Zum Inhalt springen
Inhalt

Mit Autopilot verunfallt Klage gegen Tesla in Genf

Legende: Video Unfall mit Autopilot – wer trägt die Verantwortung? abspielen. Laufzeit 03:06 Minuten.
Aus 10vor10 vom 18.12.2018.

Ein Tesla lässt sich ohne eine Hand am Steuerrad fahren. Er manövriert selbst – per Autopilot. Aber: heikle Situationen und Unfälle mit sogenannt teilautonomen Fahrzeugen häufen sich. Wer jeweils Schuld hat, Fahrer oder Autopilot, ist umstritten.

«Der Tesla hätte bremsen müssen»

Nach einem Unfall auf einer französischen Autobahn verklagt nun ein Genfer Unternehmer den US-Autohersteller. Das machte die Zeitung «Tribune de Genève» publik. Der Mann war im April 2017 mit seinem Tesla in ein Unterhaltsfahrzeug gefahren und wurde dabei schwer verletzt.

Sein Anwalt Robert Assaël sagt: «Der Tesla hätte bremsen, das Hindernis erkennen und die Spur wechseln müssen. Aber das ist nicht geschehen. Das ist ein Konstruktionsfehler dieses Modells.» Der Fall ist an einem Genfer Zivilgericht hängig.

Tesla nimmt Stellung

Gegenüber «10vor10» nimmt Tesla nur schriftlich Stellung: «Wir haben keinen Grund zur Annahme, dass der Autopilot eine Fehlfunktion hatte. Wird der Autopilot genutzt, liegt es in der Verantwortung des Fahrers aufmerksam zu bleiben und das Fahrzeug unter Kontrolle zu behalten.»

Das Gesetz gibt Tesla recht: Die Hände gehören trotz Autopilot ans Steuer. Guido Bielmann, Sprecher des Bundesamts für Strassen Astra: «Im Moment ist das Gesetz klar: Nicht das Auto ist schuld, sondern die Person am Steuer muss die Verantwortung tragen.»

Im Moment ist das Gesetz klar: Nicht das Auto ist schuld, sondern die Person am Steuer muss die Verantwortung tragen.
Autor: Guido BielmannSprecher des Bundesamts für Strassen Astra

Verkehrspolitiker warnt wegen Klage

Der Aargauer FDP-Nationalrat und TCS-Vizepräsident Thierry Burkart warnt davor, dass die Klage gutgeheissen wird. Dies könne ein fatales Signal für die Branche sein. «Der Autohersteller wäre haftbar für das teilautonome Fahren» sagt Burkart. «Ein Autohersteller würde keine solche Autos mehr in die Schweiz liefern, weil er dieses Risiko nicht eingehen will.»

Anders sei die Lage, wenn in Zukunft dereinst vollautomatisierte Fahrzeuge auf den Strassen fahren würden. Thierry Burkart: «Dann schaut die Haftungsfrage anders aus. Dann müsste man prüfen, ob der Autohersteller aufkommen muss.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Die Software,-Fahrzeug und Computerhersteller,die Behörden,die dieses Zeug zulassen, die Verkäufer und die Betreiber haben die besseren Anwälte oder eine Rechtsschutz-Versicherung.Das Opfer verfügt oft nicht über diese Möglichkeiten und könnte dann zum zweiten Mal Opfer werden,da die Schuldfrage nicht geklärt weden kann. In Dubio pro Reo und das Opfer geht leer aus.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    An diesem Thema offenbart sich eine existenzielle menschliche Schicksalsfrage, die sich auch schon Batteriehühner gestellt haben: Vollautomatisiertes sorgenfreies Dasein für viele in völliger Spassbefreiung oder restrisikobehaftete Freiheit für einige mit genug Freiraum? - In diesem Sinne wünsche ich nachfolgenden Generationen: es schöns Läbe no...!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Sascha Freitag (SF)
    Der gesunde Menschenverstand ist auf der Strecke verloren gegangen. Autonome Fahrsysteme sollten verboten werden im öffentlichen Verkehr, es gibt da auch andere Verkehrsteilnehmer, die nicht wegen einer Software sterben wollen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen