Zum Inhalt springen

Header

Audio
Die grüne Welle hat den Bundesrat nicht erreicht
Aus Echo der Zeit vom 11.12.2019.
abspielen. Laufzeit 17:21 Minuten.
Inhalt

Nach den Bundesratswahlen Sozialdemokraten könnten als nächste zittern

Die Grünen scheiterten an FDP-Bundesrat Cassis. Wenn sie als nächstes einen SP-Sitz ins Auge fassen, könnte es klappen.

Viel Lärm um nichts: Der neue Bundesrat ist der alte Bundesrat. Der Angriff der Grünen auf den Sitz von FDP-Bundesrat Ignazio Cassis scheiterte kläglich. Bei der nächsten Gelegenheit wollen sie es wieder versuchen, kündigen die Grünen an. Hier wird es spannend: Die nächste Vakanz wird wahrscheinlich ein SVP- oder SP- Sitz sein, denn die Bundesräte der FDP und CVP sind relativ neu im Amt.

Die Sozialdemokraten sind übervertreten

Der Anspruch der SVP auf zwei Sitze in der Landesregierung ist unbestritten. Trotz Verlusten bleibt sie die mit Abstand wählerstärkste Partei im Land. Die Grünen könnten kaum auf bürgerliche Schützenhilfe hoffen bei einem Angriff auf einen SVP-Bundesratssitz. Anders sähe es aus, wenn es um einen SP-Sitz ginge. Die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sind gemessen an ihrem Wähleranteil im Bundesrat übervertreten. Die Bürgerlichen würden wohl Hand bieten, da Anpassungen vorzunehmen. Die SVP hat das sogar explizit gefordert.

Heute schlossen die Grünen einen Angriff auf einen der bestehenden SP-Bundesräte explizit aus. In die Zukunft blickend erklärte Fraktionspräsident Baltasar Glättli auf Radio SRF aber, es sei nicht ausgeschlossen, dass die Grünen einen SP-Sitz ins Visier nehmen würden.

Hoffen auf Durchhaltewillen

Stellt die einstige linke Juniorpartnerin einen Regierungssitz der Sozialdemokraten in Frage, so wäre das eine Zerreissprobe für die Grünen und Genossinnen, vorbei wäre es mit dem demonstrativ betonten Frieden im linken Lager, vorbei mit dem gemeinsamen Kampf gegen die rechts-mitte Mehrheit im Parlament.

Diese Aussichten dürften einigen Genossinnen und Genossen Kopfweh bereiten. Sie werden hinter den Kulissen alles versuchen, um die Grünen zu verpflichten, auf einen Angriff auf einen SP-Bundesratssitz zu verzichten. Wenn der SP das nicht gelingt wird sie darauf setzen müssen, dass ihre Bundesräte für weitere vier Jahre im Amt bleiben. Und so wie die FDP und die CVP – nur insgeheim – darauf hoffen, dass der Höhenflug der Grünen bei den nächsten Wahlen wieder Geschichte ist.

Priscilla Imboden

Priscilla Imboden

Bundeshausredaktorin, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Priscilla Imboden ist schweizerisch-amerikanische Doppelbürgerin und war vier Jahre lang als USA-Korrespondentin für SRF tätig, bevor sie zur Bundeshausredaktion von Radio SRF stiess. Davor arbeitete sie bereits während acht Jahren in der Wirtschaftsredaktion von Radio SRF in Bern.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

68 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.