«Fürsorge und Zwang» Licht in ein dunkles Kapitel Schweizer Geschichte

Eine Frau mit weissen Haaren von hinten, auf ihrem roten T-Shirt steht «Für die Opfer, für die Schweiz». Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Ergebnisse des Forschungsprogramms sollen in die heutige Behördenarbeit einfliessen. Keystone

  • Der Bundesrat gibt grünes Licht für ein nationales Forschungsprogramm unter dem Titel «Fürsorge und Zwang – Geschichte, Gegenwart, Zukunft».
  • Die in der Schweiz bis 1981 praktizierten fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen sollen wissenschaftlich aufgearbeitet werden.
  • Insgesamt 18 Millionen Franken sind für das fünfjährige Programm budgetiert.

Bis zu Beginn der Achtzigerjahre wurden in der Schweiz fürsorgerische Zwangsmassnahmen von Behörden angeordnet. Zehntausende Minderjährige wurden verdingt oder in Heimen platziert, viele wurden misshandelt und missbraucht. Kinder und Erwachsene wurden zwangssterilisiert, für Medikamentenversuche eingesetzt oder ohne Gerichtsurteil weggesperrt.

Das Forschungsprogramm «Fürsorge und Zwang – Geschichte, Gegenwart, Zukunft» soll nun Merkmale, Mechanismen und Wirkungsweisen der schweizerischen Fürsorgepolitik wissenschaftlich analysieren. Gemäss Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation soll es aus historischer sowie aktueller Sicht die gesellschaftlichen Folgen beleuchten. Zudem sollen kantonale Unterschiede in der Fürsorgepraxis aufgezeigt werden.