- Das Genfer Büro des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen plant den Abbau von 300 Stellen in Genf.
- Zur Umstrukturierung kommt es wegen der Kürzung der Gelder durch die USA und andere Länder.
- Nur etwa 100 Stellen bleiben in der Calvinstadt erhalten.
- Auch bei der WHO werden Stellen verlagert.
Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) hat seinen Hauptsitz in New York, aber in Genf befindet sich das europäische Büro. Aus Kostengründen muss die UNO-Organisation Stellen aus diesen beiden Städten verlegen.
Künftig werde Unicef die Präsenz auf das Büro für Nothilfeprogramme (EMOPS) konzentrieren, sagte ein Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Die Schweiz werde Unicef weiterhin beim Übergang begleiten, um zu gewährleisten, dass Genf ein unumgängliches Zentrum im Dienste der humanitären Aktion bleibe, so der EDA-Sprecher weiter.
Laut einer mit dem Dossier vertrauten Quelle wurden dem Personal die Umstrukturierungen am Dienstag bestätigt. Es sei seit einiger Zeit über das Thema diskutiert worden, vor allem darüber, ob die Stellen nach Rom oder Spanien verlagert würden, hiess es.
Abbau auch bei der WHO in Genf
Weiter bestätigt WHO-Chef Tedros Ghebreyesus gegenüber RTS erstmals konkrete Zahlen zur geplanten Verlagerung von WHO-Personal: Zwischen Januar 2026 und Januar 2027 sollen weniger als 100 Mitarbeitende Genf verlassen. «Das ist nicht signifikant», betont Ghebreyesus. Die Präsenz in Genf bleibe bestehen, da die Stadt für ihn «die Hauptstadt der globalen Gesundheit» sei.
Er unterstreicht, dass die WHO nicht aus finanziellen Gründen handelt, sondern Prinzipien folgt. Zudem habe die Organisation ihre Aktivitäten in der Schweiz ausgebaut: Seit seinem Amtsantritt wurde die WHO-Stiftung in Genf gegründet und ein Biohub in Spiez eingerichtet. Diese Initiativen stärken laut Ghebreyesus die Rolle der Schweiz als globales Gesundheitszentrum.