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Trübe Jobaussichten für angehende Piloten
Aus 10 vor 10 vom 26.07.2021.
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Krise in der Luftfahrtbranche Trübe Aussichten für angehende Piloten

Seit Ausbruch der Pandemie ist der Beruf Pilot fast schon zum Albtraum geworden: Bitter für diejenigen, die bereits in der Ausbildung stecken – sie haben kaum eine Aussicht auf eine Anstellung.

«Cleared for take off!» – Startfreigabe: Pilotenanwärter Julian Günther drückt die Schubhebel im Cockpit der zweimotorigen Propellermaschine nach vorne. Wenige Sekunden später hebt das Flugzeug von der Piste des Flughafens Grenchen (SO) ab.

Günther startet mit Fluglehrer Nik Studer zu einem Schulungsflug. «Jedes Mal, wenn ich abhebe, kribbelt es in meinem Bauch, ein grossartiges Gefühl», schwärmt er.

Der 29-jährige Aargauer ist einer von rund 100 angehenden Piloten und Pilotinnen, die aktuell im Lufthansa Aviation Training (LAT) in der Ausbildung stehen. Sie alle wollen künftig in einem Cockpit der Fluggesellschaft Swiss oder Edelweiss sitzen. Doch diese Plätze gibt es derzeit nicht. Allein Swiss hat derzeit einen Überbestand von 120 Piloten und Pilotinnen.

Plan B gefragt

In Deutschland wurden darum alle laufenden Ausbildungslehrgänge abgebrochen. In der Schweiz – dank Unterstützungsgelder des Bundes – werden die zweijährigen Lehrgänge, welche noch vor der Pandemie begonnen haben, weitergeführt. Für Julian Günther und seine Kollegen und Kolleginnen einerseits positiv, aber auch belastend, weil sie kaum Aussicht auf eine Anstellung nach der Ausbildung haben.

Pilotenanwärter Günther lässt sich davon nicht unterkriegen. «Es wird weitergehen. In einigen Jahren wird wieder Normalbetrieb in der Luftfahrt herrschen», ist er überzeugt. Nichtsdestotrotz hat er sich einen Übergangsjob gesucht – und gefunden. In einem Teilzeitpensum repariert er als Mechaniker Elektro-Scooter. Dies will er so lange tun, bis er auf einem Pilotensitz Platz nehmen kann.

Grösste Krise der Luftfahrt

Fluglehrer Nik Studer ist selbst Langstreckenpilot bei der Swiss und kennt das Auf und Ab in der Luftfahrtbranche. «Bei anderen Krisen war es so, dass man vielleicht einen Job bei einer anderen Fluggesellschaft oder in einem anderen Land fand. Dieses Mal ist es anders. Die Krise ist global und betrifft die ganze Reisebranche.»

Die Luftfahrt erlebt die grösste Krise ihrer Geschichte, einen Umbruch. Dennoch habe die klassische Pilotenausbildung eine Zukunft. Davon ist David Birrer, Geschäftsführer von Lufthansa Aviation Training Switzerland, überzeugt: «Mittelfristig gehen wir von einer weltweiten Erholung der Airlines aus.»

Zudem eröffneten sich neue Segmente. In den nächsten Jahren würden etwa die elektrischen Lufttaxis in den Markt eintreten. Und auch im Bereich der Frachtdrohnen brauche es Piloten und Pilotinnen, sagt Birrer: «Ich bin überzeugt, dass die Fähigkeiten, die ein Pilot heute lernt, auch in Zukunft gefragt sein werden.»

Ich schaue positiv in die Zukunft. Ich glaube fest daran, dass es nach der Ausbildung in naher Zukunft mit einem Sitz in einem Cockpit klappt.
Autor: Julian Günther Angehender Pilot

«Cleared for landing!» – Landeerlaubnis. Günther setzt mit der Propellermaschine im wolkenverhangenen Grenchen auf der Piste auf und rollt zum Standplatz. Trotz der derzeit bewölkten Berufsaussichten – der Pilotenschüler bleibt optimistisch: «Ich schaue positiv in die Zukunft. Ich glaube fest daran, dass es nach der Ausbildung in naher Zukunft mit einem Sitz in einem Cockpit klappt.»

10vor10, 26.06.2021, 21:50 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Claudia Beutler  (Claudia)
    Wenn der Pilot ein Arbeiter ist, dann ist es auch der Uni Professor, der Arzt und der Lehrer.
  • Kommentar von Claudia Beutler  (Claudia)
    Tut mir nicht leid, denn fliegen ist eine der umweltschädlichsten Arten zu Reisen. Man sollte nicht mehr fliegen als unbedingt nötig.
    Die Piloten können sich zu Lokführern umschulen lassen, die werden in den nächsten Jahren gebraucht.
    1. Antwort von Christopher Gärtner  (Christopher Gärtner)
      Aber mit 5% Beteiligung am Gesamtausstoss nicht der Rede wert, aber machen wir ruhig so weiter, dass die Konzerne weitermachen dürfen und wir als Arbeiter bluten sollen
    2. Antwort von Claudia Beutler  (Claudia)
      Herr Gärtner
      1.Würde ich Piloten nicht gerade als Arbeiter bezeichnen
      2. Wenn mehr in ÖV investiert wird, werden auch mehr Arbeitplätze entstehen. Wer weiss vielleicht sind Bahnhöfe dann die neuen Flughäfen. Man könnte z. B. Zwischen reinen Fernbahnhöfen für die Ultraschnellzüge und den "Normalen" Inlandsbahnhöfen.
      Da braucht es dann viele, die jetzt am Flughafen arbeiten auch wieder.
    3. Antwort von Christopher Gärtner  (Christopher Gärtner)
      1) Piloten arbeiten genauso wie Sie und ich.
      2) von welchem Fernbahnhof soll ich von Zürich nach Rio und New York kommen? Das gibt ja lustige Bahnstrecken…
    4. Antwort von Claudia Beutler  (Claudia)
      Ist die Frage warum Sie nach Rio oder New York wollen. Ich ja geschrieben, die Flüge sollten reduziert werden, nicht es wird nicht mehr geflogen. Dass das unrealistisch ist weiss ich auch.
      Vielleicht sind die Ideen noch nicht ausgereift, aber es sind wenigstens Vorschläge über die man nachdenken kann.
      Wir brauchen kreative Ideen und kein weiter so und bloss nichts ändern.
      Ist es wirklich wichtig, dass jeder jeder Zeit überall hin kann?
  • Kommentar von Franz Heeb  (fheeb)
    Das ist die Problematik mit dem eigenen „Traumberuf“. Die Ausbildung ist das eine, danach auch einen Job finden das andere.
    Mag mich an eine Situation vor Jahren erinnern. Ausbildung zum Bibliothekar/ zur Bibliothekarin.
    In Ausbildung 10, Bedarf 1.