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Woher diese Wut? St. Galler Jungpolitiker analysieren die Krawallnacht
Aus Echo der Zeit vom 03.04.2021.
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Krawalle in St. Gallen SRF-User: «Die Jugend jammert auf hohem Niveau»

Am vergangenen Freitagabend kam es in St. Gallen erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei. Gemäss Augenzeugen waren rund 1000 Personen vor Ort. Bereits einige Tage zuvor kam es nach Auflösung einer illegalen Party zu Ausschreitungen. Die Einordnung der Jugend-Wut durch zwei Jungpolitiker aus St. Gallen hat in der SRF-Community zu angeregten Diskussionen rund um den Umgang von Jugendlichen mit der Pandemie geführt.

Eine verwöhnte Generation?

Die Jugend-Wut in St. Gallen stösst bei der SRF-Community auf viel Unverständnis und Verurteilung ihrer Motive. So ist es für Andreas Pfister unverständlich, dass Jugendliche solche Krawalle wegen fehlender Party-Möglichkeiten verursachten, während Zehntausende in der Schweiz an den Folgen der Pandemie leiden. Es fehle den Jugendlichen an klaren Forderungen, meint SRF-User Philipp Rittermann weiter und ergänzt, dass er von der Jugend wie vom Rest der Bevölkerung Solidarität in der Krise erwarte.

Die Jungen können das noch nachholen, die Alten wahrscheinlich nicht mehr. Es kommt nun eben die Generation, die nie lernen musste, was Verzicht heisst.
Autor: Susan GovierSRF-Userin

Für Daniel Trautmann ist das Verhalten der Jugendlichen «Jammern auf hohem Niveau.» Denn die Jugendlichen könnten ja shoppen gehen, sich treffen und in der Schweiz umherreisen, zudem gebe es keine Ausgangssperre. Auch SRF-Userin Manuela Fitzi findet kaum Mitleid für die «Luxussorgen einer nicht resilienten Jugend».

Leidet die Jugend besonders unter der Pandemie?

Die SRF-Community findet aber auch Verständnis für die Situation der Jugendlichen. Hugo Kuhn weist darauf hin, dass sich die Bedürfnisse der Jugendlichen vom Rest der Bevölkerung unterschieden, erinnert aber auch daran, dass für alle die gleichen Regeln gelten würden. Den Jugendlichen fehle es an Freiräumen, in welchen sie ihrer Energie freien Lauf lassen könnten, meint Daniela Rütti auf Facebook.

Natürlich ist uns das Risiko bewusst! Es geht uns nicht um's Party machen! Im jungen Alter ist man noch nicht emotional stabil, genug um mehrmonatige Einsamkeit durchzumachen.
Autor: Julian MeierSRF-User

Auch Francine Nue hat Verständnis für die Wut der Jugend und schreibt auf Facebook, dass vor allem Jugendliche besonders unter schweren depressiven Symptomen leiden würden. Dies sei für sie aufgrund der langen Dauer der Pandemie auch verständlich. SRF-User Henri Jendly kann den Druck auf die Jugend durch die aktuelle Situation nachvollziehen: «Klar kann man anführen, es sei Jammern auf hohem Niveau. Aber angepasst auf welches Niveau? Man kann nur auf dem Level jammern, auf dem man sich bewegt. Und das spricht demnach für die Jungen.»

Anstieg der psychischen Belastung bei Jugendlichen

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Gemäss einer Umfrage der Universität Basel, Link öffnet in einem neuen Fenster, durchgeführt während der zweiten Welle der Corona-Pandemie der Schweiz, leiden 29 Prozent der befragten Personen zwischen 14 und 24 Jahren an schweren depressiven Symptomen. Besonders stark betroffen sind junge Personen, die durch die Pandemie finanzielle Einbussen erfahren.

Die Resultate der Umfrage beziehen sich auf den Erhebungszeitraum vom 11. – 19. November 2020. In diesem Zeitraum haben 11’612 Personen aus der gesamten Schweiz an der anonymen Online-Umfrage der Swiss Corona Stress Study teilgenommen.

Während sich die Community bezüglich der Bedürfnisse und der Sonderstellung der Jugendlichen in der Pandemie uneinig ist, ist man sich bezüglich der Krawallnacht am vergangenen Freitag in St. Gallen nahezu durchgehend einig: Man könne für seine Anliegen einstehen und diese kundtun, Gewalt sei dabei aber der falsche Weg.

Wie erklären Sie sich die Jugend-Wut in St. Gallen? Was würde Jugendlichen helfen, um besser durch die Pandemie zu kommen? Sagen Sie es uns in den Kommentaren.

Echo der Zeit, 3.4.2021, 18 Uhr

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126 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fischer  (M.Fischer)
    Meine Maturreise fand in den 90er Jahren statt. Bei vier jüngeren Geschwistern nicht von den Eltern geschenkt, ich habe in den Ferien dafür gearbeitet.
    Inzwischen gehöre ich zu den "Alten", habe zwei gut geratene Teenies und ich schreibe nur, weil mir Angst macht, was ich z.T. hier lese und was wir unseren Kindern hinterlassen. Vielleicht sollte man einmal einen Artikel über "Die Wut der Alten" verfassen.
  • Kommentar von Jonas Lüscher  (Jaescho)
    Ich persönlich war schockiert, wieviele Menschen sich nicht in eine andere Haut versetzen können. Bei der Umfrage haben mehr als 5000 Personen geantwortet. „Nein, denn alle sind gleichermassen von den Einschränkungen betroffen.“ Nein, das stimmt nicht. Es ist logischerweise ein Unterschied, ob ich wegen den Einschränkungen arbeiten kann oder nicht. Es ist nicht die Lösung, jung gegen alt auszuspielen. Vielmehr sollte immer wieder das Gespräch gesucht werden. Miteinander nicht gegeneinander!
  • Kommentar von Bernhard Zwahlen  (B.Zwahlen)
    Für mich müsste der Titel folgendermassen lauten:
    "Wie schnell die eigene Jugendzeit vergessen geht"
    Oder:
    "Wenig Empathie fähigkeit bei Erwachsenen"
    Oder:
    "Schon gemerkt, jetzt gehören auch Sie zu der alteragruppe welche sich über die Jugend beklagt"
    Oder mein Favorit:
    "Die Jugend meistert die Pandemie sehr stark und gut, wie wäre dies wohl vor 30-50 jahren abgelaufen?"