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Aus für Berner Cannabis-Studie
Aus Schweiz aktuell vom 14.11.2017.
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Keine Forschung zu Cannabis Bund verweigert Berner Cannabis-Studie grünes Licht

  • Die Universität Bern darf keine Studie zum legalen Verkauf von Cannabis zu Genusszwecken durchführen.
  • Eine solche Studie erlaube das geltende Gesetz nicht, heisst es vom Bundesamt für Gesundheit.
  • Die Stadt Bern bedauert den Entscheid.

Die Stadt Bern hatte die Universität beauftragt zu erforschen, wie sich das Konsum- und Kaufverhalten von Cannabis-Konsumenten verändert, wenn diese geregelten Zugang zur Droge haben. Auch Auswirkungen auf die Gesundheit der Studienteilnehmer sollten untersucht werden. Geplant war, Cannabis in Apotheken zu verkaufen. Die Berner Ethikkommission hatte das Forschungsprojekt genehmigt. Die Städte Biel, Luzern und Zürich planten, sich diesem Forschungsvorhaben anzuschliessen.

Fehlender «Experimentierartikel» im Gesetz

Das Betäubungsmittelgesetz verbiete den Konsum von Cannabis zu nicht-medizinischen Zwecken, schreibt nun aber das Bundesamt für Gesundheit (BAG).
Grundsätzlich würde das BAG es begrüssen, wenn neue Regulierungsmodelle wissenschaftlich analysiert werden könnten. Um solche Studien zu ermöglichen, müsste das Gesetz aber mit einem «Experimentierartikel» ergänzt werden.

Damit sind die Forschungsvorhaben auch in den anderen Städten und Kantonen blockiert oder zumindest ungewiss. Luzern wollte mit der Teilnahme an der dreijährigen Studie ein GLP-Postulat umsetzen. Die Kosten hätten sich auf rund 140'000 Franken belaufen.

Beschwerde oder nicht?

Die Universität Bern bedauert, dass vom Bund keine Ausnahmebewilligung erteilt wurde. Sie kann innert 30 Tagen gegen den Entscheid Beschwerde erheben. Ob sie dies tun wird sei noch offen, heisst es seitens der Universität.

Es wäre ein wichtiger Baustein gewesen, um Politik mit zuverlässigen Daten zu unterstützen.
Autor: Sven TrelleCo-Leiter klinisches Studienzentrum, Uni Bern

Der negative Entscheid sei umso bedauerlicher, weil die Studie auch politisch bedeutsam gewesen wäre, sagt Sven Trelle, Co-Leiter des klinischen Studienzentrums der Uni Bern. Sie hätte wichtige Daten geliefert für die spätere Entscheidungsfindung, wie wir in der Gesellschaft mit Cannabis umgehen – ob wir mehr oder weniger regulieren wollen. «Es wäre ein wichtiger Baustein gewesen, um Politik mit zuverlässigen Daten zu unterstützen», sagt Trelle gegenüber SRF.

Enttäuscht ist auch die Stadt Bern, dass der Bund eine wissenschaftliche Studie zum legalen Cannabisverkauf nicht zulässt.

Die zuständige Gemeinderätin Franziska Teuscher (Grünes Bündnis) kritisiert den Entscheid. Sie sei dafür, alle politischen und juristischen Mittel auszuschöpfen. Die Stadt Bern habe mit zwei Rechtsgutachten aufgezeigt, dass eine Bewilligung des Projekts im Rahmen der jetzigen Gesetzgebung möglich wäre.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller  (Fabrikarbeiterin)
    Bei gesunden Menschen und der Einnahme ohne zu rauchen, gibt es keine psychische / körperliche Abhängigkeit und keine negativen gesundheitlichen Folgen. Bei kranken Menschen kann es gezielt angewendet grosse Erleichterungen bringen - Gemäss einer Studie im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) belaufen sich die durch Alkoholkonsum verursachten gesellschaftlichen Kosten in der Schweiz im Jahr 2010 auf 4,2 Milliarden Franken - Tabakkonsum 5,2 Milliarden Franken.
  • Kommentar von max baumann  (phönix)
    Die Welt hat es noch nicht begriffen. Wenn Drogen legalisiert würden, dann würde vermutlich die ganze Beschaffungskriminalität grössten teils verschwinden. Aber dies ergäbe ein Problem .... nämlich : die Drogenkartelle müssten um Einfluss und Geld bangen und die Drogeneinheiten der Polizei hätten viel weniger Arbeit und müssten evtl. reduziert werden
    1. Antwort von M. Kaiser  (Klarsicht)
      Da haben sie völlig Recht ! Aber die Behörden können den aufgeblasenen Verwaltungsapparat nicht mehr bewirtschaften - es geht doch nicht wenn es dann keine Drogendelikte mehr geben würde - ja so wird eben weiter sinnlos das Hamsterrad in Betrieb gehalten . Die Menschen haben Freude wenn sie sich gegenseitig piesacken können bis ans Ende der Tage -wir brauchen keine Hölle mehr, die haben wir uns hier aufgebaut .
  • Kommentar von max baumann  (phönix)
    Typisch ! Es gibt viel mehr Probleme mit Alkohol. Aber ......... auf Alkohol kann der Staat Steuern kassieren und auf Cannabis nicht. Scheinheilig ist nur der Vornahme !