Zum Inhalt springen

Header

Audio
Klimakarten gegen Hitze-Inseln in Aargauer Gemeinden
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 12.02.2021.
abspielen. Laufzeit 02:06 Minuten.
Inhalt

Kanton Aargau Mit Klimakarten die Innenstädte lüften

Dank Klimakarten soll die Siedlungsplanung im Kanton Aargau besser an den Klimawandel angepasst werden.

  • Der Klimawandel ist eine Herausforderung für die Siedlungsplanung: Es gilt Hitze-Inseln zu vermeiden und Kaltluftströme nicht zu unterbrechen.
  • Mit detaillierten Klimakarten will der Kanton Aargau Städte und Gemeinden bei der klimagerechten Planung unterstützen.
  • Einzelne Pilotgemeinden machen bereits gute Erfahrungen mit den Klimakarten.
Farbige Karte des Kantons Aargau
Legende: Die Klimakarte aus dem Kanton Aargau. zvg: Kanton Aargau , Link öffnet in einem neuen Fenster

Wo wird es im Sommer besonders heiss? Wo bleibt es trotz Hitze einigermassen angenehm? Antworten auf diese Fragen liefern im Kanton Aargau die neuen Klimakarten. In den über 200 Gemeinden wurden das Klima und die Luftströme analysiert und in den Karten festgehalten. Nun liegt eine detaillierte Grundlage für die künftige Siedlungsplanung in den Städten und Gemeinden vor.

«Mit den Karten wollen wir die Hotspots und die Coolspots zeigen», erklärt Norbert Kräuchi, Leiter der Aargauer Umweltabteilung. Dies sei ein wertvolles Instrument für die Zukunftsplanung, sowohl für grössere Städte als auch für kleine Gemeinden, ist Kräuchi überzeugt: «Es wird heisser werden und wir werden mehr Hitzetage haben, da ist es extrem wichtig, dass man in der Planung berücksichtigt, wie sich neue Bebauungen auf die Aufenthaltsqualität in einem Siedlungsraum auswirken.»

Es ist extrem wichtig, dass man schon in der Planung die Auswirkungen einer Bebauung berücksichtigt.
Autor: Norbert KräuchiLeiter Umweltabteilung Kanton Aargau

Zu den «Hotspots» zählen vor allem stark überbaute Areale, wo es viel Beton und Strassen sowie wenig Bäume und Grünflächen gibt. Hier bestätigen die Klimakarten die Alltagserfahrung, dass es bei warmem Wetter an solchen Orten tatsächlich heisser wird.

Farbige Karte
Legende: Die Pfeile in blau, hellblau und weiss zeigen in den Klimakarten unterschiedlich starke Kaltluftströmungen an. zvg: Kanton Aargau

Etwas weniger offensichtlich sind die Kaltluftströme, die ebenfalls in den Klimakarten aufgeführt werden. Sie sorgen für Abkühlung im Siedlungsraum, auch dort, wo es bereits heiss ist. Dank der Karte ist ersichtlich, wo eine Bebauung den kühlenden Luftstrom unterbrechen könnte.

Die Stadt Aarau konnte mit den Klimakarten bereits Erfahrungen sammeln. Sie hat sich am Pilotprojekt beteiligt und die Karten mitentwickelt. Beispielsweise wurde anhand der Karten das Baumpflanungskonzept verfeinert. Wenn Bäume nämlich am richtigen Ort gepflanzt werden, helfen sie die Umgebung zu kühlen.

Farbige Karte Stadt Aarau
Legende: Klimakarte der Stadt Aarau. Klar ersichtlich ist die rote «heisse» Zone rund um die Altstadt. zvg: Kanton Aargau , Link öffnet in einem neuen Fenster

Aarau hat die Klimakarten auch bei der Entwicklung neuer Stadtquartiere auf ehemaligen Industriebrachen verwendet. «Hier kann man grosse Fehler machen bei der Planung, wenn man die Gebäude falsch stellt», sagt der zuständige Aarauer Stadtrat Hanspeter Thür. Die Baukörper müssten so gesetzt werden, dass die kühlenden Luftströme nicht unterbrochen werden.

Man kann bei der Planung grosse Fehler machen, wenn man die Gebäude falsch stellt.
Autor: Hanspeter ThürStadtrat Aarau

Natürlich könne es durch diese neuen Regeln für klimagerechtes Bauen auch neue Konflikte mit Bauherren geben, gibt Stadtrat Thür zu bedenken. Wenn man im sowieso stark reglementierten Bauwesen noch Vorgaben mache, wie und wo der Wind am Gebäude vorbeiziehen muss, komme das sicher nicht bei allen gut an. Allerdings sei Bauen in der Stadt immer konfliktbehaftet, schmunzelt Thür. Und schliesslich blieben die klimatischen Fragen ein Aspekt von vielen bei der Bauplanung – wenn auch ein wichtiger.

Auch Zürich, Basel und Genf setzen auf Klimakarten

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Aargau ist nicht der einzige Kanton, der bei der künftigen Siedlungsentwicklung den Klimawandel berücksichtigen will. Auch die Kantone Zürich, beide Basel, Genf und Zug führen bereits Klimakarten, welche die Gemeinden oder Bauherren bei der Bauplanung zu Rate ziehen können.

Der Kanton Zürich war vor gut zwei Jahren der erste Kanton, der die Klimakarten online zur Verfügung gestellt hat. Auf Anfrage heisst es hier, die Nachfrage sei nach wie vor vorhanden. Erfreulich sei auch, dass nicht nur Gemeinden, sondern auch Architekten oder Bauplanerinnen die Dienstleistung in Anspruch nehmen würden.

Regionaljournal Aargau Solothurn 15.02.21, 06:32 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

14 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Paula Studer  (Paula Studer)
    Vermutlich würde gegen die Hitze auch schon der kleine Beitrag nützen, dass, für jeden cm Boden, welcher verpflastert, bebaut, etc. wird, z.B. ein Haus in die Höhe (Fassade), oder auf dem Dach begrünt werden müsste. Jede Betonmauer auch begrünen, den Sechseläutenpatz in Zürich wieder mit grossen Bäumen (wie früher), statt diesem hässlichen, hitzestrahlenden Granit bepflanzen. In Pärken könnte man z.B. versuchen, statt Gebüsch etc., Fruchtbäume zum Pflücken für alle zu ziehen. Und, und und...
  • Kommentar von Andreas Diethelm  (Okapi)
    Sollen Sie Karten erstellen, solange das Geld in der Stadtkasse ist. Natürlich soll man Häuser richtig ausrichten, dafür braucht nur Karten, wer im Büro sitzt. Wichtig ist, ob legen oder stellen. Es gibt ganz Schlaue, die unter Hinweis auf die Luftbewegung für Hochhäuser plädieren, der dümmstmöglichen Wohnbauform, in jeder Hinsicht. Der Blockrand gleichen Volumens hat einen Innenhof der nicht komplet unterbaut werden darf, damit Bäume (richtige) darin Platz haben. Beim HH ist der Umschwung tot.
  • Kommentar von Beat Stocker  (BeaSt)
    Es ist nicht sinnlos, die lokalen Temperaturen und Kühlluftströme im Auge zu behalten. Spannend ist allerdings, dass man den Bauherren zwar diesbezügliches Denken ans Herz legt, doch die Pendlerströme durch geographische Trennung von Wohn- und Arbeitsorten weiter anheizt.
    Es wäre ein Leichtes, über Bauvorschriften und Baubewilligungsverfahren ein lokales Gleichgewicht von Wohn- und Arbeitsraum zu gestalten.