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Die Suche nach neuen und noch besseren Corona-Impfstoffen geht weiter.
Aus HeuteMorgen vom 25.06.2021.
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mRNA nicht gut genug Die Suche nach dem perfekten Covid-Impfstoff

Obwohl bestehende Covid-Impfstoffe gut funktionieren, gibt es rund 250 Forschungen zu neuen Vakzinen weltweit.

Wer seinen neu entwickelten Impfstoff jetzt nicht bereits am Menschen teste, habe kaum mehr eine Chance, im weltweiten Impfstoff-Rennen eine relevante Rolle zu spielen. Das schrieb die Beratungsfirma Ernst & Young in einer Studie.

Wir glauben, dass dieser Ansatz vielleicht eine längere Immunantwort bewirkt, weil er sich darstellt wie ein ganzes Virus.
Autor: Thomas KlimkaitVirologe an der Universität Basel

Thomas Klimkait ist Virologe an der Universität Basel und lässt sich von dieser Einschätzung nicht ins Bockshorn jagen. Sein neuer Corona-Impfstoff ist noch nicht einmal im Tier getestet. Klimkait sagt lapidar: «Wenn man nicht losläuft, kommt man nicht an. Das ist der Punkt.»

Es brauche eine Dauerlösung

Sein Ansatz ist es, ein komplettes Virus in den Körper zu bringen. Ein Virus, das aber einen genetischen Defekt hat, sodass es nicht funktionieren und sich nicht vermehren kann. Unser Körper aber könnte so vermutlich eine umfassendere Immunantwort aufbauen.

Labor von PfizerBiontech in Deutschland
Legende: Eine zweite Generation von Impfstoffen könnte dafür sorgen, dass eine anhaltende Immunität ermöglicht werden könnte. Deshalb forschen wohl rund 250 Institutionen trotz bestehender Vakzine weiter. Keystone/Archiv

Eine, die auch länger hält. Das sagt auch Klimkait: «Wir glauben, dass dieser Ansatz vielleicht eine längere Immunantwort bewirkt, weil er sich darstellt wie ein ganzes Virus.»

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Aus dem Archiv: So funktioniert mRNA
Aus Puls vom 04.01.2021.
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Die bisherigen mRNA-Impfstoffe funktionierten zwar grossartig, sagt Klimkait, aber nicht auf ewig: «Das Virus reagiert auf die Infektion im Menschen, optimiert sich dort und es wird sich auch auf diese Impfstoffe anpassen.» Es ist also wichtig, etwas in der Hinterhand zu haben – eine zweite Generation von Impfstoffen.

Impffortschritt weltweit entscheidend

Es gehe um mehr als einen zweiten Impfstoff in der Hinterhand, denn in den einkommensschwächeren Ländern ist die Situation völlig anders als bei uns. Erst 1 Prozent der Bevölkerung in den ärmeren Ländern ist bereits einmal geimpft. Bei uns sind es unterdessen 57 Prozent.

Weltweit gesehen sind die mRNA-Impfstoffe Mangelware. Sie sind teuer und sie müssen stark gekühlt werden. Es brauche unbedingt Alternativen, sagt Daniel Paris.

Wir müssen diese Impfungen entwickeln, damit wir eine weltweite Abdeckung erreichen können.
Autor: Daniel ParisSchweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut

Der Leiter des Departements Medizin am Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut erläutert: «Wir müssen diese Impfungen entwickeln, damit wir eine weltweite Abdeckung erreichen können. Mit den jetzigen Impfungen, auch wenn sie noch so gut sind, wird dies nicht möglich sein.»

Es brauche deshalb einen günstigeren Impfstoff, der idealerweise bei Raumtemperatur gelagert und mit nur einem Piks verabreicht werden könnte. Die Suche nach weiteren Impfstoffen bleibt also hochaktuell.

HeuteMorgen, 25.06.2021, 06:00 Uhr

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Fabian Meier  (FabianMeier96)
    und ich dachte immer, die evolutionstheorie von charles darwin gilt auch für viren. aber wie in diesem artikel geschrieben wird, ist das virus intelligent und reagiert auf die impfstoffe. als könne das virus seine bauanleitung selbst bestimmen, in eine supermarkt die proteine einkaufen und los. aber so funktioniert das nicht.

    verändrungen am virus geschehen über zufällige mutationen. dass die aktuelle impfung nicht mehr wirksam ist, müsste vieles zusammenfallen bei einer solchen mutation…
    1. Antwort von Christian Arber  (ChArber)
      Herr Meier ich glaube Sie haben den Artikel missverstanden. Der Artikel (und Video) beschreibt nicht das Virus, sondern nur wie mRNA funktioniert. Das Virus ist keinenfalls intelligent - die Mutationen sind rein zufällig. Die "überlebensstärkste" dieser zufälligen Mutation verbreitet sich viel schneller und wird damit dominat. Charles Darwin sitzt bisher mit seiner Theorie (keine These mehr!) weiterhin fest im Sattel.
    2. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Die Darwin'sche Evolutiontheorie gilt heute als überholt Herr Arber. Darwins Theorie stammt aus den 1840er Jahren. es dauerte also noch mehr als 100 Jahre bevor die DNA überhaupt richtig Entdeckt war und deren Struktur publiziert wurde. In der Biochemie sprechen wir heute von einer modifizierten Epigenetik als aktuelles Theoriengebäude. Dass gewisse Verhaltensweisen sich auf die DNA auswirken können. davon wusste Darwin noch nichts.
  • Kommentar von Theo Fischer  (Schiiwerfer)
    Bevor der Corona-Hype zusammenbricht, wollen sich alle noch ein Stück vom lukrativen Kuchen ergattern. Beim Dotcom-Hype war's nicht anders.
    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Ausser das die Dotcom Blase keine 4 Mio Todesopfer gefordert hatte....
  • Kommentar von Beat R. von Wartburg  (Beat R. von Wartburg)
    Seit wann zeichnen sich Firmen wie Ernst & Young durch innovative Ideen im Gebiet der Wissenschaften aus? Ihre Geschäfte machen sie bis jetzt (gut) in ihren angestammten Bereichen.
    1. Antwort von Aurel Specker  (Auspec)
      Das behaupten Sie ja auch nicht. Ihr Job ist es zu beraten. Und Einschätzungen zu geben.

      In diesem Fall: Es sind 150 Impfstoffe in Entwicklung, davon werden einige sicher sehr erfolgreich sein. Plus sind 2 sehr gute Impfstoffe bereits milliardenfach genutzt worden.
      Das heisst: Es wird extrem schwierig einen neuen Impfstoff zu etablieren.

      Das sind MARKT-Einschätzungen, keine Biologische Einschätzungen. Und erst Recht nicht zu verwechseln mit Medizinischer Entwicklung/Forschung.
    2. Antwort von Monika Mitulla  (momi)
      @Aurel Specker.
      "Das sind MARKT-Einschätzungen, keine Biologische Einschätzungen...."
      Markteinschätzungen ohne Branchenkenntnisse???