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Schweiz fällt im Klimarating zurück
Aus Tagesschau vom 10.12.2019.
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Klimarating der Länder Die Schweiz ist mit Platz 16 noch gut bedient

Es zählen die Taten und nicht die Worte – dies gilt insbesondere für das alljährlich erscheinende Klimaländer-Rating von CAN, dem globalen Netzwerk der Klimaschutzorganisationen. Und da schneidet die Schweiz nur mässig ab, obschon der Bundesrat erst im Herbst ein ambitioniertes Ziel angekündigt hat – nämlich, die Schweiz solle bis 2050 CO2-neutral sein.

Die kurzfristigeren Ziele aber – minus 50 Prozent im Vergleich zu 1990 bis 2030 und Minus 20 bis 2020 – sind im internationalen Vergleich wenig ambitiös. Kommt dazu, dass die Schweiz das zeitlich naheliegendste Ziel, das für 2020, voraussichtlich verfehlt und dass für das darauffolgende Ziel noch völlig unklar ist, wie es erreicht werden soll.

Ein paar Ränge liegen mit CO2-Gesetz drin

Das entsprechende CO2-Gesetz befindet sich seit Jahren auf einem holprigen Weg zur Totalrevision. Sollte diese im Frühjahr im Nationalrat gelingen und dann in einer Volksabstimmung Bestand haben, könnte die Schweiz in künftigen Ratings immerhin ein paar Ränge gut machen.

Auf dem richtigen Weg zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens ist keines der 60 Länder, die verglichen wurden. Auffallend anders und deutlich vor der Schweiz platzieren sich aber zum Beispiel Dänemark und Indien im diesjährigen Index. Dänemark steigt von Rang 15 auf den fünften Platz auf. Indien rutscht erstmals unter die ersten 10, auf Platz 9.

Dänemark und Indien sind deutlich weiter

Die Gründe sind unterschiedlich: Dänemark hat vor kurzem im Gesetz verankert, die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 70 Prozent zu senken. Indien verfolgt zwar eine zweischneidige Klimapolitik, indem einerseits die Sonnenenergie besonders stark gefördert wird aber andererseits konkrete Massnahmen um aus der Kohle auszusteigen fehlen.

Wichtiger aber für das Rating: Die Treibhausgas-Emissionen pro Kopf liegen in Indien nach wie vor um ein Vielfaches tiefer als beispielsweise in der Schweiz. Dies obschon im Klimaländer-Rating nur die Inland-Emissionen gezählt werden.

Schweiz mit grossem Fussabdruck im Ausland

Würde der Treibhausgas-Ausstoss, den der Konsum eines Landes in andern Ländern verursacht, ebenfalls eingerechnet, würde die Rangliste wohl ziemlich anders aussehen. Die Schweiz würde noch deutlich schlechter abschneiden, denn Berechnungen zeigen, dass die Schweizer Bevölkerung im Ausland rund doppelt so viele Emissionen verursacht wie zu Hause.

Klaus Ammann

Klaus Ammann

Wirtschaftsredaktor, SRF

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Der Historiker und Russist ist seit 2004 als Redaktor bei Radio SRF tätig. Seit 2011 arbeitet Klaus Ammann für die Wirtschaftsredaktion. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf Energie- und Klimathemen.

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38 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Die Schweiz, hinterlässt seit vielen Jahren, einen beschämend zerstörerischen -da ua Natur ausbeutend, vergiftend - "Fussabdruck" in der Natur weltweit, da verantwortungslose Weltwirtschafts-Politik betrieben wurde/wird! Die damit verursachten, verheerenden menschlichen Folgen, Existenzverlust, Elened, Hunger, Flüchtlingsströme..., sind immens!
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    1. Antwort von W. Pip  (W. Pip)
      Sie haben es in der Hand: die Konzernverantwortungsinitiative steht vor der Abstimmung! Wetten, dass der Schweizer Stimmbürger sich in die Hose macht?
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  • Kommentar von Martin Koller  (MaKoll)
    Dieses Ranking ist doch absoluter Schwachsinn und nichts als Propaganda. Wer Indien schon mal bereist hat, wird mir Recht geben.
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  • Kommentar von Beat Leutwyler  (Beat Leutwyler)
    Ich habe heute gelesen, dass in Umspannwerken, also dort wo elektrische Energie als Strom in andere Voltstärken umgewandelt wird, ein Isoliergas mit dem Namen S6 zum Einsatz kommt. Es ist 23'500x schädlicher als CO2. --- Ich kann es nicht beurteilen, aber meine Frage bleibt, ob es wirklich CO2 ist, das unser wirklich grösster Feind ist? So möchte ich weniger das Ranking der Länder wissen, sondern das Ranking der zu diesem Thema gefährlichsten Stoffe und wer sie herstellt.
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