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Hansjörg Wyss: Spender mit Bedingungen
Aus Schweiz aktuell vom 12.07.2019.
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Kunstmuseum Bern Macht Mäzen Wyss Politik mit seinen Spenden?

20 Millionen, aber nicht bedingungslos: Milliardär Hansjörg Wyss stellt Forderungen für seine Spende an einen Neubau des Kunstmuseums Bern. Der Aussenraum müsse aufgewertet werden, bestätigt er bei SRF News. Per Mail schreibt er von seinem Wohnsitz in den USA aus: «Falls ein neues Museum entsteht, ist eine autofreie Hodlerstrasse absolut notwendig, um den neuen Zugang zum Museum grosszügig gestalten zu können.»

Für das Kunstmuseum selbst wäre eine Fussgängerzone vor dem Haus willkommen. Thomas Soraperra, kaufmännischer Direktor vom Kunstmuseum und Zentrum Paul Klee, sagt: «Natürlich ist ein attraktiver Eingangsbereich für ein Kunstmuseum sehr wichtig und ausschlaggebend. Das ist auch der Wunsch der Besucherinnen und Besucher und die Ergebnisse unserer Befragung.»

Einfach so Forderungen zu stellen, die den öffentlichen Raum betreffen, das geht nicht.
Autor: Ursula MartiSP-Grossrätin

Doch es gibt auch Kritik an der Forderung von Milliardär Wyss. SP-Grossrätin Ursula Marti würde auch weniger Verkehr auf der Hodlerstrasse begrüssen. Doch dass ein Kunstmäzen das fordert, dürfe die Stadt nicht akzeptieren: «Ich finde, ein Mäzen darf Forderungen stellen, was zum Beispiel die Ausstellungen oder das Museum betrifft, das, was er ja auch mitbezahlt. Aber einfach so Forderungen zu stellen, die den öffentlichen Raum betreffen, das geht nicht.»

Spenden und Forderungen

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Diskussionen um Spenden des Milliardärs Hansjörg Wyss Berner Einrichtungen gibt es seit Langem. Zwei Beispiele:

  • Bereits vor gut 10 Jahren lag ein Projekt für einen Anbau an das Kunstmuseum Bern auf dem Tisch. Doch Mäzen und Kunstmuseum konnten sich nicht auf ein Bauprojekt einigen. Wyss zog sein Geld zurück, der Ausbau scheiterte.
  • Der Universität Bern hat der Unternehmer 100 Millionen Franken für Forschungsprojekte rund um den Klimawandel in Aussicht gestellt – unter der Bedingung, dass auch Universität und Kanton gemeinsam 100 Millionen beisteuern. Die Politik spurte, das Kantonsparlament stimmte zu. Vereinzelt war Kritik zu hören.

Was also sagt die Stadt dazu, dass der potentielle Geldgeber seine Spende an Bedingungen knüpft, die ausserhalb des Museums liegen? Stadtpräsident Alec von Graffenried sieht es gelassen: «Mich hat das nicht stutzig gemacht». Die Idee sei organisch aus den Diskussionen hervorgegangen: «Er hat gesagt, er könne sich einen Museumsneubau vorstellen. Das haben wir uns auch vorstellen können. Dann hat er gesagt, man müsse doch noch am Vorland etwas machen. Das haben wir uns auch vorstellen können.» Stadt und Wyss ziehen also am gleichen Strick.

Wenn man ein grosses Geldgeschenk gibt, und dann Bedingungen stellt, die der ganzen Bevölkerung und der Stadt Nutzen bringen, ist das Politik oder Weitsicht?
Autor: Hansjörg WyssUnternehmer und Milliardär

Gefragt, ob er mit seinen Forderungen an die Stadt Politik mache, antwortet Wyss: «Das kann man auslegen wie man will» – und stellt rhetorisch fest: «Wenn man ein grosses Geldgeschenk gibt, und dann Bedingungen stellt, die der ganzen Bevölkerung und der Stadt Nutzen bringen, ist das Politik oder Weitsicht?»

Fakt ist aber auch: Die Umgestaltung der Hodlerstrasse mitsamt der Folgen für den Verkehr bezahlt nicht Wyss, sondern Stadt und Kanton Bern.

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