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Schweiz Krebsbericht: Mehr Kranke – Sterberisiko geringer

Immer mehr Menschen in der Schweiz erkranken an Krebs. Gleichzeitig aber nimmt in jeder Altersgruppe das Risiko ab, an Krebs zu sterben. Das Risiko einer Erkrankung ist zumindest nicht grösser geworden. Der neueste Krebsbericht im Auftrag des Bundes basiert auf den Daten aus drei Jahrzehnten.

Legende: Video Erfahrungen mit Krebsregister abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.03.2016.

Die Frage, warum in der Schweiz immer mehr Menschen an Krebs erkranken, ist rasch beantwortet. Rolf Heusser, Direktor des nationalen Instituts für Krebs-Epidemiologie und –registrierung (NICER), sagt es so: «Je älter man ist, umso höher ist das Krebsrisiko. Deshalb führt die demographische Entwicklung zu einer weiteren Zunahme der Erkrankungsfälle. Das ist ein Trend, den wir auch für die kommenden Jahre erwarten.»

Krebs ist nach den Herz-Kreislauferkrankungen noch immer die zweithäufigste Todesursache in der Schweiz. Zu diesem Schluss kommt der neueste Krebsbericht der Schweiz, der im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) die Daten aus den Jahren 1983 bis 2012 analysiert.

Mehr Frauen rauchen

Pro Jahr sterben rund 16'000 Personen an einer Form von Krebs. Bei Männern ist die häufigste Krebstodesursache der Lungenkrebs, gefolgt von Prostata- und Dickdarmkrebs. Frauen sterben am häufigsten an Brustkrebs, es folgen Lungen- und Dickdarmkrebs.

Moderne Therapien tragen viel zur längeren Lebenserwartung trotz Krebs bei.
Legende: Moderne Therapien tragen viel zur längeren Lebenserwartung trotz Krebs bei. Keystone/Archiv

Der Lungenkrebs hat bei den Frauen zugenommen, während er bei den Männern rückläufig ist. Heusser führt dies auf die Tatsache zurück, dass seit den 1970-er Jahren immer mehr Frauen rauchen. Viele Männer hätten hingegen schon damals damit aufgehört.

Mehr chronische Erkrankungen

Aus Sicht der Gesellschaft kann also festgestellt werden: Mehr Menschen haben Krebs und es gibt mehr Todesfälle wegen Krebs. Aus Sicht des Einzelnen jedoch ist das Risiko, an Krebs zu erkranken, nicht grösser geworden.

Krebs wird auch nicht zwingend zum Todesurteil, sondern möglicherweise zur chronischen Krankheit: Durch frühzeitige und bessere Diagnosen und dank besserer Krebsmedikamente leben viele Menschen länger mit der Krankheit als früher. Im internationalen Vergleich ist die Sterberate in der Schweiz am niedrigsten.

Bedeutende Wirkung auf Gesundheitskosten

Dies kostet aber auch. Überalterung und teure Medikamente hätten ihren Preis, stellt der BAG-Direktor Pascal Strupler fest: «Diese beiden Faktoren werden es mit sich bringen, dass in diesem Bereich eine stärkere Belastung der Krankenversicherung auf uns zukommen wird.» Gelinge es nicht, die Preise von neuen Therapien zu senken, dürfte dies auch höhere Krankenkassenprämien bedeuten.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Ochsner (Hans Ochsner)
    Es ist wohl kaum die Demografie welche die Statistik antreibt. Sondern Monsanto, Syngenta und Konsorten welche uns systematisch vergiften. Die Folge ist immer mehr Langzeitkranke und ausufernde Gesundheitskosten. Worüber sich die Pharma- und Gesundheitsindustrie ausgesprochen freut! Die Anbieter des Gesundheitswesens, Lobbyisten und Politiker kassieren dafür diesen Kreislauf am Laufen zu halten. Sie sorgen dafür dass die fatalen Konsequenzen totgeschwiegen werden. Mit bestem Erfolg!
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    1. Antwort von D. Thrum (Thrum)
      Während die ganzen toxischen Stoffe durchaus problematisch sind, so ist es vor allem auch unsere westliche Ernährung insgesamt, die uns umbringt. Der hohe Konsum an tierischen Produkten und die geringe Menge an Früchten und Gemüse hat einen immensen Einfluss auf viele der top Krebserkrankungen (zbsp Prostata, Darm und Brustkrebs) und natürlich auf viele weitere unserer Wohlstandskrankheiten (Diabetes 2/Übergewicht, Herzinfarkt, Arthritis, Demenz, Alzheimer etc.)
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  • Kommentar von Karl Suter (glaubenstreu)
    Je mehr Frauen die Mammographie machen lassen, desto mehr Brustkrebskranke Frauen gibt es und infolgedessen sterben auch mehr Frauen an Brustkrebs. Nach einer veröffentlichten Studie über en Erfolg der Mammographie, kam die bittere Ernüchterung: 25 % der Frauen erhielten die falsche Diagnose - Brustkrebs und gerieten so in die Behandlung, mit all ihren Nebenwirkungen. Warum schreibe ich das? Die Mammographie ist bei vielen Frauen der Anfang ihrer Qual, die Brustkrebs-Behandlungen durchzustehen.
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    1. Antwort von James Klausner (Harder11)
      Ja genau! Und je mehr Sonnencrème desto mehr Sonnenbrand, je Bircher desto Müesli. Ich bitte Sie Herr Suter, zum 1. April ist es noch einige Tage hin...
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    2. Antwort von Karl Suter (glaubenstreu)
      James Klausner (Harder11), Interlaken: das ist nicht ein Aprilscherz, sondern bittere Wahrheit. Wie alte Studien vermuteten und neue beweisen können, besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Mammografie und Brustkrebs. Dass ausgerechnet die Brustkrebs-Vorsorge diesen auslösen kann, ist besonders erschreckend, weil die meisten Schulmediziner dies verneinen. Im Gegenteil: Noch immer gilt die Röntgenuntersuchung der Brustdrüsen als Methode, Brustkrebs zu entdecken die sie selbst verursacht.
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