Zum Inhalt springen
Inhalt

Langjährige Kunden Ärger über erzwungenen Swisscom-Abowechsel

Legende: Audio Langjährige Swisscom-Kunden ärgert erzwungener Abo-Wechsel abspielen. Laufzeit 05:36 Minuten.
05:36 min, aus Espresso vom 08.10.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Swisscom nimmt sieben Natel-Abos aus dem Sortiment - unter anderem «basic liberty» und «liberty primo».
  • Die betroffenen Kunden wurden informiert, dass ihre alten Abos automatisch durch ein anderes Abo abgelöst werden.
  • Der Ärger der betroffenen Kunden ist gross. Denn die neuen Abos sind deutlich teurer.
  • Die Swisscom verteidigt sich: Für Leute, die ihr Handy wenig nutzen, werde es zwar tatsächlich teurer, so ein Sprecher. Eine Mehrzahl von Kunden bezahle aber mit neuen Abos weniger.

«Viel Freude mit Ihrem neuen Abo», wünscht die Swisscom den Kunden, die bisher eines der betroffenen Natel-Abos hatten (siehe Tabelle unten). Diesen erhielten in den ersten Oktober-Tagen einen Brief, dass diese Abos abgeschafft würden. Ihr bisheriges Abonnement würde automatisch auf ein neues umgestellt. Mehrere Empfänger dieses Briefes meldeten sich verärgert auf der Redaktion des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso».

«Swisscom hätte früher informieren müssen»

Der Grund für ihren Ärger: Die neuen Abos sind in der Grundgebühr viel teurer. So kostete ein «Natel basic liberty»-Abo 12 Franken im Monat. Für das Abo «inOne mobile light», welches das alte Abo in mehreren Fällen ersetzt, die «Espresso» vorliegen, bezahlt man jedoch monatlich 35 Franken. Beim Wechsel vom «liberty primo»-Abo zum «inOne mobile XS» steigt die Monatsgebühr von 29 auf 65 Franken. In Reaktionen gegenüber «Espresso» reden die Betroffenen von «Frechheit» oder «Unverschämtheit».

Das Vorgehen findet ein Hörer «hundslausig». Die Swisscom hätte früher über den anstehenden Wechsel informieren können. Nicht einmal die vertragliche Kündigungsfrist von 45 Tagen würde mit diesem Ruck-Zuck-Verfahren eingehalten. «Espresso» vorliegende Briefe datieren vom 27. September, erhalten haben ihn die meisten Kunden am 3. oder 4. Oktober. Der Wechsel erfolgt in diesen Fällen bereits auf den 8. November.

Bei den alten Natel-Abos musste man zusätzlich zur monatlichen Gebühr auch noch Gesprächskosten bezahlen. Bei den neuen Abos sind diese ganz oder teilweise inbegriffen, ebenso Internet-Daten. Für einige Betroffene mag dies unter dem Strich sogar günstiger sein. Dennoch überwiegt der Ärger. Denn viele dieser langjährigen Swisscom-Kunden haben bewusst ein günstiges «liberty»-Abo gewählt, weil sie ihr Mobiltelefon nur selten benutzen und damit gar nicht oder äusserst selten im Internet surfen.

Betroffene Abos:

Erwachsenen-Abos
Jugend-Abos
Data-Abos
Natel swiss liberty
Natel xtra start
Natel data flat
Natel basic liberty
Natel liberty primo
Natel budget min

Swisscom: Für eine Mehrzahl Kunden im Gesamten günstiger

Die Swisscom verteidigt sich: Für Leute, die ihr Handy wenig nutzen, werde es zwar tatsächlich teurer, sagt ein Sprecher gegenüber «Espresso». Eine Mehrzahl von Kundinnen und Kunden bezahle aber «mit Blick auf die Gesamtkosten» (Grundgebühr plus Kosten für Minuten, SMS und Daten) mit den neuen Abos weniger. Denn in den alten Abos habe man vergleichsweise hohe Tarife für die zusätzliche Nutzung bezahlen müssen, dies sei bei den neuen Abos nun inklusive.

Die Swisscom verstehe aber den Ärger jener Betroffener, die ihr Handy sehr wenig nutzten, so der Sprecher. Sie könnten sich melden und man suche mit ihnen dann nach günstigeren Alternativen.

Zum Thema Kündigungsfrist erklärt die Swisscom: Das sei keine Kündigung, sondern ein Abowechsel. Hier müsse die Swisscom die Kunden gemäss AGB einfach «rechtzeitig» informieren. Das sei hier der Fall. Die Wechsel erfolgen laut der Swisscom laufend. Man informiere Kunden mindestens 30 Tage vor dem geplanten Wechsel.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

59 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von max baumann (phönix)
    Swisscom macht so oder so was sie wollen. Das gleiche im Teleclub (Besitzer Swisscom) ! Swisscom TV Kunden bekommen vieles gratis für das Kabelkunden bezahlen müssen, aber vom SECO kein Kommentar !
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Andreas Kermann (Andreas Kermann)
    In einer Welt in der alle Angst haben dass das Klima kippen könnte ist ein "Zwangskonsummodell" wohl kaum der richtige Weg um als Konzern positiv wahr genommen zu werden und sollte noch mal überdacht werden!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von H. (männlich) Hostettler (Ich bin's)
    Im ganzen Artikel, ob Espresso oder hier beim lesen habe ich keine Begründung für das Aufheben des 12.- - Abos gefunden. Die ganze Rechnerei für die Rechnungsstellung geschieht automatisch, kein Mitarbeiter hat was zu rechnen. So bleibt nur der Verdacht auf Preiserhöhung. Übrigens habe ich mal von einem Ca 90.- -Abo auf prepaid gewechselt, Wartezeit= Kündigungsfrist. später beim Zurückwechseln auf ein Teureres Abo Wartezeit ca 12 Stunden. Teurer geht sofort, günstiger braucht viiiiiel Zeit.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen