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Schweiz Kleinkraftwerke kassieren zu hohe Subventionen

Traumrenditen dank Fördergeldern: Eine neue Studie des WWF kritisiert, kleine Wasserkraftwerke würden bis zu 400 Millionen Franken zu viel Fördergelder erhalten und so überhöhte Gewinne einfahren. Das Bundesamt für Energie bezeichnet die Studie des Umweltverbandes als «zu wenig fundiert».

Legende: Video Vergoldeter Ökostrom abspielen. Laufzeit 09:37 Minuten.
Aus Rundschau vom 26.11.2014.

Es ist eine subventionierte Goldgrube: Das kleine Wasserkraftwerk auf der Berner Engstligenalp erzielt dank Fördergeldern eine Traumrendite von 11 Prozent. Laut Umweltschützern kein Einzelfall: «Das ist eine Verschleuderung von Fördergeldern», sagt Daniel Heusser vom WWF Schweiz. Laut dem Bund sollten geförderte Projekte Renditen von 4,75 Prozent aufweisen.

Der WWF hat die Zahlen von 34 subventionierten Projekten untersucht. Mehr als die Hälfte erziele höhere Gewinne. Hochgerechnet auf alle Werke, die vom Bund einen positiven Subventions-Bescheid haben, ergebe das sehr viel Fördergeld, das in zu hohe Gewinne fliesst: «Unsere Hochrechnung zeigt, dass 400 Millionen Franken in ungerechtfertigte Gewinne fliessen», so Daniel Heusser gegenüber der «Rundschau».

Bundesamt redet von Einzelfällen

«10 Prozent Rendite mag es in Einzelfällen geben», räumt Walter Steinmann, Direktor des Bundesamtes für Energie, gegenüber der «Rundschau» ein. Man habe aber bereits auf solche überhöhten Gewinne reagiert und gezielte Reduktionen bei der Förderung vorgenommen.

Die «Rundschau» hat die Studie des WWF dem Bundesamt für Energie zum Nachrechnen vorgelegt. Die Experten des Bundes kritisieren die Studie des Umweltverbandes als «zu wenig fundiert» und bezeichnen die Hochrechnung auf 400 Millionen als falsch.

Politik will Fördermillionen umverteilen

Politisch geraten die Subventionen für die kleinen Wasserkraftwerke unter Druck. «Kleine Kraftwerke sollten nicht mehr gefördert werden», sagt BDP-Nationalrat Hans Grunder. Die vielen Mini-Kraftwerke würden verhältnismässig wenig Strom liefern und viel kosten.

Grunder möchte dafür neu grosse Wasserkraftkraftwerke mit Millionen-Subventionen fördern. Sehr zum Ärger der Kleinkraftwerksbesitzer: «Das ist ungerecht. Den kleinen KMU will man die Förderung streichen und den grossen Konzernen geben», sagt dazu CVP-Nationalrat Jakob Büchler. Er ist Präsident des Verbandes der Kleinkraftwerk-Besitzer. Er will an der grossen Energie-Debatte für die Fördermillionen der Kleinen kämpfen.

Legende: Video Theke: Axpo-Chef Andrew Walo abspielen. Laufzeit 08:27 Minuten.
Aus Rundschau vom 26.11.2014.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Pierre Rüfenacht, Magden
    Das BFE schreibt, dass die Studie des WWF fehlerhaft ist und dass die Hochrechnung falsch ist. Dennoch informiert SRF insbesondere über diese angeblich mangelhafte Studie, auch im Titel. Wieso hört man nie die Argumente der Gegenseite? Vertraut SRF blind in die Aussagen der Umweltverbände und ignoriert Argumente, welche für die angeblich kostengünstigste KEV Technologie sprechen? Zumindest der Herr von der Engstligenalp war überzeugend und scheint nicht von der politischen Agenda geleitet.
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  • Kommentar von Richard Gaschi, Visp VS
    "«10 Prozent Rendite mag es in Einzelfällen geben», räumt Walter Steinmann, Direktor des Bundesamtes für Energie, gegenüber der «Rundschau» ein." Das Gegenteil dürfte näher bei der Wahrheit liegen. In Einzelfällen wurden die 10 Prozent Rendite nicht erreicht.
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  • Kommentar von Johann Lauterer, Basel
    "Mehr als die Hälfte erziele höhere Gewinne..." - Das heisst auch, dass die andere Hälfte den vom BFE als gerechtfertigten Zins nicht erwirtschaften kann. Also scheinen die Tarife im Schnitt ziemlich ok - und DANKE für diejenige Hälfte, welche eher aus Idealismus als aus "Profitgier" einen Beitrag zur Energiewende leisten!
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    1. Antwort von Christian Wirth, Riehen
      Werter Herr Lauterer, träumen Sie weiter von der "Energiewende". Googlen Sie bitte diesen Begriff mal in Kombination mit "Lüge" und prüfen Sie dann bitte gleich selbst, inwiefern Sie in der Lage sind, die Kritikpunkte zu widerlegen. Soviel sei verraten, ich hab es nicht geschafft.
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