Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Wahlen: Tessiner Frauen wollen Gas geben abspielen. Laufzeit 02:17 Minuten.
02:17 min, aus HeuteMorgen vom 28.03.2019.
Inhalt

Kantonale Wahlen Tessiner Frauen drängen in die Männerdomäne

Am 7. April wird im Tessin gewählt. Es stellen sich so viele Kandidatinnen wie noch nie zur Wahl – das ist kein Zufall.

Auf den aktuellen Listen für die Tessiner Parlamentswahlen gibt es 100 Kandidatinnen mehr als vor vier Jahren – für das Tessin, das im nationalen Vergleich beim Thema Frauenquote schlecht abschneidet, ein absoluter Rekord. Zum ersten Mal gibt es auch reine Frauenlisten.

Die Parteien haben realisiert, dass es zwingend ist, Frauen auf ihren Listen zu haben.
Autor: Pepita ConfortiDonne Elettrici

Nach Einschätzung von Pepita Conforti von der Arbeitsgruppe Donne Elettrici, die sich für mehr Frauen in der Politik einsetzt, ist dies das Resultat hartnäckiger Sensibilisierungsarbeit. «Die Parteien haben realisiert, dass es zwingend ist, Frauen auf ihren Listen zu haben. Hinzu kommt, dass Frauen, die bereits im Parlament sind, vermehrt über Gleichstellung sprechen. Dieses Thema ist politisch viel präsenter als auch schon», so Conforti.

Frauen sollen parteiintern gefördert werden

Frauen auf den Wahllisten zu haben, reicht aber nicht. Sie müssen auch noch gewählt werden. Zentral hierfür ist die parteiinterne Frauenförderung. Die Arbeitsgruppe Donne Elettrici hat darum Empfehlungen an die Parteien abgegeben. Die Parteileitung soll unter anderem dafür sorgen, dass die Kandidatinnen in den Medien genug Raum erhalten, um sich zu positionieren.

Kandidaten müssen sich also zugunsten ihrer Kolleginnen in Zurückhaltung üben. Pepita Conforti ist überzeugt, dass die Sichtbarkeit von Frauenanliegen viel bewirken könne. Die Frauenverbände haben darum bei der Tessiner Regierung veranlasst, dass im Wahlreglement festgeschrieben ist, dass das Geschlechterverhältnis in den Wahlunterlagen thematisiert wird.

Pressekonferenz des Tessiner Staatsrats
Legende: Die Tessiner Regierung ist ein rein männliches Gremium. Keystone/Archiv

So können Wählerinnen und Wähler schwarz auf weiss sehen, dass die Frauen massiv untervertreten sind. «2015 haben wir zum ersten Mal in den Abstimmungsunterlagen auf das Geschlechterverhältnis hingewiesen. Der Anteil der Frauen im Parlament hat sich darauf um neun auf 22 Sitze erhöht», sagt sie.

Damit aber liegt der Frauenanteil im Tessiner Parlament schweizweit immer noch auf einem der letzten Plätze. Nun hoffen die Tessiner Frauenverbände mit ihrer politischen Offensive, diese Situation weiter verändern zu können.

Wahlen im April: Grosses Kandidatenfeld

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen
  • 757 Frauen und Männer aus 18 Parteien und Bewegungen stellen sich zur Wahl für das Tessiner Parlament.
  • Für die Regierungsratswahlen stehen 53 Kandidatinnen und Kandidaten bereit.
  • Eine von der Zeitung «Corriere del Ticino» am 14. März veröffentlichte Umfrage sagt dem Tandem aus Lega und SVP einen Wähleranteil von 33,7 Prozent voraus. Die FDP sollte demnach auf 25,4 Prozent kommen, die CVP auf 15,7 Prozent und die SP auf 14,7 Prozent.
  • Im Grossen Rat haben die bürgerlichen Parteien aktuell 68 Sitze und damit eine klare Mehrheit. An dieser wird sich wohl auch nach dem 7. April nichts ändern. Es wird höchstens mit kleinen Sitzverschiebungen gerechnet.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Alex Terrieur (Imfeld)
    Erste Frauen in der Wirtschafts-Macht, haben leider, leider, bereits dieselben Fehler, wie die Herrschaften gemacht! Abzocken, Betrug, Unverantwortung...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Katharina Botteron (Botteron)
    Diese Aussage kommt häufig von Männern und lässt mich jedesmal an Johann Schneider Ammann denken. Bei seiner Wahl stand ihm Karin Keller Suter gegenüber. Nach seinem Rücktritt wurde dann Keller Suter gewählt. Da stellt sich für mich die Frage, wurde mit Schneider Ammann wirklich der Tüchtigere und Fähigere gewählt?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      @Katharina: Ich bin mir genau wie Sie auch nicht sicher ob in diesem Fall wirklich der bessere Kandidat gewählt wurde. Aber ich habe nicht die geringsten Zweifel daran das hier nicht das Geschlecht match entscheidend war... In der Bundesversammlung spielen doch ganz andere (lobby technische) Faktoren eine Rolle.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Stefan Pfister (Stefan Pfister)
      Schneider Ammann war Vize von Economiesuisse. Das ist der Hauptgrund für seine Wahl. Dass einige alte Männer im Parlament bewusst oder unbewusst einen Mann grundsätzlich für fähiger halten, mag aber auch mitgespielt haben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
    Ich halte die Äusserung Männer müssten sich zurück halten um Frauen mehr Platz in den Medien zu geben für geradezu Frauenverachtend. Daß Frauen es aus eigener Kraft schaffen können haben diverse bewiesen. Jemand der dies nicht kann ist es nicht wert gewählt zu werden ob Mann oder Frau spielt keine Rolle.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen