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Schweiz Mörder von Marie wird lebenslang verwahrt

Das Strafgericht von Renens (VD) hat den Angeklagten im Fall Marie, Claude D., zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Zudem soll er nach Verbüssung der Haftstrafe lebenslang verwahrt werden. Der Mann hatte die 19-Jährige 2013 entführt und danach erdrosselt.

Legende: Video «Lebenslänglich für den Mörder von Marie» abspielen. Laufzeit 1:49 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.03.2016.

Vor drei Jahren erschütterte ein Mord in Payerne die Schweiz. Eine junge Frau fiel einem Sexualmörder zum Opfer, der gerade auf seine geplante Freilassung vorbereitet wurde. Nun hat ihn die Waadtländer Justiz erstinstanzlich verurteilt, wegen Mordes und sexuellen Missbrauchs zu lebenslänglich Gefängnis. Ausserdem wird er lebenslänglich verwahrt. Das Gericht hatte keine Zweifel, dass Claude D. ein extrem gefährlicher Psychopath ist, für den keine Behandlung vorstellbar ist.

Jacques Barillon, Anwalt der Familie des Opfers, zeigte sich zufrieden. Das Urteil enthalte die lebenslängliche Freiheitsstrafe und die lebenslängliche Verwahrung und sei damit umfassend im Sinne der Zivilkläger.

Legende: Video «Anwältin von Claude D. will Urteil weiterziehen (franz.)» abspielen. Laufzeit 0:22 Minuten.
Vom 24.03.2016.

Umgehender Weiterzug des Urteils

Für die Verteidigung hingegen habe das Gericht ein «inakzeptables und populistisches» Urteil gefällt, sagte der Anwalt Loïc Parein nach der Urteilsverkündigung.

Das Gericht habe sich nicht vom Willen der Öffentlichkeit absetzen können, fügte die Anwältin Yaël Hayat an, die ebenfalls den Verurteilten vertritt. Sie kündigte umgehend einen Weiterzug an, wenn nötig «bis nach Strassburg» an den europäischen Menschenrechtsgerichtshof.

Der Waadtländer Generalstaatsanwalt Eric Cottier begrüsste das erste Urteil zu einer lebenslänglichen Verwahrung im Kanton Waadt. Die Staatsanwaltschaft habe sich in der Vergangenheit zurückhaltend mit dieser Massnahme gezeigt, bis ein Fall komme, der diese Sanktion wirklich verlange.

Polizei zur Leiche geführt

Am Schuldspruch gegen Claude D. führte kein Weg vorbei. Denn im Mai 2013 hat der damals 36-Jährige die Polizei höchstpersönlich zum Versteck der Leiche in einem Waldstück bei Payerne geführt – und das konnte nur der Täter. Umstritten war vor allem, ob der Angeklagte lebenslänglich verwahrt werden soll.

Der Mann war schon im Jahr 2000 wegen Entführung, Vergewaltigung und Mord zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Weil damals keine Verwahrung ausgesprochen worden war, bereiten ihn die Behörden ab 2012 auf seine bevorstehende Freilassung vor. Zum Zeitpunkt der Tat war er deshalb nur noch mit einer elektronischen Fussfessel überwacht worden.

Legende: Video «Jacques Barillon, Anwalt der Familie, ist zufrieden (franz.)» abspielen. Laufzeit 0:34 Minuten.
Vom 24.03.2016.

Umdenken nach Behördenversagen

Dass ein Sexualmörder erneut zuschlagen konnte, erschütterte die Waadt. Zumal die Ermittlungen schnell ergaben, dass die Bewährungshelfer vergeblich Alarm geschlagen hatten, als sie von Morddrohungen des Häftlings erfahren hatten.

Die Justiz beharrte darauf, dass der Mann freizulassen sei und prüfte nicht einmal, ob er nicht besser für eine Therapie in ein psychiatrisches Gefängnis einzuweisen wäre. Das Behördenversagen führte einem Umdenken im Justizvollzug der Romandie. Unter anderem lockerten seither die Westschweizer Kantone das Arztgeheimnis. Ausserdem arbeiten heute die verschiedenen Ämter enger zusammen.

17 Kommentare

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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Im Kanton Zürich kostet der geschlossene Vollzug in der JVA Pöschwies Fr. 406 pro Tag und Häftling, die therapeutische Spezialabteilung Fr. 618 und im Psychiatriezentrum Rheinau in der Sicherheitsabteilung Fr. 1239. Eine Milliarde pro Jahr kostet der Strafvollzug, wie der BR kürzlich auf ein Postulat geantwortet hat. Man sollte den Strafvollzug in ein armes Land wie z.B. Bulgarien, Rumänien verlegen unter Aufsicht der Schweiz. Würde dort Arbeitsplätze schaffen und hier Kosten einsparen.
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    1. Antwort von Adrian Flükiger (Ädu)
      @Helmers: Unsinn. Was soll das? Wir haben gefälligst selber zu unseren Knastbrüdern zu schauen.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Was wenn in Strassbourg diese Verwahrung durch das EMRK dann auch noch aufgehoben wird? Immerhin ist es denkbar, dass da, wenn auch nur formale Einwände dies ermöglichen, zu diesem Ergebnis führen könnten.
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  • Kommentar von Benito Perez (Adelante)
    Wenn ich die Anwältin anhöre muss ich nahezu erbrechen. Er hat jemanden umgebracht und sie spricht davon, dass die Verwahrung Mord auf raten ist?? Er hat gemordet
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    1. Antwort von Adrian Flükiger (Ädu)
      @Perez: Hallo... die Frau Anwältin hat die Interessen ihres Mandanten zu wahren. Das macht sie, das ist korrekt so. Wenn er nach 3 Durchgängen immer noch verwahrt ist, dann gilt, was an Urteil zu sprechen war. Habe selber kein Bedauern mit dem Burschen. Aber, wir haben nun mal diese Form der Justiz (gut so), welche diese Möglichkeiten bietet. Dann soll er sie auch nutzen dürfen. Solange niemand auf diesen Kerl und seine Maschen reinfällt, bleibt er auf ewig hinter Schloss und Riegel, voila!
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