Zum Inhalt springen

Header

Audio
Massnahmen gegen Coronavirus: Auswirkungen auf die Luftqualität?
Aus HeuteMorgen vom 31.03.2020.
abspielen. Laufzeit 01:50 Minuten.
Inhalt

Luftqualität in Corona-Krise Die Luft in der Schweiz ist sauberer – aber warum?

Corona-Massnahmen wirken vielerorts gegen die Luftverschmutzung. In der Schweiz ist das Bild nicht so klar.

Stickstoffdioxid und Ozon – ein Blick auf die Luftschadstoffwerte im März zeigt, dass die Belastung im Vergleich zu den Vormonaten, aber auch im Vergleich zum März vor einem Jahr leicht bis deutlich gesunken ist.

Ob dies nun auf die Massnahmen gegen das Coronavirus zurückzuführen ist, sei noch nicht klar, betont Jörg Sintermann, der für das Luftqualitätsmessnetz im Kanton Zürich zuständig ist. «Das liegt daran, dass nicht nur der Schadstoffausstoss dafür verantwortlich ist, was wir in der Luft messen und einatmen, sondern auch noch, wie sich dieser Schadstoffausstoss in der Atmosphäre verbreitet», erklärt Sintermann. Dies hänge sehr stark mit der Witterung zusammen.

Eher höhere Feinstaubwerte

Etwa gleichzeitig mit der Schliessung der meisten Geschäfte hat in vielen Teilen der Schweiz Bise eingesetzt. So ein Wind verteilt die Schadstoffe schnell. Wie viel weniger Schadstoffe in den letzten Wochen tatsächlich in die Luft gelangt sind, lasse sich deshalb noch nicht sagen. Die Feinstaubwerte beispielsweise zeigen eher nach oben.

Trotzdem glauben auch die Experten beim Bundesamt für Umwelt (Bafu), dass die Schweizer Luft insgesamt sauberer geworden ist – vor allem, weil weniger Autos unterwegs sind. Insbesondere im Tessin sei das spürbar, schreibt das Bafu. Denn die Luft im Südkanton profitiere nicht nur von den Tessiner Massnahmen, sondern auch von den Reduktionen in Norditalien.

Kein Rückgang wie in Italien oder China

Klar ist aber auch, dass die Schweiz kaum einen so deutlichen Rückgang der Schadstoffbelastung wie Norditalien oder China verzeichnen wird. «China hat sicherlich mehr Schwerindustrie als wir in der Schweiz», sagt Jörg Sintermann, «insofern sind sicher auch punktuell die Emissionen und die Luftbelastung höher.»

Die Luft in der Schweiz war also schon vor der Krise weniger dreckig als andernorts. Wirklich sauber ist sie aber nicht. Laut einer Studie des Bundesamtes für Raumentwicklung sterben wegen der Luftverschmutzung in der Schweiz jedes Jahr rund 2200 Menschen frühzeitig.

Heute Morgen, 31.3.2020, 6:00 Uhr

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Wir informieren laufend über die aktuelle Entwicklung und liefern Analysen zum Coronavirus. Erhalten Sie alle wichtigen News direkt per Browser-Push. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

31 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Walter Mathys  (wmathy)
    Herr Müller, Da bin ich gar nicht einverstanden mit Ihnen. Wir reden da von ca. 70% mit Öl geheizten Liegenschaften in der Schweiz. Sie wollen mir doch nicht sagen, dass diese Umweltfreundlich sind? Nicht immer nur auf den Autofahrer rum hacken, sondern auch Liegenschaft Besitzer in die Pflicht nehmen. Mann/Frau scheut die Investition,auf lange Sicht bin ich auf der Gewinner Seite. Wir haben Erdsonde!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Schon noch beklemmend für Umweltämter und grüne Politik, wenn nun trotz massiv weniger Privatverkehr die sonst dem (bösen) Dieselfahrzeugen zugeschriebenen Feinstaubbelastung aktuell flächendeckend sogar noch höher ist als in gleicher Periode vor einem Jahr.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Noah Schmid  (Schmid)
      Feinstaub kann z.B. auch von Holzheizungen provoziert werden. NOx wird hingegen insbesondere in Verbrennungsmotoren generiert.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Ludwig Zeier  (Louis)
      Auch unsere Landwirtschaft trägt zur Feinstaubbelastung bei.
      Intensivierter Ackerbau und größere Tierbestände lassen auch die Ammoniakfreisetzung in die Höhe schnellen. Ungünstigerweise geht Ammoniak gerne eine Koalition mit anderen Luftverschmutzern ein. Zusammen mit Schwefeldioxid und Stickoxiden bildet es sekundäre Feinstäube.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Martin Müller  (Nonaeol)
      Holzheizungen verursachen einen wesentlichen Teil der Feinstaubbelastung in der kalten Jahreszeit. Sie sind Feinstaubschleudern astronomischen Ausmasses und sind dabei nicht einmal klimaneutral.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Norbert Zehner  (ZeN)
      Aus Reaktionen schliesse ich, dass entgegen in letzten Jahren in Grund-und-Boden verrufene "Dreckschleuder"-Dieselautos, wegen denen man extra noch empfindlichere Feinstaubmessgeräte an stark befahrene Kreuzungen und Kreisel hinstellte, um das "höchstbedenkliche" Ausmass mit ständig überschrittenen, eigens festgelegten Grenzwerten zu beweisen suchte, also diese Dieselautos doch höchsten völlig untergeordnete Rolle spielen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Larissa Möller  (Larissa Möller)
    @Remo Fischer - Ja, hauptsächlich die reichen Saudis profitieren von dieser billig Fliegerei. Der Hamsterrad schenkt den Reichen immer mehr Geld.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen