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Darf der Vermieter wegen Corona ein Besuchsverbot verhängen?
Aus Espresso vom 08.04.2020.
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Mieterärger Darf der Vermieter wegen Corona ein Besuchsverbot verhängen?

Einzelne Vermieter sperren die Wiese vor dem Haus oder verbieten Besuche. Geht nicht, sagt der Mieterverband.

«Mein Vermieter hat ein Besuchsverbot für alle Mieter verfügt. Ist das zulässig?», fragt ein Hörer des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso». Offensichtlich handle es sich um eine Massnahme, um den Hygiene- und Sicherheitsregeln des Bundes Nachdruck zu verleihen.

«Absolut unzulässig»

Das gehe aber eindeutig zu weit, sagt Walter Angst vom Zürcher Mieterverband. Es sei nicht Aufgabe des Vermieters, öffentliche Anordnungen durchzusetzen und schon gar nicht in einem verschärften Ausmass: «Ein solches Verbot ist absolut unzulässig. Der Mieter darf Besuch empfangen, es könnten ja Familienmitglieder oder der Partner, die Partnerin sein.»

So ein Verbot habe auch rechtlich weder Hand noch Fuss, so Angst. Ein Vermieter könnte höchstens eine Meldung machen bei den Behörden, wenn er feststellen sollte, dass ein Mieter sich offensichtlich um die Regeln des Bundes foutiert und beispielsweise grosse Partys in seiner Wohnung veranstaltet.

Ist der Rasen gesperrt, hat man eine Mietzinsreduktion zugute

Ein zweiter Fall ist etwas anders gelagert: Ein Hörer schreibt, im Nachbarhaus habe der Vermieter die allgemein zugängliche Rasenfläche abgesperrt. Auch hier wohl mit dem Ziel, dass sich keine grössere Gruppe versammelt. Das dürfe ein Vermieter, so Walter Angst vom Mieterverband, aber er könne mit dieser Einschränkung den Mietvertrag nicht mehr erfüllen. Der Mieter hätte deshalb grundsätzlich eine Mietzinsreduktion zugute.

Soweit die Theorie. Der Mieterverband empfiehlt aber, besonders in dieser aussergewöhnlichen Situation: Zuerst mit dem Vermieter ein sachliches Gespräch führen, wenn dieser neue Regeln aufstellt. Vielleicht könnte man ja mit ihm Bedingungen abmachen, wie die Wiese auch weiterhin benutzbar ist. Oder: Man erklärt dem Vermieter, dass es nicht verboten ist, zuhause Besuch zu empfangen.

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Espresso, 08.04.20, 08:13 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Jan Hansen  (Gaotseun)
    Also zuminstest teilweise kann ich die Vermieter verstehen. Ohne weitere Hintergrundinformationen aber schwer zu beurteilen.
    Das beste ist natürlich wenn Mieter und Vermieter aufeinander zugehen.
    Wir haben im Haus auch Personen aus der Hochrisiko-Gruppe.
    Zwar sind die Wohnungen getrennt denoch gibt es viele Bereiche die gemeinschaftlich genutzt werden. Treppenhaus Waschküche usw.
    Alle Mieter und der Vermieter haben zusammen beschlossen erst mal auf externe Besuche zu verzichten.
  • Kommentar von Martin Meier  (M.Meier)
    So ein Verbot ist absolut iin Ordnung.
    Seitens Behörden wird uns eingetrichtert man solle doch zu Hause bleiben und das Virus nicht von einem Haushalt in den anderen weiterverbeiten, und die Unverbesserlichen machen dann Hausbesuch bei Freunden und Verwandten.
    Dann kommt dann halt die Polizei, denn die darf ja büssen wenn z.B. mehr als 5 Leute im Garten grillieren, falls nicht gleicher Haushalt.
    Kapiert es doch einfach endlich. Bleibt zu Hause, dann ist der Spuk für alle schneller vorüber.
    1. Antwort von Halbeisen Charles  (chh)
      Der Spuk ist erst vorbei, wenn 70 % der Bevölkerung die Krankheit durchgemacht haben oder für die Bevölkerung genügend Impfdosen zur Verfügung stehen, und das ist frühestens in 6 Monaten. Trotzdem können wir die Wirtschaft wieder hochfahren, webn wir die Distanzregel wie bisher befolgen. Dass dabei Vermieter den Sherif spielen, ist unnötig und übergriffig.
    2. Antwort von Felice Limacher  (Felimas)
      @Halbeisen: Das sind Spekulationen die Sie verbreiten, welche (noch) nicht bewiesen sind und somit weder förderlich noch konstruktiv sind in dieser Situation.
  • Kommentar von Nadine Müller  (Nadine Müller)
    Immer wieder erstaunlich, auf was für Ideen manche Menschen kommen. Ein Versuchsverbot ist genau so fehl am Platz, wie eine Forderung nach Mietzinssenkung auf Grund gesperrter Grünflächen. Es sollte jedem klar sein, dass Spielplätze etc aktuell auf Grund der besonderen Lage zum Schutz aller gesperrt werden und dies nur übergangsmässig ist. Hier eine Mietzinsreduktions zu fordern würde schon in die Richtung gehen, dass man versucht aus der Pandemie Profit zu schlagen.
    1. Antwort von Felice Limacher  (Felimas)
      Sie verwechseln etwas Frau Müller. Hier geht es nicht um um die Sperrung von Spielplätzen, sondern um Grünfläche, bzw. Umschwung, auf welchem sich Mieter in Gruppen von max. 5 Personen die genügend Abstand voneinander haben aufhalten dürfen. Wie beschrieben ist das nicht Sache eines Vermieters dies ohne Konsequenzen zu unterbinden. Tut er es trotzdem, schränkt er er die Mietbedingungen ein, was einer Mietzinsreduktion Vorschub leistet. Das ist eine ziemlich logische Konsequenz ...