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Partnervermittler Parship verärgert zahlende Mitglieder
Aus Espresso vom 11.11.2020.
abspielen. Laufzeit 04:49 Minuten.
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Kundenärger mit Parship Partnervermittler Parship verärgert zahlende Mitglieder

Die Plattform Parship ändert die Spielregeln bei Fotos und Namen. Wer nicht einwilligt, fliegt raus.

Statt Glück zu zweit gibt es für zahlende Parship-Mitglieder Ärger. Die Premium-Mitglieder, wie diese Abonnenten heissen, sollen einer Vertragsänderung zustimmen.

Die Änderungen im Detail:

Bisher

  • Foto erscheint für andere Premium-Mitglieder zunächst verschwommen. Es muss manuell freigegeben werden.
  • Vorname bleibt verborgen. Das Mitglied entscheidet über die Bekanntgabe des Vornamens.

Neu

  • Foto und Vorname sind für alle Premium-Mitglieder sichtbar. Eine manuelle Freigabe-Option gibt es nicht mehr.

Per Mail wurden die Mitglieder über die Änderung informiert und um eine Zustimmung gebeten. Mehrere Premium-Mitglieder haben sich deshalb beim Konsumentenmagazin «Espresso» gemeldet. So auch ein Hörer, der seit rund einem halben Jahr bei Parship ist: «Von dieser Anpassung halte ich überhaupt nichts», ärgert er sich. Schliesslich sei die Vertraulichkeit ein zentraler Punkt des Vertrags.

Ohne Einwilligung keine Fotos mehr

Sobald Vorname und Bild öffentlich seien, könne man identifiziert werden. Der Hörer findet deshalb: «Das ist gefährlich!» Jedem Missbrauch sei Tür und Tor geöffnet. Das findet auch eine weitere Hörerin, ebenfalls Premium-Mitglied bei Parship. Auch sie möchte die Vertragsänderung nicht akzeptieren.

Die Vertraulichkeit ist ein zentraler Punkt des Vertrags.
Autor: Verärgerter «Espresso»-Hörer

Als Alternative bietet Parship beiden Kunden an, das Foto weiterhin verschwommen anzuzeigen und den Vornamen zu verbergen. Parship schreibt dazu, die individuelle Fotofreigabe werde entfernt. Das bedeutet: Wer der Vertragsänderung nicht zustimmt, sieht künftig trotz teurer Abo-Gebühren keine Fotos mehr.

Konfrontiert mit dem Vorwurf schreibt Parship lediglich: «Bereits erteilte Fotofreigaben bleiben aber bestehen.» Die Vertragsänderung entspreche dem Bedürfnis der Mitglieder: «Viele von ihnen haben sich gewünscht, als Premium-Mitglied die Profilfotos potenzieller Partner sofort kenntlich sehen zu können.»

Wer nicht kuscht, fliegt raus

Die «Espresso»-Hörerin hat sich dagegen mehrfach gewehrt. Parship hat nach einigen Mails kurzen Prozess gemacht und die Kundin einfach rausgeworfen. Ohne ihre Einwilligung wurde der Vertrag gekündigt. Zwar hat sie den Abo-Betrag anteilsmässig rückerstattet bekommen, die Enttäuschung aber ist gross. Und sie ärgert sich über den Kundendienst: «Ich wurde nicht ernst genommen.» Das Vorgehen ist legal, jedoch nicht kundenfreundlich.

Viele Premium-Mitglieder haben sich gewünscht die Profilfotos potenzieller Partner sofort kenntlich sehen zu können.
Autor: Parship

Wann die Änderung vollzogen wird, ist noch offen. Ebenso will Parship andere Lösungen suchen für Mitglieder, die mit der Anpassung unzufrieden sind.

Klar ist aus rechtlicher Sicht: Kunden müssen aus dem Vertrag aussteigen können und erhalten anteilsmässig ihr Geld zurück, wenn sie mit einer so grundlegenden Änderung der Vertragsbedingungen nicht einverstanden sind.

Espresso, 11.11.2020, 08.13 Uhr

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13 Kommentare

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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Die Schweiz braucht eine neue Vertrauensapp im Schweizer Geist für Schweizer. Bestehende Plattformen wollen verdienen. Die Schweiz braucht Bürger die harmonieren. Das sollte dem Bund, Krankenkassen, Sozialämtern etc. eine eigene Plattform wert sein.
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    1. Antwort von Werner Gürr  (FrMu)
      Herr Baron, das ist eine brillante Idee. Warum sollte nicht der Staat bei der Partnervermittlung mitmischen? Man könnte abendelang über die effizienten Methoden reden, die einer staatl. Partnervermittlung offen stünden. Da wäre die Erfolgsquote hoch. Jeder Rekrut tritt der Vermittlung bei. Ebenso jede Besitzerin eines Halbtax oder G Abbo. Auch alle AHV BezügerInnen. Es gibt regelmässige, vom Staat organisierte Treffen z.B nach der Stimmabgabe. Die Möglichkeiten sind fast endlos!
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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Anstatt dass VermittlungsInstitute diese vertraulichen Angelegenheiten entsprechend sensibel behandeln, nutzen sie genau diese Unsicherheitszone aus, um gerade damit Kasse zu machen.
    Wer will denn schon für Privatsphäre kämpfen, wenn genau dieses Kämpfen zum Verlust derselben führt?
    Man muss Paarship und Co. zuerst einmal als (teuflisches) Geschäftsmodell verstehen, und erst danach entscheiden, ob man da wirklich auch noch - mit ähnlich Verzweifelten - mitmachen will.
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  • Kommentar von Emil Brand  ((Inkognito))
    Es gibt eine Firma, die aus lauteren Gedanken, die Abwanderung von Kunden feiert. Wenn Kunden aber aus einem anderen Motiv den Stecker ziehen, dann bekommt der Slogan eine ziemlich ironische Note....
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