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Messerangriff in Winterthur «Kipp-Moment», Schock und Kritik – die Reaktionen aus der Politik

Der Messerangriff von Winterthur mit drei Verletzten löst politische Wellen aus. Die Reaktionen im Überblick.

Mario Fehr: Der Zürcher Sicherheitsdirektor sprach an der Medienkonferenz von einem folgenschweren «Kipp-Moment» und bezeichnete das Vorgehen der Mediziner, die den Täter psychiatrisch behandelt hatten, als offensichtliche Fehleinschätzung. Angesichts der Radikalisierung fordert Fehr nun harte politische Konsequenzen für den Täter, der 2009 in Winterthur eingebürgert worden war. «Wir wollen solche Leute nicht hier haben. Bei schweren Verbrechen und Terrorismus kann das Bürgerrecht entzogen werden», betonte der Regierungsrat. Der Mann solle in die Türkei ausgeschafft werden, wo er gemäss Informationen der Behörden die letzten zwei Jahre vermutlich lebte.

Guy Parmelin: Am Abend äusserte der Bundespräsident auf X seine tiefe Betroffenheit. Er dankte den Einsatzkräften und wünschte den drei Verletzten eine rasche und vollständige Genesung. «Ich bin schockiert über den Terroranschlag in Winterthur», schrieb er.

Bundesanwaltschaft: Laut einer schriftlichen Stellungnahme führte die Bundesanwaltschaft bisher kein Strafverfahren gegen den Angreifer von Winterthur. Die Behörde widerspricht damit Aussagen Fehrs an der Medienkonferenz vom Donnerstag, an der er ein solches Verfahren erwähnte. Auf Anfrage von SRF schrieb eine Mediensprecherin: «Die Bundesanwaltschaft (BA) hält fest, dass die BA bisher kein Strafverfahren im Zusammenhang mit den heutigen Ereignissen in Winterthur oder gegen die mutmasslich darin involvierte Person führte.» Man habe aber die Übernahme des Strafverfahrens in die Wege geleitet und arbeite mit der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, der Kantonspolizei Zürich und weiteren Behörden zusammen.

Mann mit Brille im Anzug gestikuliert.
Legende: Der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr in einer Aufnahme vom 16. Dezember 2025 KEYSTONE/Andreas Becker

Reaktionen aus dem Bundeshaus: Gegenüber «20 Minuten» verlangen mehrere Exponenten der nationalen Politik parteiübergreifend klare Massnahmen. FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen (BE) fordert den Entzug der Staatsbürgerschaft und die Ausweisung des Täters. SVP-Nationalrat Mauro Tuena (ZH) kritisiert das Staatssekretariat für Migration (SEM) scharf und spricht von einer «katastrophalen Fehleinschätzung», da der Täter bereits 2015 als radikalisiert galt. Mitte-Ständerätin Marianne Binder (AG) warnt vor extremistischen Parallelgesellschaften und bezeichnet die Lage als «tickende Zeitbombe». SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer zeigte sich als Winterthurerin schockiert und sprach von einem «riesigen Schock». Sie betonte die Notwendigkeit eines Informationsaustauschs mit den Sicherheitsbehörden der EU.

Tagesschau, 28.05.26, 19:30 Uhr ; 

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