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Lebensstandard im Alter Das Vertrauen in die Altersvorsorge schrumpft

  • Die seit über eineinhalb Jahren anhaltende Covid-19-Pandemie untergräbt das Vertrauen der Bevölkerung in die Altersvorsorge.
  • Gemäss einer Umfrage befürchtet mehr als ein Drittel einen geringeren Lebensstandard im Alter. Besonders Frauen, Selbstständige und ärmere Haushalte hegen diese Angst.
  • Als besonders fragil schätzen die Befragten die AHV als erste Säule der Altersvorsorge ein.
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Sorge um die Vorsorge
Aus Tagesschau vom 20.02.2017.
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Je länger die Pandemie andauert, desto deutlicher sind deren negative Folgen spürbar – auch in der Vorsorgelandschaft der Schweiz. Die Groupe Mutuel liess dazu eine Umfrage in Zusammenarbeit mit der Zeitung «Le Temps» durchführen. Rund 1200 Personen nahmen teil.

Die Frage, ob sie ihre Lebenshaltung im Alter einschränken müssen, bejahen 38 Prozent der Frauen und 34 Prozent der Männer. 38 Prozent der Haushalte mit einem geringeren Einkommen sehen ebenfalls schwarz. Dagegen teilen nur gerade ein Fünftel der Menschen mit hohem oder sehr hohem Einkommen diese Befürchtung. Mit einem allgemein sinkenden Lebensstandard für die folgenden Generationen rechnet gut die Hälfte der Befragten. Bei den Selbstständigen waren zwei Drittel der Meinung, sie seien im Alter nicht gut abgesichert. Darum befürworten über 70 Prozent von ihnen eine obligatorische zweite Säule für ihre Erwerbsgruppe.

Der Vertrauensverlust griff um sich, obwohl das Schweizer Vorsorgesystem mit den drei Säulen bis anhin glimpflich durch die Pandemie gekommen ist. In der zweiten Säule bewegen sich die Deckungsgrade der Pensionskassen auf einem Allzeithoch.

Rentenklau und Inflationsängste

Bei den Pensionskassen empfinden zwei Drittel der Befragten die Diskussion über die Senkung des Umwandlungssatzes als Rentenklau. In der Romandie ist diese Wahrnehmung ausgeprägter als in der Deutschschweiz. Zudem befürchten 62 Prozent eine ziemlich oder gar sehr hohe Inflation in den nächsten fünf bis zehn Jahren.

Wie also soll das Schweizer Vorsorgesystem verbessert und reformiert werden? Während die Senkung des Umwandlungssatzes und die Erhöhung des Rentenalters einen schweren Stand bei der Schweizer Bevölkerung haben, findet sich laut Umfrage zumindest eine knappe Mehrheit für einen einheitlichen Beitragssatz für alle Altersgruppen. Diese Massnahme allein wird jedoch angesichts der demografischen Entwicklung und der Probleme der Finanzierbarkeit des aktuellen Systems nicht ausreichen, um die Altersvorsorge nachhaltig zu reformieren.

Vorausschauendes Handeln

53 Prozent der bürgerlichen Wählerschaft sind der Ansicht, bei der Altersvorsorge sei jeder Einzelne für eine angemessene Lösung verantwortlich und erst dann der Staat und schliesslich die Arbeitgeber – ein Trend, der bereits im vergangenen Jahr zu beobachten war. Entsprechend zahlen bereits 64 Prozent in die dritte Säule oder eine andere Form des Alterssparens ein. Die Schweizer Bevölkerung scheint sich zunehmend Gedanken zur Altersvorsorge zu machen und vorausschauend zu handeln, sofern die finanziellen Mittel dazu vorhanden sind.

So sieht die Schweiz die Pensionierung

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Der Ruhestandsmonitor der AXA erfragt die Haltung der Schweizer Bevölkerung zur 2. Säule und zur Pensionierung.

Notwendige Reform

70 Prozent der über 1200 Befragten gaben an, dass eine Reform der Altersvorsorge notwendig sei. Unter den Massnahmen zur Sicherung des Rentenniveaus stellte sich die weitere Förderung des freiwilligen und steuerbegünstigten Sparen als beliebteste Variante heraus.

Monatliche Rente

Beim Bezug der Vorsorgeleistungen bevorzugen rund zwei Fünftel der Befragen eine Auszahlung des Vorsorgevermögens in Form einer monatlichen Rente. Knapp ein Drittel zieht eine Mischform aus Rente und Kapital vor und nur gerade 17 Prozent sprachen sich für einen reinen Kapitalbezug aus.

Wohneigentum im Alter

Die Befragten gaben ebenfalls Auskunft zum möglichen Einsatz ihres Kapitals, welches ihnen nach der Pensionierung zur Verfügung steht. Im Vordergrund stehe dabei das Reisen. Aber auch Wohneigentum werde im Alter häufig in Betracht gezogen: Der Traum von den eigenen vier Wänden oder dem Rustico im Tessin scheine mit Blick auf die Pensionierung ungebrochen.

SRF 4 News, 24.08.2021, 10 Uhr;

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Um im Rentenalter die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise sicherzustellen (Art 113 Abs. 2 a. BV) ist - zumindest für die Kleinverdienerinnen und -verdiener der Ausbau der AHV besser geeignet als die zusätzliche Alimentierung der 2. Säule, da er effizienter und unabhängig vom Zinssatz und den Finanzmarktturbulenzen ist. Durch die Beteiligung des Bundes an den AHV-Ausgaben können auch Finanzierungsprobleme der Renten flexibler gelöst werden.
  • Kommentar von Bernhard Meyer  (Bernhard Meyer)
    AN SRF.
    Wieso ist im Titelbild ein Ordner mit Riester - Rente abgebildet? Gibt es in der Schweiz eine Riester - Rente?
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Bernhard Meyer
      Guten Tag Herr Meyer
      Vielen Dank für den Hinweis. Da haben wir eine etwas unglückliche Bildauswahl getroffen. Wir entschuldigen uns. Wir haben das Bild ausgewechselt. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Bernhard Meyer  (Bernhard Meyer)
    @Daniel Bucher
    Sie Schreiben
    Zum Glück wurde Eigenverantwortung mit der PK gestärkt. Die AHV ist ab 80'000 Jahreseinkommen eine Steuer, welche die Rente nicht erhöht. Linke Abzockerei und Umverteilung.
    Nein Hr. Bucher, Sie haben die AHV nicht verstanden. Mit dem Umverteilen haben Sie recht, das ist so gewollt. Diejenigen die mehr vom Kuchen nehmen, sollten auch mehr bezahlen, ausserdem trifft es durchschnittliche Einkommen nur marginal, die Grosverdiener zahlen klar mehr. Solidarität und ein