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Eine Region bangt um ihren Fussball-Club
Aus Echo der Zeit vom 11.03.2021.
abspielen. Laufzeit 03:58 Minuten.
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Mahnmal und Demonstrationen FC Basel: Eine Region bangt um ihren Verein

Der FCB ist für die Region Basel mehr als bloss ein Fussballverein. Derzeit sind Viele von der Clubführung enttäuscht.

Rot-Blau sind die Vereinsfarben des FC Basel. Diese Farbkombination prägt derzeit jedoch auch das Basler Stadtbild. Auf dem Barfüsserplatz im Zentrum, wo der Club in den Vergangenheit zahlreiche Cup- und Meistertitel feiern konnte, haben Fans Schals, Trikots oder Fahnen abgelegt. Sie haben auf diese Weise ein Mahnmal errichtet.

An der Plattform unter dem Münster, einem beliebten Postkartenmotiv der Stadt, hing diese Woche ein riesiges FCB-Shirt mit einem Protestslogan. Zudem sind in der ganzen Stadt zahlreiche rot-blaue Fahnen aufgehängt.

«Im Moment ist in Basel eine kleine Revolution im Gang. Die Basler Seele ist am Boden und sucht Ventile, um dies zu artikulieren», erklärt Kabarettist und FCB-Fan Roland Suter.

Was ist passiert? Der Club steckt in einer Krise. Im Zentrum der Kritik steht Clubbesitzer Bernhard Burgener. Seit dieser vor dreieinhalb Jahren den FC Basel übernommen hat, geht es sportlich bergab.

Auf die Strasse treibt die Fans aber nicht primär der sportliche Misserfolg, sondern die Sorge, dass beim FCB ausländischen Investoren einsteigen könnten. In verschiedenen Medien ist übereinstimmend die Rede von einem Firmengeflecht, das komplizierter zu erklären ist als die Abseitsregel. Der Club selbst hat diese Gerüchte bislang weder bestätigt, noch dementiert.

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Burgener: «Der FCB wird in Basler Händen bleiben»
Aus Sport-Clip vom 03.03.2021.
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Fast alle Fans würden ausländische Investoren ablehnen, sagt die ehemalige SP-Nationalrätin Silvia Schenker: «Dass der FCB von irgendwelchen Investoren geführt wird, ist für mich vollkommen unpassend zu dem, was ich erlebe in der Region.»

Man fühlt sich als Fan weggeworfen.
Autor: Benedikt PfisterBetreiber Fussballbeiz Didi Offensiv

Wütend sind die Fans insbesondere auch, weil Bernhard Burgener nicht transparent über seine Pläne informiert. Aber auch, weil er sich dem Dialog mit den Fans verweigere, sagt Benedikt Pfister, Betreiber der Fussballbeiz «Didi Offensiv».

Man habe das Gefühl, der Club bewege sich weg von den Fans und konzentriere sich auf ein Investment. «Man fühlt sich als Fan im Stich gelassen und auch ein bisschen weggeworfen», findet Pfister. Und SVP-Grossrat Pascal Messerli ergänzt: «Eine derartige Missstimmung gegenüber der Clubleitung habe ich in meinen 20 Jahren als Dauerkartenbesitzer noch nie erlebt.»

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FCB-Fans demonstrieren auf dem «Barfi»
Aus Sport-Clip vom 01.03.2021.
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Eine Entfremdung der Fans vom eigenen Club – das müsste der Clubführung schwer zu denken geben. Schliesslich machen die Zuschauereinnahmen in Nicht-Coronazeiten einen grossen Teil des Budgets aus.

Selbstverständlich macht uns das Sorgen.
Autor: Roland HeriGeschäftsführer FC Basel

Die Clubführung sei tatsächlich beunruhigt, bestätigt FCB-Geschäftsführer Roland Heri gegenüber SRF: «Selbstverständlich macht uns das Sorgen. Eine Entfremdung ist überhaupt nicht das, was wir anstreben.» Man setze derzeit alles daran, den Club in eine sichere wirtschaftliche Zukunft zu führen.

«Wir müssen versuchen, diese übergeordnete Ziele besser zu kommunizieren und für die Öffentlichkeit verständlicher zu präsentieren», betont Heri, der gleichzeitig um Verständnis bittet. Gerade wenn es um die Besitzverhältnisse geht, könne man nicht immer jede Bewegung öffentlich kommentieren.

Protest geht weiter

Diese Worte dürfte die FCB-Anhänger nicht beruhigen. Die Fans der Muttenzerkurve rufen derweil schon zum nächsten grossen Protestumzug auf. Am Samstag wollen sie während des Spiels gegen den FC Luzern vor dem St. Jakob-Park ihren Unmut kundtun. Erwartet werden mehrere Tausend enttäuschte Fans – natürlich in Rot-Blau.

Echo der Zeit, 11.03.2021, 18:00 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Gisler  (Stefan Gisler)
    Liebe Basler Fans, kauft den Club doch selber,nehmt eure Spargroschen und kippt sie ein. Überhemt selber Verantwortung, nur Transparente aufhängen und rummotzen kann jeder. Euch ist nicht der Club eichtig, euch sind die Erfolge wichtig, geht nicht um den Club. Wäre das nicht so, wären euch Rang und Punkte egal. Pech für euch dass euch YB den Rang abgelaufen hat. Kann sich ja wieder ändern, oder GC oder ein anderes Team tut das. Wisst uhr noch, Liga B ist noch nicht lange her.
  • Kommentar von Markus Odermatt  (Markus Odermatt)
    @Vale Nipo
    Was für ein Unsinn, dass der Spieler nicht mehr auf die Mannschaft angewiesen sein soll. Wir reden hier nicht von E-Sports, sondern von einem komplexen Mannschaftssport, in dem jeder ein Teil vom Ganzen ist und alle aufeinander abgestimmt und eingespielt sein müssen. Das funktioniert nicht über Homeoffice.
    Der frühere Erfolg vom FCB basierte genau auf diesem Prinzip und auch die Fans waren ein Teil davon. Wir haben 3 Jahre zugeschaut und ES FUNKTIONIERT NICHT !
    1. Antwort von Vale Nipo  (VNxpo)
      Ganz gewiss Sie haben recht. Sie sind in meine provokative Falle getappt. Angewiesen auf die Mannschaft ist der Spieler auf jeden Fall, jedoch führt der Individualismus, allgemein zu einer schwierigeren Organisationsstruktur. Den Teamgeist von früher erwecken, dies müsste geschehen. Die Wechsel über Millionen sind ungesund für das soziale Zusammenleben und werten die Spieler künstlich auf. Oftmals auch nur aufgrund wegen des Namens.
  • Kommentar von Vale Nipo  (VNxpo)
    Meiner Meinung nach ist dieser Fanatismus sehr Kleingeistig. Früher hat man selber noch Clubs gegründet und die Mannschaft von Grund auf trainiert. Heutzutage ist der Profispieler nicht mehr zwingend auf die Mannschaft angewiesen, sondern kann auch von zu hause aus trainieren. Zwar braucht es trotzdem Mannschaftskoordination, doch ist dies für Profispieler überflüssig. Sieg dem Individualismus.