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Muss das sein? Coop-Aktionsfleisch kommt per Flugzeug
Aus Espresso vom 30.10.2019.
abspielen. Laufzeit 02:53 Minuten.
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Muss das sein? Coop-Aktionsfleisch kommt per Flugzeug

Coop wirbt mit Rind- und Lammfleischaktionen. Das Fleisch dafür lässt der Grossverteiler aus Übersee einfliegen.

Das klingt verlockend: Rinds-Entrecôte für 4.50 Franken pro 100 Gramm. Und dieselbe Menge Lamm-Nierstück für knapp vier Franken. Mit diesen Aktionen lockt Coop Kundschaft in seine Läden. In den Inseraten ist die Herkunft des Fleisches bereits deklariert: Das Rind kommt aus Uruguay, das Lamm aus Australien, Neuseeland und England.

Den wirklich stossenden Punkt an diesen Aktionen erkennen jedoch nur aufmerksame Konsumenten, die die Verpackungen genau studieren. Auf einer Klebe-Etikette sieht man ein kleines Flugzeug und den Vermerk «by air» - also per Luftfracht importiert. Coop sagt in einer Stellungnahme, Schweizer Fleisch habe mit 80 Prozent im Sortiment klar Priorität: «Die Nachfrage, gerade nach Edelstücken wie Rinds-Entrecôte und Lammnierstück, ist gross. Die Schweizer Produktion reicht nicht aus, um den Bedarf an diesen Stücken zu decken.»

Coop argumentiert mit CO2-Kompensation

Zwar steht auf der kleinen Flugzeug-Etikette auch noch «CO2-kompensiert». Bei einem Transport, der so nicht nötig wäre, wirkt dies allerdings wie ein ökologisches Feigenblatt. Dazu nimmt Coop nur mit einer verallgemeinernden Aussage Stellung: «Wir kompensieren seit 2007 den CO2-Ausstoss aller Flugtransporte von Produkten mit hochwertigen Kompensationsprojekten. Dazu arbeiten wir mit dem WWF zusammen.»

In der aktuellen Coopzeitung präsentiert der Grossverteiler eine Kundenumfrage. «Was ist Ihnen beim Fleischkauf am wichtigsten?», wurde die Kundschaft gefragt. Die häufigste Antwort machte Coop gleich zum Titel: «Ein Tier von hier». Am wichtigsten ist den Kundinnen und Kunden, dass das Fleisch aus der Region stammt.

Wie passt das zum Nachhaltigkeitsprojekt von Coop?

Und in seinem grossen Nachhaltigkeitsprojekt «Taten statt Worte» lobt sich Coop jeweils dafür, stets nachhaltiger und ökologischer zu werden. Bis ins Jahr 2023 sollen alle Warentransporte CO2-neutral sein. «Mit technisch möglichen und finanziell zweckmässigen Massnahmen soll der absolute CO2-Ausstoss so weit wie möglich reduziert werden», verspricht der Grossverteiler.

Wie passen Umfrage und Nachhaltigkeitsziele mit Importfleisch «by air» zusammen? Coop beruft sich in seiner Erklärung auf Kundenbedürfnisse: «Als Vollsortimenter bieten wir eine grosse Vielfalt an Produkten an. So können unsere Kunden frei entscheiden, welche Produkte am besten ihren Bedürfnissen entsprechen.» In den letzten beiden Wochen habe man auch Aktionen mit Naturafarm Natura-Beef angeboten.

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89 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Wer nimmt denn den Grossverteilern ihr Nachhaltigkeitsgefasel noch ab?
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  • Kommentar von Rochus Schmid  (Rochus Schmid)
    Das Beste ist Biofleisch ab Hof aus Mutterkuhhaltung. So kann man sich die Tierhaltung anschauen und seine Fragen stellen. Die meisten Bauern machen für Kunden auch gerne Hofführungen. Es gibt ein Vertrauensverhältnis zwischen Bauer und Kunde. Und wenn man z.B. einen Viertel nimmt ist alles dabei vom Filet bis zum Hackfleisch. So wird alles vom Tier "verwertet" und es braucht weniger Import von Edelstücken.
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  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Ich verstehe den Aufschrei nicht? Wenn ich schaue wieviel Früchte oder Gemüse, die Aktionspreise haben, von hier sind und nicht aus dem Ausland sind es auch nicht gerade viele. Es hat viel mit der Aktionsgeilheit vieler Kunden und Kundinnen zu tun. Ich ertappe mich leider auch manchmal dabei.
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