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Q-Fieber bei Ziegen im Tessin
Aus Schweiz aktuell vom 06.06.2019.
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Mehrere Fälle im Tessin Ziegen stecken Menschen mit Q-Fieber an

Im Maggiatal haben sich mehrere Menschen mit dem Q-Fieber infiziert. Die Behörden wollen die Verbreitung eindämmen.

Es ist das erste Mal, dass im Tessin so viele Ziegen mit dem Bakterium infiziert sind, das beim Menschen das Q-Fieber auslösen kann. Gut ein Drittel der 300 kontrollierten Vierbeiner im Maggiatal ist betroffen. Normalerweise trägt nur jedes zehnte Tier das Bakterium in sich.

Das Q-Fieber gehört in der Schweiz zu den meldepflichtigen Krankheiten. Seit Anfang Jahr sind laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) rund 50 Fälle bekannt geworden, davon gut 20 aus dem Tessin.

Ziegen werden geimpft

Zurzeit sind alle betroffenen Ziegen auf der Alp. Eine gute Lösung – so ist der Mensch besser vor einer Ansteckung geschützt. Zudem kann der Züchter die leeren Ställe reinigen und desinfizieren. Laut den Tessiner Behörden ist die Situation unter Kontrolle. Trotzdem wird eine weitere, selten getroffene Massnahme vorbereitet.

Ziegen auf der Alp
Legende: Zurzeit sind alle mit dem Bakterium infizierten Ziegen auf der Alp. Keystone (Symbolbild)

«In einem Abstand von drei Wochen werden wir alle Geissen zweimal impfen», sagt Kantonstierarzt Luca Bacciarini. Laut dem Institut für Virologie und Immunologie gibt es für diese Impfung in der Schweiz zurzeit keine Zulassung. Jedoch hat die Tessiner Behörde auf Anfrage beim Bund eine Spezialbewilligung erhalten. Diese gibt ihr die Erlaubnis, den Impfstoff zu importieren und anzuwenden.

Mit dieser Massnahme soll die Ansteckungsgefahr für den Menschen reduziert werden. Eine Übertragung des Bakteriums vom Tier auf den Menschen ist ohnehin selten – auch bei Personen, die oft mit den Tieren zu tun haben, wie etwa dem Tierarzt oder dem Züchter. Von Mensch zu Mensch ist die Krankheit nicht übertragbar.

Weitere Massnahmen angeordnet

«Sollten Menschen doch einmal vom Fieber infiziert werden, treten selten Symptome auf», sagt Giorgio Merlani. Laut dem Tessiner Kantonsarzt sind angesteckte Personen über eine Blutanalyse identifizierbar. Die seltenen Symptome zeigten sich in Form von allgemeinen Grippesymptomen wie Gelenkbeschwerden und leichtem Fieber. Nur bei rund fünf Prozent der Betroffenen löst diese Krankheit eine untypische Lungenentzündung aus.

Die Lungenentzündung kann mit Antibiotika behandelt werden. Trotz der geringen Ansteckungsgefahr haben die Tessiner Behörden weitere Massnahmen eingeleitet, um eine Verbreitung zu verhindern. So haben sie die Pasteurisierung der Milch angeordnet und den Verkauf von Käse aus Rohmilch verboten.

Ausbreitung wegen Trockenheit und Wind

Kantonstierarzt Luca Bacciarini sagt: «Das kantonale Labor hat auch bereits fertiggestellte Milchprodukte überprüft. Ebenso Waren, die kurz vor der Fertigstellung standen. Je nach Befund haben wir diese für den Verkauf zugelassen oder eben nicht.»

Die Massnahmen, die der Kanton eingeleitet hat, sollten der Infektion ein baldiges Ende bereiten. Der Grund für die hohe Infektionsrate liegt sehr wahrscheinlich bei der Geburt der ersten Zicklein vor ein paar Monaten. Zudem haben die Trockenheit und der Wind der vergangenen Monate dazu beigetragen, dass sich das Fieber ausbreiten konnte.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Nicola Harrison  (Nicola Harrison)
    Bakterien, Hefen und Schimmelpilze sind NICHT artspezifisch, sondern nur Transformationen oder der Zweck einer organisierten menschlichen, tierischen oder pflanzlichen Zelle (Mikroenzym). alle Bakterien sind Abbauprodukte oder Zellfragmente aus lebenden unzerstörbaren Mikroenzymen, die ihre Form und Funktion verändern können. Der Keim ist nichts anderes als die biologische Transformation der Zellstörung. Keime werden in uns und von uns als Zeichen einer sauren inneren Umgebung geboren.
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    1. Antwort von Robert Frei  (RFrei)
      Das sind wohl ganz neue Theorien für die Biologie und Medizin. Meine saure innere Umgebung schüttelt den Kopf.
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