Zum Inhalt springen

Header

Audio
Militärgericht spricht Piloten nach Absturz frei
Aus Rendez-vous vom 11.12.2020.
abspielen. Laufzeit 2 Minuten 11 Sekunden.
Inhalt

Mit Schleudersitz gerettet F/A-18-Absturz: Militärgericht spricht den Piloten frei

  • Der Pilot eines 2015 im französischen Jura abgestürzten F/A-18-Kampfjets ist vom Militärgericht 2 in Aarau freigesprochen worden.
  • Der 43-Jährige war der mehrfachen fahrlässigen Nichtbefolgung von Dienstvorschriften angeklagt.
  • «Ich habe mich für das Leben entschieden», sagte der Pilot, der sich mit dem Schleudersitz gerettet hatte, vor Gericht.

Der Berufsmilitärpilot wurde auch vom Vorwurf des Missbrauchs und der Verschleuderung von Material freigesprochen. Das Gericht sieht von einer disziplinarischen Bestrafung ab. Der Auditor (Kläger) hatte eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen gefordert. Der Verteidiger verlangte einen Freispruch.

Der Deutschschweizer Pilot war bei einem Luftkampftraining mit zwei Tiger-Jets am 14. Oktober 2015 verunfallt. Dabei kam es in der letzten Phase zu einem Strömungsabriss im linken Triebwerk des F/A-18-Kampfflugzeugs.
Dadurch fiel die Leistung ab.

Das Flugzeug drehte sich mit einer Walzbewegung nach links und verlor rasch an Höhe. Der Pilot konnte es nicht mehr stabilisieren – und betätigte den Schleudersitz. Er erlitt Verletzungen.

Der F/A-18-Kampfjet stürzte unkontrolliert in der Nähe der französischen Ortschaft Glamondans ab und wurde zerstört. Es entstand gemäss Anklageschrift ein Totalschaden im Umfang von rund 55 Millionen Franken.

Pilot: «Fürs Leben entschieden»

Am zwei Tage dauernden Prozess hatte der Pilot von den Problemen während des Kampftrainings berichtet. Er habe bis zuletzt nicht gewusst, welches Problem er gehabt habe. Es sei darum gegangen, zu verhindern, in den Boden zu fliegen. Es habe sich um eine Notlage gehandelt.

«Ich hatte nur einen Versuch, nur ein paar Sekunden Zeit. Ich habe das Menschenmögliche gemacht», sagte er. Bei allen anderen Unfällen in den letzten 25 Jahren seien die Schweizer Piloten mit dem F/A-18 abgestürzt und ums Leben gekommen. «Ich habe mich für das Leben entschieden», sagte der Pilot.

Video
Absturz einer Schweizer F/A-18 (Archiv)
Aus Tagesschau vom 14.10.2015.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 44 Sekunden.

Rendez-vous vom 11.12.2020, 12:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

12 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Zu den Fotos: NR 1: Das Flugzeug ist nicht abgestürzt am Sustenpass sondern an einem Felsgrat in der Sustenpassregion zerschellt.
    Ansonsten ist es schon ok wenn die Justiz genau hinschaut, denn mit diesen Powerjets ist es wie mit einem Supersportwagen. Da lockt es schon mal etwas auf das Gas zu drücken, oder eben, etwas gar heftig herumzukurven. Das geht auch mit einer F-18 nicht immer aus jeder Fluglage voll Limit. Vielleicht eine Warnung an die anderen Piloten da etwas seriös zu bleiben!
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Patrik Müller
      Guten Abend Herr Müller, vielen Dank für den Hinweis. Wir haben die Passage entsprechend korrigiert. Freundliche Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Olivier Klossner  (Oli61)
    Er hatte die Wahl zwischen 55 Mio Schaden und 55 Mio Schaden und ein Leben. Ich hätte auch so entschieden.
    1. Antwort von Vera Kehrli  (Vera Kehrli)
      Nein, er hatte die Wahl gemäss Reglement zu fliegen oder aber das Reglement zu verletzen und so 55 Mio. an Steuergeldern zu verschleudern.

      Schon merkwürdig, dass sie die zweite Wahl gut finden.
  • Kommentar von Ernst Weber  (AschiWeber)
    Vernünftig!
    Leben ist wichtiger als Wert.