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Krankenkassen-Wechsel Grosses Sparpotenzial für Junge

Legende: Audio Krankenkasse-Wechsel: Grosses Sparpotenzial für Junge abspielen. Laufzeit 03:46 Minuten.
03:46 min, aus Espresso vom 06.11.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Junge Erwachsene zwischen 19 und 25 Jahren können im kommenden Jahr viel Geld sparen mit der Wahl der richtigen Krankenkasse. Dank einer Änderung beim sogenannten Risikoausgleich profitieren sie von günstigeren Prämien.
  • Das Magazin «K-Tipp» hat 36 Prämienregionen miteinander verglichen und kommt zum Schluss: «Wer nicht aufpasst, zahlt unter Umständen das Doppelte.»
  • Von der günstigsten zur teuersten Kasse beträgt das Sparpotenzial zum Teil weit mehr als 100 Franken pro Monat.

Das Parlament hat im Frühjahr 2017 entschieden, dass junge Erwachsene bei den Krankenkassenprämien zu entlasten sind. Diese Entlastung kommt nun ab 2019 zum Tragen und das Sparpotenzial ist riesig: So kann beispielsweise ein junger Erwachsener in der Stadt Bern pro Monat rund 140 Franken sparen, wenn er statt der teuersten Krankenkasse (KPT) die günstigste Kasse (Sanitas) wählt. Das zeigt eine Auswertung des Magazins «K-Tipp».

Kassen entlastet zu Gunsten der Jungen

Hintergrund ist eine Änderung beim sogenannten Risikoausgleich: Dank diesem erhalten Kassen mit besonders vielen «schlechten Risiken», also mit kranken, vorwiegend älteren Versicherten, Geld. Dieses Geld stammt von jenen Kassen mit besonders vielen «guten Risiken». Dieses System soll verhindern, dass Kassen nur auf «gute Risiken» setzen.

Nun sind diese Zahlungen ab 2019 tiefer und das eingesparte Geld sollen die Krankenkassen in Form von günstigeren Prämien an die jungen Erwachsenen von 19 bis 25 Jahren weitergeben.

KPT und Groupe-Mutuel-Kassen am teuersten

Gemäss der Auswertung des «K-Tipp» verbilligte die Sanitas die Prämien für Junge um bis zu 48 Prozent. Damit sei sie die grosszügigste Kasse. Insofern erstaunt es nicht, dass Sanitas in der Auswertung in den meisten Prämienregionen als günstigste Kasse abschneidet (bei einer Franchise von 2500 Franken ohne Unfalldeckung).

Am schlechtesten schneiden diverse Tochtergesellschaften der Groupe Mutuel ab, etwa Easy Sana. Ebenfalls häufig als teuerste Kasse ausgewiesen wird KPT. Die gesamte Auswertung des «K-Tipp» gibt es hier:

Der Vergleich

Wechsel bis zum 30. November möglich

Es lohnt sich also für junge Erwachsene besonders, die Prämien für nächstes Jahr zu vergleichen. Ein Wechsel der Grundversicherung ist noch bis Ende November möglich. Die Kündigung muss also bis zum 30. November bei der Krankenkasse eintreffen.

Aufpassen sollten Familien, wo Eltern und Kinder alle bei der gleichen Kasse versichert sind: Es ist möglich, dass beispielsweise durch den Wechsel der studierenden Tochter in eine andere Kasse bis anhin gewährte Familienrabatte wegfallen. Manche Kassen gewähren auch Rabatte auf Zusatzversicherungen, sofern auch die Grundversicherung bei ihnen abgeschlossen wird. Solche Rabatte können durch einen Wechsel ebenfalls wegfallen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Joos (Joop50)
    Eigentlich ein Armutszeugnis, dass mit diesem Beitrag junge Leute zwischen 19 und 25 Jahren direkt zum Kassenwechsel aufgefordert werden, und dies mit der Aussicht, gerade mal ein Jahr lang weniger Prämien zahlen zu müssen. Ich gehe mit A. Schneider einig, dass diese Wechsel alles andere als nachhaltig sind, weder für die Kassen noch für deren Mitglieder. Dass es in unserem Krankensystem Unterschiede gibt, haben wir an der Urne mehrfach bekräftigt. Die Einheitskasse ist aber momentan kein Thema.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    Nach 6 Jahren werde ich dieses Jahr die Grundversicherung wechseln, Ersparnis , sagenhafte 1200 Franken. einziger kleiner Wermutstropfen, ich muss von meinem Hausarzt zu einer Gruppenpraxis wechseln, doch das ist mir der Wechsel wert.
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  • Kommentar von Alex Schneider (Alex Schneider)
    Kassenwechsel in der Grundversicherung: Ineffizient und teuer! Seit drei Jahren wechsle ich jedes Jahr meine Krankenkasse in der Grundversicherung. Jedesmal habe ich ein paar hundert Franken gespart. Die Wechsel-Administration und die Vermittlerprovisionen kosten die Krankenversicherer rund CHF 500 pro Wechsel. Da behaupten immer noch einige Uneinsichtige, unser Krankenkassenwesen sei effizient organisiert.
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    1. Antwort von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
      @Schneider, als Befürworter der Einheitskasse, müssen wir uns schon etwas Ehrlicher machen. Die Einheitskasse kann nur funktionieren wenn wir uns alle unseres Verhalten hinterfragen und Verändern, sonst werden wir andere teilweise noch größere Probleme haben. Ich befürchte leider das die meisten dann das System als all you can Arzt ansehen. Frage ist, gehen wir damit Verantwortlich um wie die Skandinavier oder sind wir Kunden ohne Selbstverantwortung wie in Deutschland, Italien oder Spanien?
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