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Kein Langlaufgenuss in Rothenthurm SZ
Aus Schweiz aktuell vom 15.01.2020.
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Langlaufloipen im Grünen Gähnende Leere statt Tausende Wintersportler

Die bekannten Schwyzer Langlaufgebiete waren in der aktuellen Wintersaison noch kaum in Betrieb. Die finanziellen Auswirkungen sind gravierend.

Weiss, soweit das Auge reicht – so zumindest kennt man die Schwyzer Langlaufgebiete im Winter. Nicht so in diesem. Wo sonst hunderte Sportbegeisterte auf ihren schmalen Latten über weisse Ebenen ziehen, ist kein Mensch. Denn die Loipen liegen im Grünen.

«Bei schönem Wetter wären hier am Wochenende zwei- bis dreitausend Personen auf der Loipe. Unter der Woche sind es zwischen fünfhundert und tausend», sagt Gabriel Fässler. Er ist Präsident des Langlaufclubs Studen, der alljährlich die Langlaufloipen in der Region Ybrig mit 27 Kilometern Länge bereitstellt.

Billetthäuschen auf der grünen Wiese
Legende: Billetthäuschen für Langläufer – im Grünen. SRF

Aber in diesem Winter waren die Loipen noch kein einziges Mal gespurt. Laut Gabriel Fässler mit einschneidenden Konsequenzen: «In der Wintersaison haben wir jeweils 30 Teilzeitangestellte. In der aktuellen Situation haben sie massive Einbussen zu gewärtigen. Auch das örtliche Sportgeschäft leidet, denn die Skis können weder vermietet noch gewachst werden.» In Zahlen ausgedrückt bedeute dies einen finanziellen Ausfall von bis zu 60 Prozent.

5 statt 100 Loipen-Betriebstage

Nicht viel besser zeigt sich die Situation in der Hochebene von Rothenthurm: Wo sonst bis zu tausend Personen dem Langlaufsport frönen, herrscht grosse Leere. Die Loipen konnten Mitte Dezember lediglich an fünf Tagen gespurt werden. Zum Vergleich: In den letzten zehn Jahren schwankte die Zahl der Betriebstage zwischen 47 und 105.

Für Loipenmitarbeiter Lukas Grab gab es in dieser Langlaufsaison entsprechend wenig zu tun: «Wenn der Winter wie dieses Jahr spät einsetzt, dann sind Saisonkarten kaum mehr gefragt. Dafür werden vermehrt Tageskarten gekauft.» Doch bei so spätem Winterbeginn wie heuer reiche selbst der Absatz von Tageskarten nicht mehr, um den finanziellen Ausfall zu kompensieren.

Die beiden Schwyzer Langlaufgebiete befinden sich auf rund 900 Meter über Meer. Der akute Schneemangel in diesen mittleren Lagen lässt sich laut SRF Meteo mit einem aussergewöhnlich milden Winter erklären. So ist in Einsiedeln etwa der drittwärmste Dezember seit Messbeginn vor 150 Jahren verzeichnet worden.

Karte mit den Langlaufgebieten Studen und Rothenthurm
Legende: Die beiden Langlaufgebiete in Studen und Rothenthurm. SRF

«Es gab Mitte Dezember eine lange Föhnphase mit überdurchschnittlichen Temperaturen und wenig Niederschlag. Im Januar nun haben wir stabiles Hochdruckwetter», erklärt Meteorologe Jürg Zogg.

Ein wenig Hoffnung gibt es allerdings: Gemäss Wettervorhersage soll das kommende Wochenende Schnee bescheren. Trotzdem bleiben die Loipenbetreiber im Kanton Schwyz skeptisch, ob diese paar Zentimeter Neuschnee für den lang ersehnten Langlaufspass auch wirklich reichen werden. Solange in den mittleren Lagen nicht genügend Schnee liegt, betreiben sie deshalb im Skigebiet Hoch-Ybrig auf 1400 Metern über Meer eine Ersatzloipe.

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Müller  (Nonaeol)
    Letzten Winter gab es Unmengen an Schnee (Z. B. auf der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands, Gipfel 2962 m. ü. M., hatte es Ende Mai 6 Meter Schnee!). Wurde das denn schon wieder vergessen? Waren an den Unmengen an Schnee auch der Mensch und sein von ihm verursachter Klimawandel schuld? Man kann nicht sagen, an dem einen ist der Mensch schuld, am anderen nicht. Nächstes Jahr gibt es vielleicht wieder einen durchschnittlichen Winter, ganz ohne Extreme. Auch menschengemacht?
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  • Kommentar von Konrad Schläpfer  (Koni)
    Kein Skifahren möglich? Ist doch gut für die Umwelt! Da können tausende Kilometer Fahrt in die Skigebiete eingespart werden.
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  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Es wurde von der Wissenschaft seit Jahrzehnten vorausgesagt und nun ist es, oh Wunder, eingetroffen. Interessant wieviele Menschen, auch in meinem engsten Umfeld, jegliche technische und wissenschaftliche Errungenschaften ohne wenn und aber akzeptieren, wenn es aber um den Klimawandel geht, sich als begriffsstutzig geben. Ist es selektive Wahrnehmung oder schlichtweg Bequemlichkeit? Australien ist ein gutes Beispiel dafür, sich nicht auf das Thema einlassen zu wollen. Es geht nicht um Skifahren!
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