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Legende: Audio Kein Verbot für Replay-TV abspielen. Laufzeit 03:12 Minuten.
03:12 min, aus Rendez-vous vom 14.12.2018.
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Keine neuen Regeln zum Replay Das Feilschen geht erst richtig los

Werbung im Replay darf weiter übersprungen werden, entscheidet der Nationalrat. Für Fernsehsender keine gute Nachricht.

Das zeitversetzte Fernsehen hat den Vorteil, dass man auf die Werbung verzichten und erst noch Zeit gewinnen kann. Der Vorteil für die Konsumenten ist aber der Nachteil für die Fernsehanstalten. Sie verlieren Geld.

Verlustgeschäft für Fernsehanstalten

Laut Zahlen der Interessengemeinschaft der Fernsehsender (IRF) überspringen 60 bis 80 Prozent der Zuschauerinnen und Zuschauer im Replay die Werbeblöcke, das kostete die Fernsehsender auf dem Schweizer Werbemarkt allein letztes Jahr 110 Mio Franken.

Das geht nicht, fand die Nationalratskommission vor der heutigen Debatte. Hier profitierten die Kabelanbieter und die Fernsehsender hätten das Nachsehen. Die Idee: Die TV Sender müssten mit dem Überspulen der Reklame einverstanden sein, sonst müssten die Anbieter von Swisscom bis UPC diese Funktion blockieren, so der Vorschlag.

Unmöglich, fanden das heute die Bürgerlichen heute unisono – zum Beispiel Andrea Gmür-Schönenberger (CVP/LU): «Dann hätten wir es fertig gebracht, einen Werbekonsumzwang gesetzlich zu verankern, obwohl das niemand will.» Auch Beat Flach (GLP/AG) warnte davor, die Replay-Funktion in irgendeiner Form einzuschränken.

Und die Sozialdemokraten, die zuerst für eine Einschränkung beim Replay gewesen waren, hatten umgedacht. Aus einem bestimmten Grund, erläuterte Min Li Marti. Die Kabelnetzbetreiber hätten versprochen, sich zu alternativen neuen Werbeformen mit den TV-Sendern an den Tisch zu setzen. «Damit ist das Anliegen erfüllt.»

Statt einer Vorschrift jetzt also Verhandlungen zwischen UPC, Swisscom und Co. und den Fernsehsendern. Beim Branchenverband Suissedigital freut sich Geschäftsführer Simon Osterwalder darüber. Und er erneuert das Versprechen: «Man muss mit fundierten Fakten aufeinander zugehen, einander zuhören und miteinander eine Lösung suchen.»

Legende: Video Simonetta Sommaruga: «Zentrale Forderung der Sendeunternehmen ist bereits erfüllt» abspielen. Laufzeit 02:28 Minuten.
Aus News-Clip vom 14.12.2018.

Auf der anderen Seite kann auch IRF-Geschäftsführerin Andrea Werder mit dem politischen Entscheid leben. «Am Schluss muss es ein Angebot sein, das für unsere Zuschauer attraktiv ist. Gleichzeitig muss es möglich sein, dass sich die Sender langfristig im Replay finanzieren können.»

Mit dem Nein im Nationalrat hat sich vielleicht die politische Diskussion um das zeitversetzte Fernsehen vorläufig erledigt. In der Branche aber geht das Feilschen erst richtig los.

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37 Kommentare

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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Versucht es mal mit einem Buch oder einer Fachzeitschrift.Man kann vor-und zurück-
    blättern,das Tempo bestimmen und auf der Toilette lesen.Das Kino läuft im Kopf ab,
    die Sprache erweitert sich und die Buchstaben und Bilder sind auch nach dem 100sten
    Benützen noch voll leserlich.Deshalb ist auch dieser Kanal jeder Nachrichtensendung überlegen.
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  • Kommentar von Beat. Mosimann (AG)
    @ Werbung kann ich im Schnellgang laufen lassen, ich sehe die Bilder im schnelldurchlauf und weiss genau um welches Produkt es sich handelt, WO ist denn das Problem? Gibt es neu die Möglichkeit, diese ganz weg zu lassen, ja dann würde auch ich diese Möglichkeit nutzen, angesichts der minimalen Freizeit.
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Was soll passieren wenn dem Volk die Werbung nicht aufgezwungen wird? Nämlich grad gar nichts. Das sich die Regierung überhaupt mit einer solchen Frage beschäftigt und nicht gleich vom Tisch fegt, zeigt dich einmal mehr, das sie der Wirtschaftslobby erlegen und hörig ist. Für diese, und nur für diese arbeitet sie letztlich. Und wer bezahlts? Etwa die Wirtschaft mit ihren Steuererleichterungen Befreiungen?
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