:44 Minuten.
Inhalt

Kandidatenfeld steht Die FDP muss um einen ihrer Sitze im Zürcher Stadtrat zittern

Die linken Parteien besetzen zusammen sechs der neun Sitze in der Stadtregierung. Und es könnten sogar noch mehr werden.

Seit gestern Abend ist das Feld der Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahl in die Zürcher Stadtregierung komplett – mit der SP hat die letzte Partei ihr Ticket bekanntgegeben. Die wählerstärkste Partei der Stadt Zürich schickt neben den drei bisherigen Regierungsmitgliedern Stadtparlamentarierin Simone Brander ins Rennen.

Die linken Parteien könnten ihre Dominanz sogar ausbauen

Die drei linken Parteien – SP, Grüne und die Alternative Liste – besetzen aktuell zusammen sechs der neun Sitze in der Zürcher Stadtregierung. Und die Chance, dass sie diese Mehrheit halten können, ist mehr als intakt. Gemeinsam haben die drei Parteien einen Wähleranteil von fast 53 Prozent und so haben sie bei Wahlen ein ziemlich leichtes Spiel. Denn die drei linken Parteien halten zusammen.

Bei den letzten Gesamterneuerungswahlen 2018 zum Beispiel bewarben sich sechs Linke für die Stadtregierung. Alle sechs wurden gewählt, und zwar mit den besten Wahlergebnissen. Nun treten sogar acht Linke zur Wahl an. Das dürfte reichen, um ihre sechs Sitze problemlos zu verteidigen. Vielleicht liegt sogar noch ein weiterer Sitz drin – auf Kosten der Bürgerlichen.

Nicht unbedingt der frühere Nationalrat und heutige Schulvorsteher Filippo Leutenegger steht auf der Kippe, er ist der Promi der Stadtzürcher FDP. Vielmehr dürfte sich Parteikollege Michael Baumer Sorgen machen. Nicht, weil er als Stadtrat einen schlechten Job macht, aber weil er sich in den letzten Jahren als Vorsteher der Industriellen Betriebe nicht gross öffentlich profilieren konnte.

Ausserdem hat er rein rechnerisch den schwersten Stand: Baumer wurde 2018 mit dem schlechtesten Ergebnis in die Stadtregierung gewählt. Hätte es damals mehr linke Kandidatinnen gegeben, hätte er die Wahl vielleicht gar nicht geschafft. 2022 könnte er der linken Dominanz zum Opfer fallen. Gesundheitsvorsteher Andreas Hauri von den Grünliberalen dagegen muss da weniger zittern, er konnte sich in Klima-Fragen profilieren und darf auch auf Support aus der linken Wählerschaft hoffen.

Geschickter Schachzug der Grünen

Die Grünen schicken neben ihren beiden Bisherigen noch einen 23-jährigen Jungpolitiker ins Rennen – Klima-Aktivist Dominik Waser. Er ist zwar nicht gerade in der Pole Position, um gewählt zu werden. Aber seine Kandidatur ist auf jeden Fall ein geschickter Schachzug der Grünen. Sie wollen mit Waser junge Wählerinnen und Wähler ansprechen, solche, die durch die Klimastreiks politisiert worden sind – das könnte dem jungen Grünen zusätzlich Schub geben.

Auch nicht ausser Acht lassen darf man Walter Angst von der Alternativen Liste, ein langjähriger, etablierter Linker. Er hat, wenn der linke Schulterschluss funktioniert, durchaus Chancen, den Sitz seines abtretenden Parteikollegen Richard Wolff zu erben.

Wenig Chancen auf einen Sitz hat dagegen die SVP, die seit über 30 Jahren nicht mehr in der Stadtregierung vertreten ist. Vom Wähleranteil her hätte sie eigentlich Anspruch auf mindestens einen Sitz. Aber egal wen die SVP aufstellt, ob Mann, ob Frau, ob Hardliner oder jemand, der gemässigt auftritt – die SVP-Kandidatinnen und Kandidaten holen einfach nicht genug Stimmen ausserhalb der eigenen Wählerschaft. Auch diesmal hat die SVP zwei Kandidaten aufgestellt: Kantonsrat Roland Scheck und Gemeinderat Stephan Iten. Aber sie dürften vor allem dazu dienen, dem SVP-Wahlkampf für die Parlamentswahl Schub zu geben.

Christoph Brunner

Christoph Brunner

Zürich-Korrespondent, SRF

Personen-Box aufklappen Personen-Box zuklappen

Christoph Brunner Caffi ist seit 2012 für Radio SRF tätig – seit 2016 als Regionalkorrespondent in Zürich. Zuvor war er während zehn Jahren Moderator, Redaktor und Tagesleiter bei Radio 24.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen 27.08.2021, 06:31 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

17 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Werner Gerber  (1Berliner)
    Berlin ist so wunderbar weil es nicht D ist. In Zürich aufzuwachsen war für mich immer ein Privileg, weil weltoffen und kosmopolitisch. Zürich hätte die große Chance eine grüne Modellstadt zu werden. Erstmal in dem der Individualverkehr va. aus der Aglo eliminiert wird und mit viel genossenschaftlichen Wohn- und Arbeitsprojekten mit nachhaltigen Energiekonzepten. Modell dafür, wie wirtschaftlich erfolgreich die Transformation der Gesellschaft sein kann.
  • Kommentar von Krebs Alfred  (A.Santiago)
    Tom Luchetta, Sie haben einige Kommentare geschrieben und ich möchte Ihnen eigentlich nur mit einem Kommentar antworten. Einmal zu Ihrer eher lustigen Idee mit einer Bürgerinitiative die Städter in die Knie zu zwingen. So eine Idee passt sehr gut in die Schweizer Politik. Scherz beiseite, man könnte ja auch sagen, dass die Systemrelevanten Städte für die Landbevölkerung stimmt. Beides ist abstrus. Es gibt die Stadt und das Land und beide haben andere Probleme.
  • Kommentar von Tom Luchetta  (Luchetta)
    Es wird final Zeit für eine Bürgerinitiative, die ermöglicht, dass die Regierungen von Systemrelevanten Städten von den Kantonsbürgern gewählt werden. Die durchschaubare, ultralinke Strategie, welche unter einem populistisch-grünen Deckmantel betrieben wird, wird immer perverser. Via Steuern und Lockangeboten werden nur die Leute zum Wohnen in der Stadt angelockt, die Links wählen. Und dann wird gemacht, was Links will. Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden.
    1. Antwort von Philipp M. Rittermann  (airmaster1)
      ...vergebene liebesmühe, herr luchetta. in züri wird erst was passieren, wann die wirtschaft abwandert. und das wird sie. nur schon aufgrund der verkehrspolitik. abwarten.
    2. Antwort von Stefan Pfister  (Stefan Pfister)
      Vielleicht ist die Stadt Zürich ja gerade deshalb so systemrelevant und erfolgreich, WEIL linksgrün hier so stark ist.
    3. Antwort von robert mathis  (veritas)
      Herr Pfister Ihre Aussage : systemrelevant und erfolgreich die Stadt Zürich ? Das Gegenteil erlebt man jeden Tag Dank den Entscheidungen dieser Regierung.
    4. Antwort von Fabio Scheidegger  (Fabioski)
      Herr Luchetta es tut mir sehr leid, aber wenn von den Bürgern gewählte Linke Politiker, keine linken Entscheidungen treffen dürfen... Ist das dann nicht Zensur?
      Wenn von den bürgerlichen eine Steuersenkung in Stadt X/Y erwirkt wird, zu Lasten des Sozialhaushalts, finde ich das auch nicht gut. Ich kann und vorallem MUSS ich dies in einer Demokratie akzeptieren. Nennt sich Standortvorteil...
    5. Antwort von Richard Nüesch  (Imagine55)
      Zürich zahlt viel Infrastrukturkosten für die Herliberger und Zolliker usw dass die schnell in die Stadt fahren können, einen Parkplatz für den SUV haben um in die Oper oder ins Kunsthaus zu gehen. Und dann in einer Villa in einer Gemeinde wohnen mit tiefen Steuern.
      Und jetzt wollt Ihr auch noch der Stadt vorschreiben wie zu wählen? Wiso nicht eine Initiative dass die reichen Gemeinden mehr an die Infrastruktur der Stadt zahlen müssen?