Leerstehende Wohnungen auf dem Land drücken Mieten

Wer eine neue Wohnung zur Miete sucht, tut dies häufig in einer Stadt: Die Nachfrage nach Wohnraum ist in den Zentren nach wie vor gross. Doch gebaut wurde da in den letzten Jahren kaum. Wohnungen entstanden vor allem in der Agglomeration.

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Leere Wohnungen in der Agglo

2:13 min, aus 10vor10 vom 19.4.2016

Fischbach-Göslikon, eine Gemeinde im Aargauer Reusstal: Mit dem Auto erreicht man Zürich von hier aus in einer halben Stunde. Seit fünf Monaten steht ein Drittel der 43 hier neu gebauten Mietwohnungen leer.

Im Vergleich zu den Zentren ist die Anzahl leerstehender Wohnungen in der Agglomeration doppelt so hoch, sagt Immobilien-Analyst Patrick Schnorf:

«Bei der Erstvermietung dauert es bis zu dreimal so lange, bis ein Mieter gefunden ist.» Und doch wird in der Agglomeration deutlich mehr gebaut als in den Zentren.

In ländlichen Gebieten wird stark gebaut

Denn die Zinsen sind tief und die Zuwanderung war hoch. Doch mit der zurückgehenden Zuwanderung im ersten Quartal 2016 nimmt auch die Nachfrage nach Wohnraum ab – und dies zuerst in den Agglomerationen. Doch gerade in ländlichen Regionen wie dem Aargau, der Zentralschweiz, dem Glarnerland oder dem Rheintal wird besonders viel gebaut.

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Sinkende Mieten

Die Nachfrage im Wohnungsmarkt geht zurück. Deshalb prognostizieren die Immobilienberater von Wüest & Partner für 2016 tiefere Mieten. Im Schnitt wird mit einer Senkung von 0,3 Prozent gerechnet. Grund dafür ist der gesättigte Markt: Denn in jüngster Zeit wurden immer neue Wohnungen gebaut. Hinzu kommt die erwartete rückläufige Einwanderung.

Leerwohnungsbestand drückt die Mieten

Für Investoren, beispielsweise Pensionskassen, wird das zu einem Problem. Die Pensionskasse der Migros hat rund sechs Milliarden Franken und damit ein Drittel des Gesamtvermögens in Immobilien investiert.

Reto Schär, Leiter Immobilien bei der Migros-Pensionskasse, sagte gegenüber «10vor10»: «Das führt zu tieferen Mietzinsen sowie tieferen Renditen.» Die Pensionskasse der Migros versucht indes das Risiko möglichst klein zu halten, indem sie nur in «sichere Lagen investiert und in erster Linie bestehende, eigene Immobilien ausbaut», wie Schär sagt.

Nach wie vor hoch ist die Nachfrage nach Wohnungen in Städten wie Zürich, Bern oder Zug. Dort brauche es dringend mehr Wohnraum, fordert Immobilien-Analyst Patrick Schnorf. Der begrenzte Platz müsse mit dichterem und höherem Bauen genutzt werden.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Teilen von Wohnungen und Arbeitsplätzen im Trend

    Aus Tagesschau vom 19.4.2016

    In der Schweiz bieten Mieter und Hauseigentümer etwa über die Internetplattform Airbnb Übernachtungsmöglichkeiten für über 50‘000 Personen an. Das entspricht einem Viertel der Schweizer Hotelkapazität. Und auch das Teilen von Arbeitsplätzen wird immer beliebter.

  • Hypothekarzinsen auf Tiefststand

    Aus Echo der Zeit vom 19.4.2016

    Hausbesitzer, Wohnungseigentümerinnen und solche, die es werden wollen, können sich freuen: Aktuell sind Kredite für Immobilien so günstig wie noch nie. Der Grund dafür liegt bei den Notenbanken, die die Märkte mit immer mehr Geld fluten.

    Andi Lüscher