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Ist der Legalisierungsversuch für Sans Papier geglückt?
Aus Rendez-vous vom 21.02.2020.
abspielen. Laufzeit 04:13 Minuten.
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Legal leben in Genf Hunderte Sans-Papiers erhalten Aufenthaltspapiere

Im Kanton Genf haben im Rahmen eines Pilotprojekts fast 2400 schon lange in der Schweiz lebende Personen Aufenthaltspapiere erhalten.

Die Genfer Kantonsbehörden und das Staatssekretariat für Migration des Bundes (SEM) ziehen ein positives Fazit des Pilotprojekts «Papyrus»: 2390 Personen in Genf hätten ihre Lebenssituation dank des Pilotprojekts legalisieren können. Das im Februar 2017 gestartete Projekt habe zu keiner Sogwirkung geführt, wird in einer externen Untersuchung festgehalten.

Projekt hatte keine Sogwirkung

Die Regularisierung der sogenannten Sans-Papiers habe einen positiven Effekt auf die Situation der Menschen selbst, aber auch für den Arbeitsmarkt und die Sozialversicherungen. So hätten allein letztere dank der Legalisierungen rund sechs Millionen Franken mehr eingenommen, hiess es.

Demonstranten mit Plakaten.
Legende: In der Schweiz leben zehntausende Personen ohne gültige Aufenthaltspapiere. Immer wieder wird ihre Regularisierung gefordert – wie hier 2018 in Bern. Keystone

In Genf leben nach Schätzungen des SEM rund 13'000 Menschen ohne geregelten Aufenthalt. Von ihnen konnten bis Ende 2018 insgesamt 2390 ihre Situation regeln. Darunter sind 437 Familien respektive 676 Väter und Mütter sowie 727 Kinder. Zudem erhielten 24 Paare ohne Kinder und 939 Ledige eine Bewilligung B. Die anderen erfüllten die gestellten Bedingungen nicht oder beteiligten sich gar nicht an dem Projekt.

Vor allem in der Hauswirtschaft tätig

Der grösste Teil der Sans-Papiers, so ergab «Papyrus», fand im Sektor Hauswirtschaft eine Anstellung. Die Legalisierung der fast 2400 Personen habe sich auch auf die Bekämpfung der Schwarzarbeit und des Lohndumpings positiv ausgewirkt, betonen die Genfer Kantonsbehörden.

Das sagt Romandie-Korrespondentin Barbara Colpi:

Nicht nur die jetzt neu legal in Genf lebenden Personen haben vom Projekt «Papyrus» profitiert: So hat der Kanton Genf einen besseren Überblick darüber erhalten, in welchen Sektoren Schwarzarbeit und Lohndumping vor allem ein Problem darstellen.

Nach Ende des Versuchs in Genf gilt dort wie in den anderen Kantonen auch jetzt wieder die Härtefallklausel: Illegal in der Schweiz lebende Ausländer haben demnach keine Garantie, Papiere zu erhalten, auch wenn sie die dafür geforderten Minimal-Bedingungen erfüllen. Diese umfassen etwa den Nachweis der Integration, Schuldenfreiheit, genügend finanzielle Mittel, um nicht auf Sozialhilfe angewiesen zu sein, keine Vorstrafen, eine Wohnung, eine minimale Aufenthaltsdauer in der Schweiz oder genügende Sprachkenntnisse.

«Rendez-vous» vom 21.2.2020, sda/snep;blur

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Wenn sich eine Person gut integriert sollte es egal sein wie sie über die Grenze kam. Mit gut integriert meine ich die Landessprache des Wohnortes erlernen, eine Arbeit sucht und sich n unsere Gepflogenheiten hält.
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  • Kommentar von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
    Es wird niemandem etwas weggenommen, aber es wir jemandem etwas gegeben. Man müsste meinen, eine Win-Win-Situation. Aber nein, es wird allenthalben genörgelt. Warum können wir (SchweizerInnen) uns nicht einfach daran freuen, dass 2390 Menschen nun ein einfacheres, sichereres Leben haben? Ist es Neid? Ist es Geiz? Ist es eine Grundunzufriedenheit mit dem eigenen Leben? Was ist es?
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  • Kommentar von Krebs Alfred  (A.Santiago)
    Alle die entsetzt sind, Papierlose hat es immer schon gegeben. Ich habe im Jahre 1998 einen Kolumbianer in Bern kennen gelernt. Er war von Spanien illegal in die Schweiz eingereist und hat sein Einkommen in einem Hotel mit Diskothek schwarz erarbeitet. Als er eine Schweizerin heiraten wollte, ist er wieder illegal nach Spanien ausgereist und hat dann von dort aus die Anträge gestellt. Mich ärgern eigentlich diejenigen mehr, die um Geld zu sparen Schwarzarbeit vergeben.
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