Zum Inhalt springen

Header

Video
Forderung nach Shutdown mit schärferen Massnahmen wird laut
Aus Tagesschau vom 03.01.2021.
abspielen. Laufzeit 6 Minuten 14 Sekunden.
Inhalt

Massnahmen gegen Corona Gesundheitsdirektor: «Schulschliessungen sind die Ultima Ratio»

Bei steigenden Corona-Zahlen werden Schulschliessungen wieder zum Thema. Dafür hat der Schweizer Lehrerverband Verständnis, er warnt jedoch vor den Folgen.

Nach den Festtagen blickt der Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) wenig optimistisch in die Zukunft, was die Wirksamkeit der aktuellen Corona-Massnahmen angeht. «Verschärfungen werden sich nicht vermeiden lassen, wenn in den kommenden Wochen wieder hohe Zahlen mit einer steigenden Tendenz folgen», sagt Lukas Engelberger.

Einkaufsläden könnten noch geschlossen und Homeoffice zur Pflicht erklärt werden. Aber vielleicht brauche es mehr. «Wir haben bisher versucht, die Schule und das Arbeitsleben mit Massnahmen möglichst zu schonen. Dieser Spielraum ist jetzt aber ausgeschöpft», betont Engelberger.

Video
Gesundheitsdirektor Engelberger thematisiert Schulschliessungen
Aus Tagesschau vom 03.01.2021.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 54 Sekunden.

Der GDK-Präsident begründet mögliche Massnahmen an den Schulen damit, dass diese die «Taktgeberin im Alltag» sei. Wenn die Schule mit Fernunterricht funktioniere und die Schülerinnen und Schüler sich nicht bewegten, würden Kontakte reduziert – auch, weil dadurch die Eltern verstärkt zu Hause bleiben würden. «Schulschliessungen sind aber die Ultima Ratio. Deshalb konnten wir sie bisher vermeiden», sagt Lukas Engelberger.

Um Kontakte in der Öffentlichkeit weiter zu reduzieren, wären Schulschliessungen eine Möglichkeit.
Autor: Franziska PeterhansZentralsekretärin Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH)

Beim Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) stösst Engelbergers Forderung wider Erwarten auf ein gewisses Verständnis. «Schulschliessungen sollten, wann immer möglich, verhindert werden. Aber die Gesundheit aller geht vor», betont Zentralsekretärin Franziska Peterhans. Sollte sich die epidemiologische Situation entsprechend verschlechtern, seien auch aus Sicht des Lehrerverbandes Schulschliessungen als letzte Möglichkeit denkbar.

Peterhans lächelt in die Kamera.
Legende: In der ersten Welle hätten rund ein Drittel der Kinder wenig bis gar nichts gelernt, da die direkte Betreuung durch die Lehrperson gefehlt habe, sagt Franziska Peterhans. ZVG

Peterhans erhält derzeit vermehrt Anfragen von besorgten Lehrpersonen und Eltern bezüglich Schutzmassnahmen und Corona-Ansteckungen an den Schulen. «Um Kontakte im öffentlichen Verkehr weiter zu reduzieren, wären Schulschliessungen zwar eine Möglichkeit», räumt sie ein, weist gleichzeitig jedoch auf die Nachteile des Fernunterrichts hin. Im Frühling hätten rund ein Drittel der Kinder wenig bis gar nichts gelernt, da im Online-Unterricht die direkte Betreuung durch die Lehrperson gefehlt habe. Zudem sei Fernunterricht für viele Familien belastend und die Kinderbetreuung eine Herausforderung.

Peterhans plädiert dafür, dass die Situation der obligatorischen und der weiterführenden Schule getrennt betrachtet wird. «Für Gymnasiasten und Berufsschüler ist Fernunterricht aufgrund ihres Alters für kurze Zeit leichter zu bewältigen. Volksschulen sollten vor allem für jüngere Kinder möglichst nicht geschlossen werden.» Dies auch, da jüngere Kinder bislang nicht als Treiber der Pandemie gelten.

Parteien-Allianz fordert neuen Shutdown

Für schärfere Corona-Massnahmen sprechen sich auch die Parteipräsidenten der Grünen und Grünliberalen aus. Sie wenden sich in einem offenen Brief an den Bundesrat und fordern eine «zeitlich beschränkte Phase mit weitergehenden Massnahmen». Grünen-Präsident Balthasar Glättli erklärt: «Was es jetzt braucht, ist dringend, dass die Hospitalisations- und Todeszahlen massiv gesenkt werden – und man nicht dauernd zwischen Öffnung und Schliessung hin und her pendelt.»

Video
Grünen-Präsident Glättli plädiert für einen Strategiewechsel
Aus Tagesschau vom 03.01.2021.
abspielen. Laufzeit 2 Minuten 15 Sekunden.

Auch für Glättli sind neben einer strengeren Homeoffice-Pflicht notfalls Laden- und Schulschliessungen denkbar. Der Druck auf die Regierung steigt nach den Festtagen. Ob und in welchem Rahmen weitere Verschärfungen ergriffen werden, will der Bundesrat am kommenden Mittwoch entscheiden.

Tagesschau, 03.01.2021, 19:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

126 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von tom rosen  (tom rosen)
    "Kinder sind nicht die Treiber." - in der Fachwelt streitet man über diese Aussage. Und Lockdowns (Wegschliessen der Bevölkerung) helfen? So wie in GB, F, E, D? Wo seit einem Jahr mit dieser Massnahme hin und her versucht wird, ohne dass man die Infektionen damit über einen relevanten Zeitraum signifikant reduzieren kann? Und selbst wenn das über einige Monate funktionieren würde, wäre das Virus dann ja nicht aus der Welt. Also immer wieder schliessen? Wirklich intelligent, diese Lösung.
  • Kommentar von Peter Ambauen  (PA1)
    @rasifix: wegen ein paar Wochen? Und nun, solls salonfähig werden? Wir hatten im 2020 sechs Wochen Fernunterricht! Der Lernstoff konnte so nie 1:1 wie beim Präsenzunterricht vermittelt werden. Gerade jüngere Kinder arbeiten (zum Glück) nicht acht Stunden am PC. Da gabs gekürzte Fassungen an Aufgaben. Und die Grösseren kommen oft nicht mehr mit, wenn Unterricht nur am PC läuft..auch die Motivation schwindet. Und nun erneut einige Wochen?Aber die Eltern sollens richten.
  • Kommentar von Lea Bohnenblust  (Lebo)
    Wo leben wir denn eigenltich dass gross posaunt wird, dass Eltern grösstenstiel einfach so selbstverständlich Zuhause bleiben können. Das ist fernab der Realität und die Infektionswege werden so einfach nur auf andere Bevölkerungsgruppen übertragen und sogar noch mehr generationenvermischt (Grosseltern, Nachbarn im Einsatz) Pure Verlagerung!. Anstatt dass man die Kinder bei den Kindern lässt! Ich arbeite wie viele in einem Beruf, in dem ich nicht einfach Zuhause sitzen, egal was passiert!
    1. Antwort von Patrick Salonen  (Patrick Salonen)
      Genau weil die Kinder wahrscheinlich nicht die Treiber der Pandemie sind, wäre es doch eine Möglichkeit, dass einige Kinder eines Quartiers, oder einer Klasse zusammen die Aufgaben erledigen? Zumindest dort wo es die finanzielle Lage nicht zulässt, dass minimum ein Elternteil zu Hause bleibt. So würde es pro Elternteil vielleicht einen Tag pro Woche geben, welcher abgedeckt werden müsste?
    2. Antwort von Lea Bohnenblust  (Lebo)
      Bei der 1.Welle war dies bei uns im Quartier eine Idee, die schlussendlich daran gescheitert war, dass sich jede Familie einigelte aus Angst vor dem Virus. Sprich keine anderen Kinder bei sich haben wollte-viele Leute sind auch mit vulerablne Personen in einem Haushalt. Zudem war es logistisch eine zu komplexe Aufgabe, da schon teilweise keine Platzverhältnisse vorhanden sind, und die Eltern die es sich leisten können zuhause zu bleiben-zumindest in meinem Umfeld-eine Seltenheit sind.