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Interview mit Gesundheitsminister Alain Berset
Aus Tagesschau am Vorabend vom 19.03.2021.
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Keine grossen Lockerungen Was empfehlen Sie uns für Ostern, Herr Berset?

Der Bundesrat hat an seiner heutigen Sitzung entschieden, die Beschränkung für Treffen im Familien- und Freundeskreis in Innenräumen von fünf auf maximal zehn Personen zu lockern. Für weitere Öffnungen sei das Risiko eines unkontrollierten Anstiegs der Fallzahlen derzeit zu gross, war die Begründung.

Bundesrat Alain Berset bezieht im Interview zum Tag Stellung zum vorsichtigen Agieren der Landesregierung.

Alain Berset

Alain Berset

Bundesrat

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Der 48-jährige Sozialdemokrat leitet seit 2012 das Departement des Innern (EDI) und war 2018 Bundespräsident. Zuvor war er für den Kanton Freiburg im Ständerat und übte dort 2008/2009 das Amt des Ständeratspräsidenten aus.

SRF News: Gemäss einer aktuellen SRG-Umfrage wünschen sich die Leute Lockerungen. Wieso enttäuschen Sie diese Leute?

Alain Berset: Wir wollen auch Lockerungen und haben vor einer Woche gedacht, es könnte reichen. Aber aufgrund der Entwicklungen in der Zwischenzeit und der Tatsache, dass drei von vier unserer Kriterien negativ sind, brauchen wir noch ein bisschen Geduld.

Wir wissen genau was geschieht, wenn man die Kontrolle verliert.

Die Kantone haben sich mehrheitlich für Lockerungen ausgesprochen, insbesondere bei der Öffnung von Restaurant-Terrassen. Braucht es diese Vernehmlassung überhaupt noch, wenn Sie gar nicht darauf hören?

Absolut. Die Lockerungsschritte sind nach wie vor auf dem Tisch und wir hoffen schwer, dass es bald möglich ist, diese zu machen. Man darf nicht vergessen, dass diese möglichen Lockerungen in der Schweiz in einer Zeit diskutiert werden, in welcher sämtliche umliegenden Länder wieder schliessen.

Verstehen Sie den Ärger der Kantone?

Wir stehen in engen Kontakt mit den Kantonen. Sie haben die Öffnungskriterien im Februar akzeptiert. Die einzige Differenz, die wir haben, sind einige Wochen. Wir versuchen, eine stabile Situation für Öffnungen zu erreichen.

Einige Kantone sagen, dass die Situation in den Spitälern massgeblich sei und man diese im Griff habe.

Von diesen vier Kriterien, welche wir mit den Kantonen angeschaut haben, sind aktuell drei negativ. Man kann die Kriterien nicht einfach ändern, wenn man sich etwas anderes wünscht. Wir müssen konsequent bleiben. Wir wissen genau was geschieht, wenn man die Kontrolle verliert. Im Oktober ging diese verloren, und wir haben vier Monate mit sehr strengen Massnahmen gebraucht, um das Ganze wieder unter Kontrolle bringen zu können.

Eine Lockerung betrifft den privaten Bereich, neu soll man sich wieder zu zehnt treffen können. Dabei weiss man aber, dass es gerade im privaten Bereich zu vielen Ansteckungen kommt.

Fünf Personen im privaten Bereich – jetzt zehn – ist ein massiver Eingriff in den innersten Kreis des Privaten. Hier wollten wir bereits seit langem einen Schritt machen, auch hinsichtlich der kommenden Festtage.

Es würde mir erlauben, mit meiner Familie wieder einmal meine Eltern zu sehen. Viel mehr nicht.

Sie selber sind als fünfköpfige Familie auch betroffen. Wie handhaben Sie das jetzt neu?

Es würde mir erlauben, mit meiner Familie wieder einmal meine Eltern zu sehen. Viel mehr nicht. Und noch einmal: Diese Regel war ein massiver Eingriff in die Grundrechte.

Vor einem Jahr an Ostern sagten Sie: Bleiben Sie zu Hause, fahren Sie nicht weg. Was empfehlen Sie für Ostern in diesem Jahr?

Es liegt nicht an mir, den Leuten zu sagen, wie sie sich verhalten müssen. Die Situation bleibt problematisch. Die Schweiz versucht einen anderen Weg, wieder einmal. Ein Weg, mit welchem wir weiterhin lockern können, aber vorsichtiger als es geplant war.

Wie lange müssen wir uns gedulden?

Wir haben das Ganze bis zum 20. April verlängert. Nach Ostern werden wir die Situation wieder analysieren.

Das Gespräch führte Gion-Duri Vincenz.

Quelle: Bundesrat, 19.03.21Weiter geschlossen: Restaurants, Bars, Discos, Sportanlagen (drinnen), Kultur- und Freizeitbetriebe (drinnen)Homeoffice-PflichtMaskenpflichtFernunterricht an HochschulenRegeln für SkigebieteVerbot von Sport mit KörperkontaktSingen nur im FamilienkreisAusnahmen bei Sport, Gesang und Kultur für unter 20-Jährige20Das hat der Bundesrat am 19. März beschlossenLockerung ab dem 22. MärzWeiterhin giltRichtwerte für erneute VerschärfungenWeiteres VorgehenVorschlag Bundesrat:Private Treffen in Innenräumen: 10 statt 5 PersonenWeitere Öffnungen und Lockerungen wegen Anstieg der Fallzahlen verschoben.Private Treffen im Freien: bis 15 Personen1. Phase:Impfung der Risikogruppen nicht abgeschlossen - strengere Richtwerte (z.B. 14-Tages-Inzidenz von 350)2. Phase: Risikogruppen geimpft - weniger strenge Richtwerte3. Phase: Impfung aller Impfwilligen abgeschlossen - keine Schliessungen und Richtwerte mehrNächster Entscheid vom Bundesrat voraussichtlich am 14. April.

Tagesschau, 19.3.2021, 18:00 Uhr;

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60 Kommentare

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  • Kommentar von Telemach Hatziisaak  (THI)
    Lamm. Oder Gitzi. Und Osterhasen von Lindt und Sprüngli. Zuhause. Bei maximal 10 Personen. Im Freien bis 15.
  • Kommentar von Jasmin Gasser  (J.F.G.)
    Ich möchte in der aktuellen Situation nicht in der Haut des Bundesrates stecken. Trotzdem erlaube auch ich mir gewisse Einschränkungen zu hinterfragen. Wie kann es sein, dass in den Einkaufsläden wo die Menschen zirkulieren anhand der Quadratmeter entschieden wird wie viele Menschen auf einmal im Laden sein dürfen und in Kirchen ,wo die Menschen sitzen max 50 Personen eingelassen werden dürfen und ja,Kirchen hätten sogar mehrere Ausgänge um schauen zu können mit den durchmischungen.
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    "Empfehlungen" für Ostern, Pfingsten, etc, etc = gleichbleibende, konsequente Massnahmen-Einhaltung, solange die Ansteckungszahlen sich nicht massiv reduzieren = "Corona-Virus und Mutationen" weiter aktiv! Noch hat die "Menschheit" nicht die "Macht" übernehmen können, daher entsprechende Verhaltens-Notwendigkeite!