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Leidtragende sind die Schweine
Aus 10vor10 vom 26.02.2020.
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Massnahmen gefordert Tod im Schweinestall

Immer wieder kommen Hunderte von Schweinen bei Stallbränden ums Leben. Das ist grausam und unnötig. Warum können nicht mehr Tiere gerettet werden?

Feuersbrunst im thurgauischen Herdern: Kurz nach 5 Uhr morgens bricht im Schweinestall des Massnahmenzentrums Kalchrain ein Brand aus. Für viele Tiere kommt jede Hilfe zu spät. Bis in den späten Nachmittag löschen die rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr die letzten Brandnester. Dramatisch: 160 Schweine können nicht gerettet werden, sie verbrennen in den Flammen oder ersticken. 20 Tiere werden in der letzten Sekunde evakuiert. Die Brandursache ist noch ungeklärt.

Brennender Stall.
Legende: Am frühen Dienstagmorgen ist in Herdern TG ein Schweinestall in Brand geraten. 160 Tiere fielen dem Feuer zum Opfer. Kapo Thurgau

Dieser Vorfall ist nicht der erste seiner Art: Bereits im Dezember 2019 kamen bei einem Stallbrand in Hundwil (Appenzell-Ausserrhoden) 200 Tiere ums Leben und am 6. Januar 2020 brannte ein Stall in Sax im Kanton St. Gallen, hier sterben gar 400 Schweine.

Tragödie für Tiere und Produzenten

Solch ein Stallbrand ist eine Tragödie für Tiere und Besitzer. Oftmals ist er sogar existenzbedrohend, wie Meinrad Pfister, Präsident von Suisseporcs, dem Schweizerischen Schweinezucht und Schweineproduzentenverband, bestätigt. Pfister geht von einer Serie von Bränden aus, die man jetzt sauber abklären müsse, um die Ursachen zu analysieren.

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Januar: In Sax SG kommen über 400 Tiere bei Brand um
Aus News-Clip vom 06.01.2020.
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Generell sei es äusserst schwierig, die Tiere rechtzeitig zu retten. «Gerade Schweine sind sehr schreckhafte Tiere, die bei Feuer äusserst panisch reagieren und im Gegensatz zu anderen Tieren keine Fluchttiere sind. 50 Prozent der Schweine in der Schweiz haben permanenten Auslauf im Freien und könnten somit einfach durch das Tor rausspringen. Jedoch finden sie in der Panik den Ausgang nicht mehr. Man muss sie dann evakuieren, das heisst in den meisten Fällen raustragen». Ein Wettlauf gegen die Zeit.

Brandschutzmassnahmen gefordert

Sofortige Massnahmen fordert die stellvertretende Geschäftsleiterin der Stiftung «Das Tier im Recht», Vanessa Gerritsen. «So ein Ereignis ist äusserst tragisch. Diese Tiere sind ihrem Schicksal ausgeliefert. Sie können nirgendwo hin, verbrennen und ersticken grausam.» Der Kanton Bern ist derzeit der einzige Kanton, der Tiere ausdrücklich in den Brandschutzverordnungen erwähnt. Es sei ein grosses Manko, dass dies im Rest der Schweiz nicht so ist. Doch Gerritsen sieht noch ein anderes Problem: die Massentierhaltung. «Je grösser die Tierbestände sind, umso schwieriger ist es, die Tiere rechtzeitig zu retten, wenn man einen Brand entdeckt. Ställe mit hunderten von Säuen machen es praktisch unmöglich, die Tiere zu retten und das geht einfach nicht. Nur weil wir billiges Fleisch haben wollen.»

Eine einfache Sofortmassnahme wäre das Anbringen einer Alarmanlage, die mit dem Smartphone verbunden ist. Die meisten der bestehenden Stallgebäude in der Schweiz aber haben noch keine entsprechende Anlage, gesetzlich sind diese noch nicht vorgeschrieben. Der Schweizerische Bauernverband zweifelt an der Wirksamkeit dieser Anlagen, zu oft würde es einen Fehlalarm geben, da die Geräte äusserst sensibel auf Staubentwicklung reagieren. Ausserdem – so Meinrad Pfister von Suisseporcs – sei es auch mit Alarmanlage absolut notwendig, dass jemand schnellstmöglich vor Ort sei. Am besten gewährleistet sei das natürlich, wenn sich die Wohnhäuser direkt neben den Stallungen befinden.

Durch die neue Brandserie ist die Diskussion um die Brandschutzverordnungen für Tiere neu entfacht.

10v10, 26.2.2020, 21:50; blur

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160 Schweine sterben bei Stallbrand in Herdern
Aus Schweiz aktuell vom 25.02.2020.
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10 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Für unsere Pferde kam nur Robusthaltung infrage. Ein Offenstall mitten auf der Weide, umgeben von Gebüschen, jedem seine eigene Boxe, aber keine Türen, auch keine Klappen, rund ums Jahr und um die Uhr freier Weidezugang, was ein solches Schicksal unmöglich macht. Robustgehaltene Tiere sind zudem fast nie krank, benötigen kaum Medis, sind ausgeglichen, glücklich, sozial, ihre Boxen fast immer sauber, weil sie zum Versäubern jeweils ihren gemeinsamen Sch....platz benutzen, dh auch weniger Arbeit.
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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    begulide, 5x erwähnen Sie die Notwendigkeit einer Fluchtmöglichkeit. Ich verstehe nichts von Schweinen, aber da oben steht: «Schweine sind schreckhaft, reagieren bei Feuer panisch, sind keine Fluchttiere. 50% von ihnen haben in der CH permanenten Auslauf ins Freie u.könnten somit einfach rausspringen. Jedoch finden sie in der Panik den Ausgang nicht mehr. Man muss sie dann in den meisten Fällen raustragen». Wenn dem so ist, ist eine gut funktionierende Alarm-+ effiz.Sprinkleranlage unumgänglich.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Längst notwendige, logisch faire, tier-schützerische Sicherheits-Massnahmen ergreifen! 1. keine Massentierhaltungen und Schnellmastfabriken, da dort viel zu viele Tiere auf engstem Raum eingesperrt sind, ohne Fluchtmöglichkeiten! 2. "Ställe" so bauen/umbauen, dass die Tiere selbständig ins Freie (grosse Grünfläche) gelangen können = Fluchtweg bieten!
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