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Gerichtsprozess nach Kampfjet-Absturz
Aus HeuteMorgen vom 09.12.2020.
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Mit Schleudersitz gerettet Militärpilot nach F/A-18-Absturz vor Gericht

Einem Kampfjetpiloten wird vorgeworfen, er hätte bei einem Absturz auch das Flugzeug retten können.

In Aarau beginnt heute ein Gerichtsprozess der seltenen Art. Vor dem Militärgericht 2 steht ein Kampfjetpilot, der 2015 mit einer F/A-18 abstürzte. Der Mann konnte sich mit dem Schleudersitz retten. Das teure Flugzeug hingegen wurde zerstört.

Flugzeug verlor massiv an Höhe

Es hätte ein normales Luftkampf-Training sein sollen. Die FA 18 startete an einem Herbstmorgen vor fünf Jahren in Payerne. Zwei F5-Tiger, die als Gegner fungierten, kamen aus Sion angeflogen. Über dem französischen Jura fand das Training statt.

Es lief zunächst normal ab. Der F/A-18-Pilot wollte mit vollem Schub nach oben rechts fliegen, um einen Tiger zu verfolgen. Dabei begann sich das Flugzeug jedoch nach links zu drehen. Auf 2280 Metern Höhe erhielt der Pilot schliesslich die Warnung über einen sogenannten Strömungsabriss, der dafür sorgt, dass das Flugzeug massiv an Höhe verliert.

Schleudersitz betätigt

Ein fatales Problem also, das sich jedoch mit den richtigen Gegenmassnahmen in den Griff hätte kriegen lassen. Hätte – denn dies hat der Pilot gemäss Untersuchungsbericht nicht genügend getan. Wenige Sekunden später, auf 1855 Metern Höhe habe der Mann den Schleudersitz betätigt, obwohl das Flugzeug zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch hätte gerettet werden können.

So kam es, dass der Pilot mit seinem Fallschirm landete und der Kampfjet in ein Feld stürzte. Angeklagt ist der Mann nun, weil er die Maschine im Luftkampf-Training zu tief geflogen haben soll. Dies sei eine fahrlässige Nichtbefolgung von Dienstvorschriften.

Gegen 50 Millionen Franken wert

Schwerer wiegt die Anklage auf fahrlässigen Missbrauch und Verschleuderung von Militärmaterial. Hier wurde mit einer F/A-18 tatsächlich etwas sehr Teures zerstört, für das die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler aufkamen.

Die Maschine war noch gegen 50 Millionen Franken wert. In den kommenden drei Tagen wird verhandelt, inwiefern der Pilot für den Schaden verantwortlich gemacht werden kann.

SRF 4 News, Heute Morgen, 09.12.2020, 06:00 Uhr

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Weber  (AschiWeber)
    Der Pilot hatte vielleicht 10 Sekunden Entscheidungszeit. Das Gericht 5 Jahre. Wäre das nicht auch Verschleuderung von Steuergelder?
    Dem Piloten den Prozess zu machen finde ich unfair. Das gehört INTERN abgeklärt.
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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Steuergelder Verschleudern? Darum heisst es ja "Schleudersitz". Ok der Pilot hätte vielleicht noch eine halbe Sekunde Zeit gehabt das Notfallblatt zu konsultieren. Strömungsabriss am Triebwerk oder an der Tragfläche? Nicht dasselbe. Und nicht vergessen: Der Landschaden beim Bauer. Vielleicht hat noch 500 Rüebli oder Härdöpfel vernichet beim Absturz.
    Vielleicht hatte der alte Tiger aber tatsächlich den FA-18 abgeschossen? Wer weis...
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  • Kommentar von Ernst von Allmen  (MEVA)
    Da werden Tagelang teure Untersuchungen und Prozesse gemacht, um ein Urteil zu fällen ob der Pilot schuldig war oder nicht. Der Pilot hat nur ein Paar Sekunden Zeit, zwischen seinem Leben oder einem veralteten Kampfjet zu entscheiden.
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    1. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Für solche Entscheidungen innerhalb ein Paar Sekunden sind Piloten ausgebildet. Solches üben sie auch am Flugsimulator. Ist also richtig, das zu untersuchen. Sind ja auch 50 Millionen vernichtet worden.
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    2. Antwort von Emil Brand  ((Inkognito))
      Danke an die Luftwaffe. Dafür ist mir jeder Steuerfranken wert. Gut dass der Pilot überlebt hat.
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