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Legende: Audio Flankierende Massnahmen sind nötig abspielen. Laufzeit 05:21 Minuten.
05:21 min, aus Rendez-vous vom 23.05.2019.
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Kontrollen von Lohnbedingungen Mehr Schweizer Firmen unterschreiten den Mindestlohn

Der Lohndruck in der Schweiz ist real: Etliche Betriebe, die im letzten Jahr kontrolliert wurden, bezahlten ihren Angestellten zu tiefe Löhne, wie der Bericht über die flankierenden Massnahmen des Staatssekretariates für Wirtschaft Seco zeigt.

Jede sechste Firma bezahlt zu wenig

Laut Bericht verstösst jeder sechste kontrollierte Betrieb gegen Mindestlöhne oder gegen ortsübliche Löhne. Botschafter Peter Gasser vom Staatsekretariat für Wirtschaft Seco sagt: «Natürlich sieht das auf den ersten Blick nach viel aus. In den letzten Jahren haben die Kantone und die paritätischen Kommissionen vermehrt risikobasiert kontrolliert.»

Das bedeute, dass sie dorthin kontrollieren gingen, wo sie Probleme vermuteten. «So gesehen ist es doch nicht so viel.» Die Zahlen zeigten aber deutlich, dass Kontrollen nötig seien, so Gasser. Die Zahl der Verstosse ist insgesamt etwa gleich gross wie im Jahr zuvor.

Ausländische Firmen haben sich gebessert

Interessanterweise nimmt die Zahl der Lohnunterbietungen bei ausländischen Firmen ab, während sie bei inländischen Firmen zunimmt. Zudem zeigt der Bericht zu den flankierenden Massnahmen, dass die Hälfte der Schweizer Firmen, die sich nicht an die ortsüblichen Löhne halten, diese anschliessend nicht anpassen.

Wo kein Gesamtarbeitsvertrag herrscht, können sie dafür nicht gebüsst werden, sagt Daniel Lampart Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. «Dort schreiben die Kantone heute Briefe, in denen sie die Unternehmen auffordern, die Bezahlung an die in der Schweiz üblichen Löhne anzupassen.» Rund die Hälfte der Schweizer Firmen foutierten sich jedoch um die Briefe.

Mehr Gesamtarbeitsverträge gefordert

Der Gewerkschaftsbund fordert Gesamtarbeitsverträge oder allgemeinverbindliche Mindestlöhne in weiteren Branchen, wie etwa dem Detailhandel und in der Kinderbetreuung. Das SECO verweist auf die Kantone.

Gesamtarbeitsverträge seien Sache der Sozialpartner, sagt Daniela Lützelschwab, Geschäftsleitungsmitglied des Arbeitgeberverbandes: «Wir geben keine Empfehlung ab, aber wir erachten es als wichtig, dass man grundsätzlich gute Rahmenbedingungen hat, so dass die Firmen auch Löhne bezahlen können, die über den Mindestlohn hinausgehen.»

Nur in einer Frage sind sich alle Beteiligten einig: Die flankierenden Massnahmen braucht es, um den Druck auf die Löhne zu bekämpfen.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
    ...und beim Vaterschaftsurlaub setzt der Bundesrat auf die Arbeitgeber. Da braucht man kein Satire-Programm mehr, die Aussagen des bürgerlich dominierten Bundesrates reichen völlig.
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  • Kommentar von Sebastian Köhler  (Tekk)
    "Wo kein Gesamtarbeitsvertrag herrscht, können sie dafür nicht gebüsst werden." Dann ist es aber falsch von einem "Mindestlohn" zu sprechen, rechtlich gibt es einen solchen in dem Fall garnicht. Also ist das mal wieder ein "gewolltes"Problem. Das iritiert mich jetzt total... Auf der anderen Seite wird über das Lohndumping ausländischer Firmen gejammert, dabei scheint das alles ja "legal" zu sein.
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  • Kommentar von Ernst Boller  (BOER)
    Wenn man gegen jene, die nicht einem GAV unterstellt sind, nichts machen kann, braucht es ganz einfach gesetzliche Mindestlöhne. Die sind dann mit Strafen, die weh tun durchzusetzen. Z.B. 100x die nicht ausbezahlten Differenzen und nachträgliche Vergütungen an die betrogenen Angestellten. Dazu braucht es einen wirksamen Klägerschutz, damit die Mitarbeiter unbehelligt direkt klagen können.
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