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Velofahren mit Kopfhörern «Man muss die Velofahrer vor sich selber schützen»

SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner fordert Strafen für Velofahrer mit Kopfhörern – und will bald eine Motion lancieren.

Legende: Video Kopfhörerverbot auf dem Velo? abspielen. Laufzeit 1:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.07.2017.
  • Nationalrat Ulrich Giezendanner (SVP/AG) fordert ein Gesetz, welches das Velofahren mit Kopfhörern verbietet und bestraft.
  • Noch dieses Jahr soll dazu eine Motion eingereicht werden.
  • Dagegen spricht sich SP-Nationalrat Matthias Aebischer aus.

Bereits vor vier Jahren wollte Giezendanner das Fahren mit Kopfhörern auf dem Velo bestrafen lassen. Das Vorhaben scheiterte. Nun unternimmt er einen zweiten Versuch.

Auf der Schweizer Strasse herrscht Chaos und das geht nicht.
Autor: Ulrich GiezendannerNationalrat (SVP/AG)

«Man muss die Velofahrer vor sich selber schützen. Es ist unglaublich. Auf der Schweizer Strasse herrscht Chaos und das geht nicht», argumentiert der SVP-Nationalrat. Unter dem Arbeitstitel «freie Ohren» soll deshalb im Herbst eine entsprechende Motion lanciert werden.

Kritik vom Velo-Verband

Die «freien Ohren» stossen aber nicht nur auf «offene Ohren»: Statt «Pflästerlipolitik» in Form einzelner Verbote, brauche es zum Beispiel mehr Velowege, sagt der VCS.

Auch bei der IG Pro Velo steht die Idee Giezendanners in der Kritik. «Ich erwarte von den Velofahrerinnen und Velofahrern, dass sie Rücksicht nehmen auf die Fussgängerinnen und Fussgänger, das ist klar. Aber ich glaube nicht, dass man mit einem solchen Verbot diese Rücksichtnahme fördern kann», erklärt Matthias Aebischer, Nationalrat SP/BE und Präsident Pro Velo Schweiz.

Ich möchte, dass möglichst viele Leute aufs Velo umsteigen – auch im Sinne einer nachhaltigen Schweiz – und zu dem führt dieses Verbot überhaupt nicht.
Autor: Matthias AebischerNationalrat (SP/BE) und Präsident Pro Velo Schweiz

«Ich möchte, dass möglichst viele Leute aufs Velo umsteigen – auch im Sinne einer nachhaltigen Schweiz – und zu dem führt dieses Verbot überhaupt nicht», bemängelt er den Vorschlag Giezendanners.

Polizei sieht Politik in der Pflicht

Das Verbot müsste die Polizei umsetzen. Diese erkennt das von Ueli Giezendanner angesprochene Problem. «Wer mit dem Velo im Strassenverkehr über Kopfhörer telefoniert oder Musik hört, dem fehlt ein wichtiger Wahrnehmungssinn, sagt Marco Cortesi, Mediensprecher Stadtpolizei Zürich.

Ein Verbot wäre sicher eine wirkungsvolle Massnahme.
Autor: Marco CortesiMediensprecher der Polzei Zürich

«Dadurch wird die Sicherheit im Strassenverkehr negativ beeinflusst und darum wäre ein Verbot sicher eine wirkungsvolle Massnahme dagegen», erklärt Cortesi weiter. Er spielt den Ball der Politik zu: «Auf der anderen Seite ist es natürlich wieder eine persönliche Einschränkung und darum bin ich der Meinung, dass es klar Sache der Politik ist, darüber zu entscheiden.»

Sendebezug: Tagesschau vom 14.7. 2017

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56 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Soltermann (ps)
    Ich bin für freie Fahrt für Velofahrer, auch mit Verkehrsinfos von Radio Radio SRF3.
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  • Kommentar von P. Schmid (Balance)
    Unsere Linken welche nicht genug Verbote und Gesetze haben können. Welche Parallel zu diesem Thema etwa das Anti-Meinungsäusserungsgesetz bejubeln oder die strengen Gesetze gegen Autofahrer rufen hier wieder in ihrer Wutbürger-SVP-Phobie-geplagter Seele gegen mehr Verantwortungsübernahme für Fahrradfahrer. Nur weil es ein SVPer fordert. Die Fahrradfahrer stellen sich im Strassenverkehr immer als arme Opfer dar, obschon sie wegen unvernünftigen Fahrens die eigentlichen Täter sind.
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    1. Antwort von Paul Soltermann (ps)
      Autofahrer hören schliesslich auch Radio, wollen Sie das auch verbieten?
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    2. Antwort von P. Schmid (Balance)
      Wo habe ich überhaupt geschrieben, dass ich irgendetwas verbieten lassen will. Bitte genau zitieren. Ich bin gegen zu viele Gesetze und Verbote. Ich bin nur erstaunt weil die Linken hier gegen ein Verbot was Menschenleben retten kann sind aber bei der Meinungsfreiheit und für so viel anderes zwingend für Verbote. Ich bin dann für mehr "in die Pflicht nehmen" bei Fahrradfahrern. Das man davon abkommt sie nur als Opfer zu sehen. Da viele Radfahrer sehr rücksichtslos fahren.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Aus vielen "Wortmeldungen" zu schliessen, kommt dieser Sicherheits-Verbesseungs-Vorstoss aus der falschen "politischen Ecke"! Die "SVP-Phobien-Geplagten" akzeptieren diesen Vorstoss vom aargauischen Nationalrat nicht! Sie suchen Ausreden und schreiben Hassorgien! Ich denke, wenn es um das teils chaotische Verhalten vieler Radfahrer geht, sollte jede Verbesserung zur Sicherheit emotionslos und nüchtern akzeptiert werden, auch wenn das Begehren vom "verdam...." "alt-Fuhrhalter" Giezendanner kommt!
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