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Keller-Sutter blickt auf 2018 «Politisch gibt es drei zentrale Dossiers»

Karin Keller-Sutter im Ständeratssaal.
Legende: Karin Keller-Sutter wagt im «Club» einen Blick in die Kristallkugel und sagt, was die Schweiz 2018 bewegt. Keystone / Archiv

SRF News: Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter, Sie sind viel in der Schweiz unterwegs. Wie nehmen Sie die Bevölkerung wahr?

Karin Keller-Sutter: Die Leute in der Schweiz, habe ich das Gefühl, sind mehrheitlich zufrieden. Das zeigt auch der aktuelle Wohlfahrtsbarometer. Und ich stelle fest: Längst nicht alle interessieren sich für Politik. Ich treffe immer wieder auf Personen, die nicht wissen, was eine Ständerätin ist und was man als Ständeratspräsidentin überhaupt tut.

Was sagen Sie dann?

Ich präsidiere die kleine Kammer, den Ständerat. Ich bin verantwortlich dafür, dass die Sitzungen reibungslos verlaufen. Die Leute meinen manchmal, man könne damit Entscheide allein fällen oder umstossen. Die Präsidentin hat diese Macht nicht, das muss man immer wieder erklären. Die direkte Demokratie ist für die Menschen in unserem Land eine permanente Weiterbildung. Indem sie sich mit Abstimmungen befassen, bilden sie sich politisch weiter. Das ist Weiterbildung on the job.

Was wird die Schweiz 2018 beschäftigen?

Politisch gibt es drei zentrale Dossiers: Unser Verhältnis zur EU – fast schon ein Dauerbrenner, neue Vorlagen für die Renten und die Unternehmenssteuerreform.

Beide Vorlagen sind letztes Jahr an der Urne gescheitert. Was ist Ihre Erklärung dafür?

Die Vorlagen, vor allem jene zur Rentenreform, waren schon im Parlament umstritten. Meine Lehre daraus: Wenn wir Parlamentarier uns so uneinig sind, kommt es an der Urne nicht gut. Bei den Unternehmenssteuern ist es uns nicht gelungen, den Inhalt richtig zu erklären. Das wäre an sich unser Job. Denn wer kauft schon Waren in einem Einkaufskorb, die er nicht kennt? Wir müssen nun beim zweiten Anlauf unsere Arbeit besser machen.

Was macht Ihnen als Politikerin Mühe?

Die mediale Hetze, bei der vermehrt Menschen direkt angegriffen werden, finde ich eine schlechte Entwicklung. Harte Auseinandersetzungen hat es immer gegeben. Neu ist die virale Verbreitung über soziale Medien. Schlimm daran ist, dass ich auch immer wieder Leute treffen, die mir sagen: Es würde sie im Prinzip interessieren, in die Politik zu gehen. Aber den Treibjagden auf Menschen wollten sie sich nicht aussetzen. Klar, in der Politik muss man sich ein dickes Fell zulegen. Aber es kann nicht sein, dass die Verrohung dazu führt, dass der Politik fähiger Nachwuchs verloren geht. Denn unser Land braucht genau das: Gute Politikerinnen und Politiker, egal aus welcher politischen Ecke, die das Handwerk verstehen, die Lösung erarbeiten und Kompromisse schliessen können.

Heute im «Club»

Heute im «Club»

Karin Keller-Sutter ist im «Club» um 22:25 Uhr auf SRF1 zum Thema «Schweiz 2018: Wohlstand, Stillstand, Vision?» Mit ihr diskutieren auch: Markus Somm, Chefredaktor und Verleger, Michael Hermann, Politikwissenschafter, Jakob Tanner, Historiker, Monika Bütler, Professorin Uni St. Gallen und Sunnie Groeneveld, Jungunternehmerin und Verwaltungsrätin.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von B Näf (uluru)
    Mir gefällt der Vergleich mit dem Einkaufskorb. Nur sieht er etwas anders aus. Ich muss mich als Bürger immer für einen Korb entscheiden, der viele Dinge drin hat, die ich nicht will. Die Politiker versuchen den Mix im Korb so zu gestalten, dass genug drin ist um "ja" zu sagen und den "Rest" zu schlucken. Im Wissen dass es noch schlechter sein könnte. Auf lange Zeit macht das keine Freude. Und wenn der Mix mal nicht gepasst hat, dann hat der Bürger die Vorlage nicht verstanden. Danke.
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  • Kommentar von W Streuli (Wernu)
    Wann machen endlich die BR Simonetta Sommaruga, oder unser Offshore BR J.S.A den Platz frei für diese kompetente Frau Karin Sutter
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    1. Antwort von Edi Steinlin (stoni)
      Stimmt genau, Frau Sommeruga ist längst fällig.
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    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Nur nützt das Frau Keller-Sutter nichts, wenn, denn BR Sommaruga zurück treten würde, denn sie ist ja SP & diese hätten dann wieder Anspruch auf diesen Bundesratssitz. Wenn, denn könnte sich BR J. S. A. ersetzen, dürfte dann aber am riesigen Wiederstand der SP & Grünen scheitern, weil sie ihnen zu rechts steht & zu taff ist. Leider haben wir die Wahl des BR durchs Volk abgelehnt. Vielleicht sollte man es noch einmal probieren?
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  • Kommentar von Theresia Weber (Resi)
    Chapeau Madame Keller-Sutter! Sie erkennen die gemachten Fehler, geben sie zu, ziehen Lehren daraus und bemühen sich besser zu machen. Was die mediale Hetze betrifft, hoffe ich, dass Sie gehört werden. Kritik ja, aber konstruktif und nicht negative, hässliche Gratis-Kritik.
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