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Mehr Spezialisten benötigt Bund bewilligt mehr Arbeitskräfte aus Drittstaaten

Frau, die eine B-Bewilligung in den Händen hält. Aufnahme von hinten.
Legende: Keystone
  • Der Bundesrat erhört den Ruf der Wirtschaft nach zusätzlichen Spezialisten von ausserhalb der EU – zumindest teilweise.
  • Er hat beschlossen, dass nächstes Jahr 500 zusätzliche Aufenthaltsbewilligen B vergeben werden können.
  • Das Kontingent für Aufenthaltsbewilligungen wird damit von aktuell 3000 auf 3500 vergrössert. Damit erfüllt der Bundesrat eine Forderung des Arbeitgeberverbandes.

Dieser hatte auch die Aufstockung des Kontingents für Kurzaufenthaltsbewilligungen L verlangt. In dieser Kategorie bleibt es jedoch bei den heute geltenden 4500 Bewilligungen. Vor einem Jahr hatte der Bundesrat beide Kategorien um 500 Bewilligungen aufgestockt.

Aufgestockt wird auch das Kontingent für Dienstleistungserbringer aus EU/EFTA-Staaten mit einer Einsatzdauer von über 90 respektive 120 Tagen pro Jahr. Dieses umfasst nächstes Jahr 3000 Einheiten für Kurzaufenthalter und 500 Einheiten für Aufenthalter. Diese Höchstzahlen gelten für Dienstleistungserbringer, die sich nicht auf das Freizügigkeitsabkommen berufen können.

Entscheid sei «Schritt in die richtige Richtung»

Für die Kantone ist die vom Bundesrat beschlossene Erhöhung der Drittstaatenkontingente ein «Schritt in die richtige Richtung». Trotzdem hätten sich einige mehr erwünscht.

Die Konferenz Kantonaler Volkswirtschaftsdirektoren (VDK) hatte dem Bundesrat im Rahmen der ordentlichen Anhörung diesen Sommer empfohlen, die Höchstzahlen für Angehörige aus Drittstaaten für 2018 auf total 8500 Einheiten anzuheben, was dem Stand des Jahres 2014 entsprechen würde. Die Regierung hob die Zahl der Kontingente nun auf total 8000 an.

Die VDK wertet den Entscheid «als Schritt in die richtige Richtung», wie sie am Freitag mitteilte. Mit der Erhöhung könne der Nachfrage aus der Wirtschaft besser Rechnung getragen und die Planungssicherheit für Unternehmen und Behörden erhöht werden.

Zürich ist unzufrieden

Carmen Walker Späh.
Legende: Will sich für höhere Kontingente einsetzten. SRF

Es sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, er gehe aber zu wenig weit, kritisierte dagegen die Zürcher Volkswirtschaftsdirektion. Der Wirtschafts- und Forschungsplatz Zürich habe sich eine «etwas stärkere Erhöhung» gewünscht.

Laut der Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) dürften im kommenden Jahr dank der Erhöhung auch «für Unternehmen, Start-ups, Bildungs- und Forschungsinstitute im Kanton wieder mehr Aufenthaltsbewilligungen zur Verfügung stehen». Ob die landesweit leicht höhere Kontingentszahl indes ausreicht, um die hohe Nachfrage nach Fachkräften zu befriedigen, werde sich weisen.

Kontingente bereits im März ausgeschöpft

«Sollte es im kommenden Jahr erneut zu einer für den Wirtschaftsstandort Zürich nachteiligen Kontingentsknappheit kommen, wird sich der Kanton beim Bund mit Nachdruck für eine Erhöhung einsetzen», wird Walker Späh zitiert.

Dies hat der Kanton Zürich – gemeinsam mit anderen Kantonen und dem Schweizerischen Arbeitgeberverband – bereits in diesem Jahr gemacht. Denn die ihm zustehenden Kontingente waren schon Ende März 2017 ausgeschöpft. Dies führe zu einem Standortnachteil für die hier ansässigen Unternehmen und Hochschulen, heisst es in der Mitteilung der Volkswirtschaftsdirektion.

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Tim Neumann (Tim Neumann)
    Es gibt nicht zu wenig Fachkräfte in der Schweiz. Es gibt nur zu wenig billige...
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  • Kommentar von Beat. Mosimann (AG)
    Die CH eine Arche Noha, Die die es besser wissen, sollen und können denen die es noch nicht wissen beibringen, od. auf dem Teller servieren, die Frage bleibt , kommt das Den Gen damit klar? Diese Menschen sind mit Europa überfordert. Austausch von Spezialisten ist sicher ok, nur die gehen sicher nicht zurück, den hat die ganze Familie eine Chance:)in der CH
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    So langsam sehe ich schwarz für die EU. Scheinbar sind bereits alle Spezialisten in Schweiz, sodass man sich nun vermehrt bei den Drittstaaten bedienen muss, oder sind diejenigen eventuell noch billiger?
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Kommt drauf an, ob die Zuwanderung von Fachkräften aus der EU entsprechend redzuziert wird. Glaube das allerdings kaum, denn dann würde uns die EU wieder auf die Pelle rücken & es als Diskriminierung gegenüber EU-Bürgern verschreien.
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    2. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Sie sind noch billiger! Der IT-Inderblues wurde schon vor vielen Jahren von dedeutschen IT-Ponzen Bundeskanzler Schroeder vorgejammert. Der sagte.... schliesslich: "OK, aber Mindestlohn 100 000 und Bluechips fuer nur 5 Jahre!" Das gabs ploetzlich noch mehr als genug EU- und gar deutsche IT-Spezialisten. Und die paar dennoch geholten Inder sind heute fast alle wieder weg....
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    3. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      @Waeden - Bingo! Bei den Kontingenten wars aehnlich. Als die Italiener zuwenig doempten, wurde auf die Jugos ausgewichen, und da dort die Musels am billigsten waren, wurden diese rekrutiert. Jetzt doempen gar die EU-Sueder und -Oster zuwenig. Die gewinnsuechtigen Drittlaenderkontingente sollten monatlich versteigtert, statt bis im Maerz auch fuer Lohndoemper statt nur unentbehrliche Spezialisten gratis verschleudert werden....
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