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Weniger Methan: Bio Suisse will bei Tierhaltung ansetzen
Aus Info 3 vom 30.09.2021.
abspielen. Laufzeit 03:28 Minuten.
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Klimaneutrale Biobetriebe Wie man Rinder dazu bringt, weniger Methan auszustossen

Die Landwirtschaft ist in der Schweiz für 14 Prozent des Treibhausgasausstosses verantwortlich. Zu viel, findet Bio Suisse, und will Bäuerinnen und Bauern zum Umdenken bewegen.

Klimaneutral werden, das sei kein Ding der Unmöglichkeit, sagt Knut Schmidtke vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (Fibl). «Den Hauptpunkt, den wir dabei sehen müssen, ist – insbesondere in der Schweiz – die Tierhaltung mit Rindern.» Die Milch- und Fleischerzeugung mache den grössten Bereich aus. «Das heisst, wir müssen bei der Tierhaltung ansetzen, um Klimaneutralität erreichen zu können.»

So spiele es eine Rolle, was man den Rindern füttere, damit sie bei der Verdauung weniger Methan ausstossen, so Schmidtke. «Also zum Beispiel durch Beifütterung von Leinsaat oder Hornklee. In der Fütterung können wir die Emission von Methan, die einen biologischen Ursprung hat und aus der Verdauung kommt, um 10 bis 15 Prozent reduzieren.»

Kühe sieben statt nur drei Jahre nutzen

Ein weiterer Ansatz sei, Nutztiere länger zu halten, sagt Schmidtke.«Die Kühe also nicht nur drei, vier Jahre für die Milcherzeugung nutzen, sondern möglichst sieben Jahre. Das würde auch schon eine deutliche Entlastung bringen.» Denn so müsse man weniger Kälber aufziehen, um dieselbe Menge Milch zu produzieren. Allein durch die Reduktion von CO2 könne die Schweizer Biolandwirtschaft aber nicht klimaneutral werden.

Deshalb müsse auch CO2 kompensiert werden, sagt Schmidtke. «Zum Beispiel, in dem wir Gehölze mit in die Landschaft integrieren, die Kohlenstoff aus der Atmosphäre über die Photosynthese binden und wir damit das Klima entlasten.» Das seien sicher alles sinnvolle Massnahmen, sagt Eva Wyss, Verantwortliche für Landwirtschaft bei der Umweltschutzorganisation WWF. Allerdings seien es auch die einfachsten, weil man sich politisch einig sei, dass sie umsetzbar sind.

Ackerbau auf Ackern, Grasen auf Wiesen

Schwieriger sei die Umstellung von ganzen Ernährungssystemen. Wyss erklärt: «Dieser systemische Umbruch geht ja seitens des WWF dahingehend, dass eigentlich die Ackerfläche vorwiegend für die direkte menschliche Ernährung genutzt wird und nicht in diesem Ausmass wie heute für die Futtermittelproduktion.» Also statt Futtermittel auf den Ackern zu produzieren, sollten die Tiere vom Grasland ernährt werden.

Wenn die Biobetriebe wissen, dass sie gute Möglichkeiten haben, und dass das auch finanzierbar und tragbar ist für sie, dann bin ich überzeugt, dass sie da mitziehen werden.
Autor: Urs Brändli Präsident Bio Suisse

Urs Brändli, Präsident von Bio Suisse, will nun die Bäuerinnen und Bauern zu einem Umdenken bewegen. In der Branche ist ein grosser Wille zu Veränderung spürbar, sagt er. «Wenn die Biobetriebe wissen, dass sie gute Möglichkeiten haben, und dass das auch finanzierbar und tragbar ist für sie, dann bin ich überzeugt, dass sie da mitziehen werden.»

Darum warte man nun gespannt auf die weiteren Ergebnisse der Studie. Die Aufgabe von Bio Suisse ist es, in der Zwischenzeit allfällige Ängste der Bäuerinnen und Bauern vor zu hohen Umstellungskosten abzubauen.

Info 3, 30.09.2021, 17:00 Uhr

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51 Kommentare

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  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Fehlte gerade noch, dass Schmidke und Kollegen von ihren bequem warmen Amtsstuben aus mit ihren planwirtschftlichen Pauschalrezepten den Bauern vorschreiben, wie alt ihre Kühle werden sollen, wie sie ihren Boden nutzen und was sie wo und wie auf ihrem Boden zu pflanzen haben. Wenn nicht funktioniert oder zu wenig Ertrag abwirft, zahlt Schmidke dann die ausstehenden Einkünft dem Bauern aus?
    1. Antwort von Nora Zollberger  (norzo)
      @Zeiner 10:43: Jawoll genau. Jeder Bauer hat nämlich das Recht, seinen Boden so auszulaugen, dass er selber zwar heute maximal verdient, aber zukünftige Generationen nichts mehr damit anfangen können. Die sollen dann andere Flächen auspressen, übernächste Generationen wieder andere Flächen, etc. Und irgendwann planen wir Terraforming auf dem Mars (von der warmen Amtsstube im Marsorbit aus) - damit die Marsbauern die neue Fruchtbarkeit wiederum zerstören können, usw. usw. etc.
    2. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      @N.Zollberger
      Das Leben eines Bauern kennzeichnet sich dadurch, dass er daran denkt, wer seine Erben sind. Ich kenne keinen Bauern, der nicht nachhaltig geschäftet - alles ist darauf ausgerichtet den Hof und damit das Land zu erhalten, für den Erben! Was Sie da schreiben entbehrt aus meiner Sicht nicht jeglicher Grundlage und zeigt nur, wie landwirtschaftsfern Sie leben müssen!
    3. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      "Was Sie da schreiben entbehrt jeglicher Grundlage und zeigt nur, wie landwirtschaftsfern Sie selber leben."
  • Kommentar von Rolf Michel  (Mosses01)
    Ob diesen Erkenntnissen in der neuen, hochgelobten Agroscope Forschungsanstalt in Posieux FR Rechnung getragen wird?
  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Betr 1. Kommentar dieser Meldung
    Herr Reuteler, Sie wollen gerne weiter
    konsumieren schreiben Sie. Wie?
    Alles beim Alten lassen?
    Können Sie, Aber weniger Fleisch fressen ist die Lösung