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Kundgebung in Bern Gegen die Zentralisierung der Medien in Zürich

Rund 1000 Menschen haben vor dem Bundeshaus für einen starken Medien-Standort Bern demonstriert.

Legende: Video Protest gegen Umzug abspielen. Laufzeit 00:17 Minuten.
Aus 10vor10 vom 30.08.2018.
  • Auf dem Bundesplatz fand eine Kundgebung gegen die Verlegung des Radiostudios von Bern nach Zürich statt.
  • Die Zentralisierung der Medien in Zürich müsse gestoppt werden, forderten die Demonstranten.

Unter den Teilnehmern der Protestaktion fanden sich viele Medienschaffende und Politiker von links bis rechts. Besonders heftig kritisiert wurden Pläne der SRG, das Radiostudio Bern nach Zürich zu verlegen. Der definitive Entscheid soll in Kürze fallen.

«Die Pläne der SRG führen in die Sackgasse», sagte der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried (Grüne Freie Liste). Eine Verlegung des Radiostudios brächte nur Verlierer, «und die grösste Verliererin wäre die SRG selber». Bern sei der Mittelpunkt der Schweiz, von hier habe man eine ganzheitliche Sicht aufs Land.

Ein Leutschenbacher Einheitsbrei wäre Gift für die freie Meinungsbildung.
Autor: Beat VonlanthenStänderat CVP/FR

«Trägt die idée suisse nicht zu Grabe!», mahnte der Freiburger Ständerat Beat Vonlanthen (CVP). «Ein Leutschenbacher Einheitsbrei wäre Gift für die freie Meinungsbildung.» Der Berner Regierungspräsident Christoph Neuhaus (SVP) äusserte Verständnis für die wirtschaftlichen Zwänge der SRG. Das Radiostudio müsse aber in Bern bleiben. Deshalb seien Stadt und Kanton Bern bestrebt, der SRG bei einer geeigneten Lösung zu helfen.

Zur Kundgebung aufgerufen hatten Medienschaffende der SRG, der Zeitungen «Bund» und «Berner Zeitung», der Agentur Keystone-SDA und des Lokalradios Rabe. Unterstützt wurden sie von Stadt und Kanton Bern, Gewerkschaften und vom Berufsverband Impressum.

«Medienvielfalt bedroht»

Die Gewerkschaft Syndicom sieht die Medienvielfalt durch Sparprogramme und einen massiven Stellenabbau bedroht, wie sie in einem Communiqué schreibt. So habe die Mediengruppe Tamedia die überregionale Berichterstattung in Zürich zentralisiert und zugleich die Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» ausgedünnt.

In der Romandie habe Tamedia dieses Jahr die Zeitung «Le Matin» eingestellt und 40 Medienschaffende entlassen, rief Syndicom in Erinnerung. Bereits im Frühjahr hätten die Medienunternehmen die grösste Massenentlassung der Schweiz bei der Nachrichtenagentur SDA vollzogen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Tim Buesser (TimBue)
    Ein wirkliches Problem für CH-Bevölkerung, das ihr tägliches Leben und Schaffen berührt, oder doch vielmehr ein von Medien Hochstilisiertes, das nur "Biotop" der Medienleute betrifft, die sich selbst als privilegierte "Kaste" in Gesellschaft sieht und sich entsprechend aufführt. Sei jedem selber überlassen zu entscheiden, was es von beiden ist.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Die einzelnen Medienhäuser sollten unter ihrem Firmen bzw. Konzern-Namen und nicht unter einem alten Marketing-Logo auftreten dürfen. Da würde mal gut sichtbar, wer was und wo dazu gehört. (zB. statt TagenAnzeiger - neu Tamedia-Anzeiger, Tamedia-NZZ, Tamedia-Tagblatt usw.)
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  • Kommentar von Aldo brändli (aldo)
    Ob die Medien in Bern oder in Zürich sind spielt keine Rolle. Wir haben ein „Staatsfernsehen“ und die Zeitungen berichten anderntags in gleichem Stil. Billag abschaffen haben wir verpasst.
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    1. Antwort von Dave Gruen (Echt jetzt?)
      Staatsfernsehen würde bedeuten dass die Politik vorgibt was gesendet werden darf und was nicht. So wie in Russland oder der Türkei. Glauben Sie das wirklich über das Schweizer Fernsehen sagen zu können?
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