Zum Inhalt springen

Header

Audio
Grüne Fassaden, Bäume auf den Strasseninseln: Das neue Zürcher Hochschulquartier soll das Stadtklima verbessern
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 01.12.2020.
abspielen. Laufzeit 03:02 Minuten.
Inhalt

Massnahmen fürs Stadtklima So viel Grün bietet das neue Zürcher Hochschulquartier

Das Zürcher Stadtklima soll nachhaltig verbessert werden. Deshalb wurden Projekte im neuen Hochschulgebiet optimiert.

Für die Stadt Zürich ist es ein Generationenprojekt: In den kommenden Jahren soll das Hochschulgebiet in der Innenstadt ein neues Gesicht erhalten. Die bestehenden Infrastrukturen genügen den Ansprüchen nicht mehr.

Geplant sind deshalb umfassende Sanierungen und Neubauten, realisiert von Stararchitekten wie «Herzog & de Mauron» oder «Christ & Gantenbein». Damit sollen bessere Voraussetzungen für das Zusammenspiel von Bildung, Forschung und medizinischer Versorgung geschaffen werden.

Modell des neuen Zürcher Hochschulquartiers.
Legende: Im neuen Hochschulquartier soll der Austausch zwischen Forschenden, Studierenden und der Bevölkerung möglich sein. HGZZ, Fotograf: Roger Frei

Die Planung für das Zürcher Mammutprojekt hat am Dienstag nun eine prägende Weiterentwicklung erfahren. Das Hochschulgebiet soll einen grünen Anstrich erhalten. Stadt und Kanton Zürich sowie Universität, ETH und Unispital wollen mit zahlreichen Massnahmen das Stadtklima verbessern.

1. Grüne Fassaden am Universitätsspital

Eine zentrale Massnahme sind Begrünungen beim neuen Universitätsspital. Ein Gebäude soll komplett von Pflanzen umrankt werden. «Das ist einerseits ästhetisch sehr schön, hat aber andererseits auch eine kühlende Wirkung auf das lokale Klima», sagte der Zürcher Baudirektor Martin Neukom (Grüne).

Die grüne Fassade des geplanten Universitätsspitals soll aber nicht nur das Stadtklima, das zusehends wärmer wird, verbessern, sondern auch einen positiven Effekt auf das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten haben.

Das neue Universitätsspital Zürich soll eine begründete Fassade erhalten.
Legende: Total in grün: Das neue Universitätsspital soll mit Pflanzen an der Fassade das Stadtklima verbessern. Christ & Gantenbein; Visualisierung: Atelier Brunecky

Auf dem Dach oder an geeigneten Fassaden des zweiten Uni-Gebäudes sollen zudem Photovoltaikanlagen installiert werden. Damit wollen die Verantwortlichen einen Beitrag leisten, den CO2-Ausstoss der Stadt zu reduzieren.

Baustart für die Gebäude des Universitätsspitals ist voraussichtlich Ende 2021 oder Anfang 2022, die Inbetriebnahme ist im Sommer 2028 vorgesehen.

2. Weiterentwicklung des Universitäts-Forums

Eine Optimierung erfährt auch ein neues Gebäude der Universität Zürich. Das Forum soll ein Ort der Begegnung von Forschenden, Studierenden und der Bevölkerung werden. War in diesem Jahr vor allem die Ausgestaltung und Flexibilität der Räume Thema der Weiterentwicklung, soll sich diese im kommenden Jahr um die Nachhaltigkeit der Gebäudetechnik drehen.

Dieses Projekt soll im nächsten Sommer stehen, sodass 2023 mit dem Bau gestartet und dieser 2028 beendet werden kann.

Das neue Forum der Uni Zürich wird von den Stararchitekten Herzog & de Meuron realisiert.
Legende: Auch vor dem Uni-Forum sollen Bäume und ein Platz den Strassenraum aufwerten. Herzog & de Meuron

3. Parkflächen und ein grüner Strassenraum

Mit dem Gloriapark (ehemals Spitalpark) soll das neue Hochschulquartier ein grünes Herz erhalten. Für Baudirektor Martin Neukom «ein guter Beitrag für das Quartier und die Menschen.» Im Zuge der Parkarbeiten müssen zwar einige Parkplätze weichen und 170 Bäume gefällt werden.

Neukom versichert aber, dass diese 170 Bäume wieder gepflanzt werden und der künftige Baumbestand ökologisch wertvoller und klimatisch wirksamer sei als der alte. Weiter soll auch der Strassenraum grüner werden. Mittelinseln mit Bäumen und Tempo 30 im neuen Hochschulgebiet sollen die Sicherheit erhöhen.

Der Gloriapark soll mit viel Grün die Bevölkerung zum Verweilen animieren.
Legende: Der Gloriapark soll das grüne Herz des neuen Hochschulquartiers werden. Christ & Gantenbein; Visualisierung: Atelier Brunecky

Wenig Lärm für Anwohner

Die Umgestaltung des Hochschulgebiets sei wichtig, betonen Stadt, Kanton und die involvierten Institutionen. Es soll aber Wert daraufgelegt werden, dass die Belastung für die Anwohnerinnen und Anwohner in Grenzen gehalten wird. Dies soll mit einem Konzept zur Baustellenlogistik sichergestellt werden. Dieses soll auch dafür sorgen, dass die Bauarbeiten reibungslos ablaufen.

Projektgeschichte des neuen Hochschulquartiers

ZeitpunktNeuentwicklung
Juni 2019Die Rekurrenten gegen die Gestaltungspläne haben sich mit dem Kanton Zürich, dem Universitätsspital und der Universität Zürich geeinigt und gemeinsam eine Vereinbarung unterzeichnet. Damit kann das Rechtsmittelverfahren beendet werden.
Dezember 2018Der Bundesrat genehmigt die Teilrevision des kantonalen Richtplans «Gebietsplanung Hochschulgebiet Zürich Zentrum».
März 2018Das Baurekursgericht heisst Rekurse, die gegen die Festsetzung der kantonalen Gestaltungspläne erhoben wurden, gut und hebt die entsprechenden Verfügungen der Baudirektion auf. Die Baudirektion zieht diesen Entscheid ans Verwaltungsgericht weiter.
März 2018Stadt und Kanton Zürich sowie das Universitätsspital, die Universität und die ETH Zürich verabschieden gemeinsam das Weissbuch zum Hochschulquartier, ein Regelwerk zur Qualitätssicherung.
Dezember 2016Der Schlussbericht zum Gesamtverkehrskonzept liegt vor. Der prognostizierte Mehrverkehr von neu ca. 13% in den Morgenspitzen kann mehrheitlich mit dem öffentlichen Verkehr sowie Velo- und Fussverkehr aufgefangen werden.
April 2015 – März 2017Der Regierungsrat hat im April 2015 die Teilrevision des Richtplans für das Hochschulgebiet an den Kantonsrat überwiesen. Die kantonsrätliche Kommission für Planung und Bau hat die Vorlage an 21 Sitzungen intensiv beraten und im November 2016 einem leicht abgeänderten Richtplan einstimmig zugestimmt. Der Kantonsrat hat die Teilrevision im März 2017 festgesetzt.
Juni – August 2014Der Masterplan 2014 und die Vertiefungsstudien werden durch den Regierungsrat, den Stadtrat, den Spitalrat, den Universitätsrat und den ETH-Rat genehmigt. Der Masterplan zeigt eine mögliche bauliche und räumliche Weiterentwicklung von Universitätsspital, Universität und ETH sowie des gesamten Hochschulgebiets auf.
September 2011Der Regierungsrat genehmigt den Schlussbericht «Entwicklungs- und Standortstrategie» und entscheidet, die Weiterentwicklung von Universitätsspital, Universität und ETH am Standort Zürich Zentrum umzusetzen.
Dezember 2009Der Regierungsrat beauftragt eine Arbeitsgruppe mit der Ausarbeitung einer Entwicklungsplanung für die Infrastruktur des Universitätsspitals und der medizinbezogenen Bereiche der Universität sowie der ETH.

SRF 1, Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Andreas Diethelm  (Okapi)
    Unseren Grosseltern hat es noch gereicht „Neu“ auf die Packung zu lesen, oder „Günstig“, um zuzulangen. Sie waren nicht dümmer als ihre Enkel, im Gegenteil, will es scheinen. Die Lockworte haben geändert, die Schrifttypen, die Sprache, die Farben. Seit 20 Jahren steht die Ampel auf Grün, für alles und jedes: Smoothies, Autos, Ferienreisen, Shampoo, Anlageportfolios, Erdgas, Parteien, Gartenbauämter, Grossüberbauungen. Die Leute merken dass nicht drin ist, was drauf steht - und kaufen weiter.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Tja, wenn selbst Hochschulen da mitmachen. Was wollen wir denn? Vermutlich am besten gleich einen richtigen Monster Pick-up kaufen, so können wir etwas Efeu und einen grossen Baum (bitte aber einen "ökologsch wirksamen") gleich hinten aufpflanzen und sind damit auch stets grün unterwegs...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Das ist erfreulich. Das sind Leute, die sich wirklich was für die Umwelt und das Klima überlegen und tun, nicht wie gewisse Verhinderer vor allem von poltisch rechts. Das ist hier löblich.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Genau: 170 Bäume fällen und 170 wieder einpflanzen... Sehr löblich, sehr löblich.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen