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Meinungsbildung im Netz Informativ oder manipulativ?

Legende: Audio Wahlbeeinflussung im Internet – Datenschützer will gewappnet sein abspielen. Laufzeit 1:59 Minuten.
1:59 min, aus HeuteMorgen vom 24.05.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Facebook und andere Datengiganten erreichen Millionen von Menschen und beeinflussen möglicherweise auch Wahlen.
  • Vor den Parlamentswahlen 2019 will nun der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte eine Gruppe von Datenexperten zusammenstellen, die die Meinungsbildung im Internet überwacht.

Wahlen in der Schweiz sind fair. Eine Selbstverständlichkeit? Nicht unbedingt für den Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten Adrian Lobsiger. Deshalb hat er sich mit seinen Kollegen aus den Kantonen zusammengesetzt. «Es ist so, dass wir uns jetzt im Hinblick auf die Wahlen überlegen, wie wir der Öffentlichkeit gewisse Informationen geben können», sagt Lobsiger.

«Vote»-Button bei Facebook

Internetgiganten wie etwa Facebook experimentierten mit Big-Data-Modellen in der politischen Meinungsbildung. Facebook sei sogar das Paradebeispiel dafür, sagt Lobsiger weiter.

Da ist etwa der «Ich gehe wählen»-Button von Facebook. Wer es auf einer Facebook-Seite sieht, weiss: Heute kann ich wählen gehen. In vielen Ländern – darunter auch in den USA – hat Facebook das Symbol bereits eingesetzt. Es erhöhe die Wahlbeteiligung, schreibt etwa das Online-Magazin «Republik».

Nur ist unklar, wer das Symbol zu sehen bekommt – und wer nicht. Und damit auch, ob es nicht bloss gewisse Wähler motiviert – und damit Wahlen beeinflusst.

Die Schweizer Wahlen spielen sich in der digitalen Realität ab. Es ist klar, dass die digitale Technologie eine Rolle spielen kann.

Lobsiger will das verhindern und bereitet sich jetzt schon vor. Er sucht Datenexperten, will eine Gruppe zusammenstellen, die die Meinungsbildung im Internet überwacht und dann die Öffentlichkeit im Internet informiert. «Damit wir in der Lage sein könnten, eben möglichst zeitgerecht über diese Bearbeitungsmethoden zu informieren», sagt Lobsiger.

Gefährdet das Internet die Fairness der Wahlen?

Bleibt die grundsätzliche Frage: Gefährdet das Internet die Fairness der Wahlen? Die Antwort des Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten ist vorsichtig: «Die Schweizer Wahlen spielen sich in der digitalen Realität ab. Es ist klar, dass die digitale Technologie eine Rolle spielen kann.»

Ob diese Rolle aber informativ ist oder manipulativ – das wird erst der Wahlherbst 2019 zeigen.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Keine Sorge: die Digitalisierung ist in etwas mehr wie 50 Jahren vorbei. Keine Rohstoffe mehr, um die technisierte Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Durch das Zusammenkrachen der Menschheit entstehen dann ganz andere Probleme...
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  • Kommentar von frank nüller (frankysrf)
    das ganze thema wird zu einem obsessiven witz und wahn. es kommt noch so weit, dass ich mal verhaftet werde, weil ich etwas geschrieben oder gesagt haben werde, nur informativ, aber jemand fühlt sich manipuliert, weil meine information dem jemanden nicht passt und er meint, ich könnte ihn überzeugen wollen, also manipulieren !!!!
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  • Kommentar von Arthur Häberli (Arthur Häberli)
    Nicht immer ist es einfach Abstimmungen nach der eigenen Gesinnung zu tätigen. Denn schon die Texte der Themen sind oft schon so verquer, dass ein 'Ja' ein 'Nein' bedeutet und umgekehrt. Manipulation? Es geht (oft) nur, in dem man/frau sich ich in die Themen sorgfältig einliest - auf allen Kanälen - sich ein wirklich klares Bild schafft. 'lappi tue d'auge uf', scheint mir da beste Motto zum Thema. Abstimmungen sind so lange manipulierbar, wie Stimmende sich nicht breit und tief informieren.
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